Die Karl May Verfilmungen

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Uraufführung Titel Produktionsfirma Erstverleih Bemerkungen
07.10.1920 Auf den Trümmern des Paradieses Ustad-Film Dr. Droop & Co., Berlin Filmhaus Bruckmann & Co., Berlin Stummfilm
17.11.1920 Die Todeskarawane Ustad-Film Dr. Droop & Co., Berlin Filmhaus Bruckmann & Co., Berlin  
02.01.1921 Die Teufelsanbeter Ustad-Film Dr. Droop & Co., Berlin Filmhaus Bruckmann & Co., Berlin Zuerst gedrehte May-Verfilmung, aber später aufgeführt
20.02.1936 Durch die Wüste Lothar-Stark-Film GmbH, Berlin Syndikat-Film (Tobis-Gruppe), Berlin Erster Tonfilm
12.12.1958
Die Sklavenkarawane DCF, München / Saiz, Madrid Bavaria-Filmverleih GmbH, München Erster Farbfilm
20.10.1959
Der Löwe von Babylon DCF, München / Saiz, Madrid Bavaria-Filmverleih GmbH, München  
12.12.1962
Der Schatz im Silbersee Rialto, Berlin/ Jadran, Zagreb Constantin-Filmverleih, München Beginn der Constantin/Rialto- Filmreihe
11.12.1963
Winnetou, 1. Teil Rialto, Berlin/ Jadran, Zagreb/ SNC, Paris Constantin-Filmverleih, München  
30.04.1964
Old Shatterhand CCC, Berlin / Criterion, Paris/ Serena, Rom/ Avala, Belgrad Constantin-Filmverleih, München  
21.08.1964
Der Schut CCC, Berlin / Criterion, Paris/ Serena, Rom/ Avala, Belgrad Gloria-Filmverleih GmbH, München  
17.09.1964
Winnetou, 2. Teil Rialto, Berlin/ Jadran, Zagreb/ SNC, Paris Constantin-Filmverleih, München  
08.12.1964
Unter Geiern Rialto, Berlin/ Jadran, Zagreb/ SNC, Paris/ Atlantis, Rom Constantin-Filmverleih, München  
04.03.1965
Der Schatz der Azteken CCC, Berlin / Serena, Rom/ Franco London, Paris/ Avala, Belgrad Gloria-Filmverleih GmbH, München  
17.04.1965
Die Pyramide des Sonnengottes CCC, Berlin / Serena, Rom/ Franco London, Paris/ Avala, Belgrad Gloria-Filmverleih GmbH, München 2. Teil von Der Schatz der Azteken
25.08.1965
Der Ölprinz Rialto, Berlin / Jadran, Zagreb Constantin-Filmverleih, München  
28.09.1965
Durchs wilde Kurdistan CCC, Berlin/ Balcazar, Madrid Gloria-Filmverleih GmbH, Müchen  
14.10.1965
Winnetou, 3. Teil Rialto, Berlin / Jadran, Zagreb Constantin-Filmverleih, München  
14.12.1965
Old Surehand, 1. Teil Rialto, Berlin / Jadran, Zagreb Constantin-Filmverleih, München  
31.12.1965
Im Reiche des silbernen Löwen CCC, Berlin / Balcazar, Madrid Nora Filmverleih GmbH & Co. KG, München Fortsetzung von Durchs wilde Kurdistan / Voraburaufführung am 31.12.1965 in Bremen aus vertraglichen Gründen. Regulärer Start des Films ab Februar 1966
09.04.1966
Das Vermächtnis des Inka Franz Marischka Film, München / PEA, Rom/ Orbita, Madrid/ Cinematographie Filmstudio, Sofia Nora Filmverleih GmbH & Co. KG, München  
17.08.1966
Winnetou und das Halbblut Apanatschi Rialto, Berlin / Jadran, Zagreb Constantin-Filmverleih, München  
13.12.1966
Winnetou und sein Freund Old Firehand Rialto, Berlin/ Jadran, Zagreb Columbia-Bavaria-Filmverleih, München  
12.12.1968
Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten CCC, Berlin / Jadran, Zagreb/ Super Int. Pict., Rom Constantin-Filmverleih, München  

 

Die Geschichte der Karl-May-Verfilmungen beginnt im Jahr 1920. Marie Luise Droop produziert gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Adolf Droop die ersten May-Filme, die damals natürlich noch Stummfilme sind. Frau Droop, 1890 geboren, ist von Jugend auf begeisterte Leserin der Romane des sächsischen Schriftstellers. Sie tritt brieflich mit Karl May in Kontakt und trifft ihn 1908 persönlich. Für die geplanten Karl-May-Filme gründen die Droops die Ustad-Film. Carl de Vogt, ein bekannter Darsteller, der u.a. in Fritz Langs Die Spinnen (1919) mitwirkt, übernimmt die Rolle des Kara Ben Nemsi. Hadschi Halef Omar wird von Meinhart Maur gespielt. Doch alle drei Filme treffen nicht den Publikumsgeschmack. Im Sommer 1921 muß die Ustad-Film Konkurs anmelden.

Kaum besser ergeht es der nächsten May-Verfilmung, Durch die Wüste (1935/36). Der Film wird von der Syndikat-Film, die zur Tobis-Gruppe gehört, in den Verleih genommen und von der relativ kleinen Lothar-Stark-Film (Berlin) produziert. Regie hat der Wiener J. A. Hübler-Kahla. Die Hauptrollen werden mit unbekannten Darstellern besetzt: Kara Ben Nemsi wird von Fred Raupach, damals 27 Jahre alt, gespielt, Hadschi Halef Omar von Heinz Evelt. Für Fred Raupach, der 1942 an der Front fällt, bleibt es der einzige Filmauftritt. Heinz Evelt spielt später nur noch in zwei anderen Filmen. Der Film, von vielen Kritikern als spannungsarm beschrieben, wird ein Flop. Die Lothar-Stark-Film geht in Konkurs.

Ab 1936 beschäftigt sich auch die UFA mit Karl May. Geplant ist eine Großverfilmung unter dem Titel Die ewigen Jagdgründe. Der Film soll auf den Winnetou-Romanen beruhen. Für die Hauptrolle des Old Shatterhand soll der damals größte Kassenstar unter den Schauspielern verpflichtet werden: Hans Albers. Doch nicht zuletzt durch den Mißerfolg von Durch die Wüste verzögert sich das Projekt immer mehr. Erst 1944 wird es ernsthaft in Angriff genommen. Die UFA beauftragt ihre Tochtergesellschaft Wien-Film mit der Durchführung. Regie soll Max W. Kimmich führen, an der Kamera soll Günther Anders stehen. Für die Hauptrolle ist nach wie vor Hans Albers vorgesehen, seine Gage soll 170.000,- Reichsmark betragen. Die Wien-Film geht von Produktionkosten von 5,6 Mio. RM aus, damals eine riesige Summe (zum Vergleich: die UFA-Prestigeproduktion Münchhausen kostete 6,6 Mio. RM). Doch die Kriegswirren verhindern, daß die Großproduktion durchgeführt wird. Propagandaminister Goebbels stoppt im August 1944 das Projekt. 1949 nimmt sich der Produzent Willy Zeyn nochmals des Stoffes an. Aber auch sein Projekt, ebenfalls mit Albers in der Hauptrolle, kommt niemals über das Planungsstadium hinaus.

1956 erwirbt die wiedergegründete Bavaria in München die Rechte an einem Karl-May-Filmstoff. Doch dann springt die Bavaria als Produktionsfirma wieder ab; man verkauft die Rechte an die kleine Münchner Produktionsfirma DCF (Dokumentar- und Colorfilm H. Neubert KG). Den Verleih übernimmt die Bavaria. Neubert macht den Spanier Jesus Saiz zum Coproduzenten, gedreht wird in Spanien. Das Drehbuch schreibt Georg Marischka, der auch die Regie für die deutsche Version übernehmen soll. Allerdings setzt man Marischka den Spanier Ramon Torrado als "künstlerischen Oberleiter" vor die Nase. Warum man den alternden Viktor Staal als Kara Ben Nemsi besetzt, dürfte das Geheimnis der Produzenten bleiben. Staal, der seit Zu neuen Ufern (1937) einige Jahre lang erfolgreich Liebhaber-Rollen spielte (Die große Liebe, 1941/42, mit Zarah Leander), hat seine große Zeit bereits hinter sich. Im Nachkriegs-Film wurden seine Rollen zunehmend kleiner, so ist er in Wetterleuchten um Maria (1957) der (Film-)Vater von Marianne Hold. Die Rolle des Hadschi Halef Omar wird mit Georg Thomalla besetzt, der der eigentliche Star des Filmes wird. Theo Lingen ist als einziger weiterer deutschsprachiger Darsteller in der Rolle des Sir David Lindsay dabei (die aus meiner Sicht von Dieter Borsche in den CCC-Filmen allerdings besser ausgefüllt wird). Während der Dreharbeiten kommt es zu Streitigkeiten zwischen Staal und Thomalla. Der Film hat am 11.12.1958 in Düsseldorf Premiere, er wird wohlwollend aufgenommen. Doch während einer Vorstellungstournee, bei der die Hauptdarsteller den Film präsentieren, kommt es am 08.01.1959 in München zum Eklat. Absprachegemäß präsentiert Georg Thomalla die junge Spanierin Mara Cruz als erste der Schauspieler, was Viktor Staal allerdings nicht paßt. Wütend verläßt Staal das Kino, Thomalla muß dem erstaunten Publikum erklären, daß der Hauptdarsteller nicht mehr anwesend ist.


Viktor Staal, Georg Thomalla: Die Skalvenkarawane, 1958 (Bild aus NFP Nr. 4197)

Da Die Sklavenkarawane kein überwältigender, aber ein ordentlicher Erfolg wird, beschließen die Bavaria, DCF und der spanische Partner Saiz eine Fortsetzung. Diesmal soll der Roman "Bei den Trümmern von Babylon" verfilmt werden. Es ist klar, das man Viktor Staal als Kara Ben Nemsi ersetzen muß. Die Wahl fällt auf Helmuth Schneider, 1920 in München geboren, der lange in Brasilien gelebt hat und im bundesdeutschen Kino vor allem als Darsteller in Heimatfilmen auf sich aufmerksam gemacht hat (u.a. Der Fischer vom Heiligensee, 1955). Helmuth Schneider macht seine Aufgabe sehr ordentlich. Die Hauptrolle hat aber diesmal Georg Thomalla, der an erster Stelle der Besetzungsliste genannt wird. Titel des Films ist nun Der Löwe von Babylon. Am 20.10.1959 erlebt der Film in Würzburg seine Uraufführung. Doch obwohl ein ganz passabler Streifen produziert wird, ist der Film finanziell weniger erfolgreich als Die Sklavenkarawane. Damit ist die Filmreihe der DCF/ Bavaria beendet.

1962 folgt dann ein erneuter Anlauf, Karl May zu verfilmen; diesmal von Horst Wendlandt, zusammen mit dem Dänen Preben Philipsen Chef der Rialto-Film in Hamburg. Die Rialto-Film, ursprünglich in Kopenhagen beheimatet, zwischenzeitlich in Frankfurt/Main zu Hause, hat mit Edgar-Wallace-Verfilmungen eine erfolgreiche Kinoserie gestartet. Die geplanten May-Filme verlangen allerdings ein weitaus höheres Budget. Als Partner kann Wendlandt den Constantin-Filmverleih in München gewinnen. Auf Vermittlung der Constantin wird Kontakt zur Jadran-Film in Zagreb (Jugoslawien) hergestellt. Jugoslawien, genauer gesagt die Teilrepublik Kroatien, eignet sich ausgezeichnet als Drehort. Als erstes soll Der Schatz im Silbersee verfilmt werden. Die Hauptrolle des Old Shatterhand ist schnell vergeben: der ehemalige Tarzan-Darsteller Lex Barker dreht seit einigen Jahren in Europa und hat für "Atze" Brauner auch schon in zwei Mabuse-Filmen mitgespielt. Die weibliche Hauptrolle spielt Karin Dor, den jugendlichen Helden Götz George. Für die Rolle des Sam Hawkens hat man Gustav Knuth vorgesehen, dieser wird jedoch kurz vor Drehbeginn durch Ralf Wolter ersetzt. Den Bösewicht gibt Herbert Lom. Doch wer soll Winnetou spielen? Wendlandt denkt an Horst Buchholz, doch der versucht sich gerade in den USA; ins Gespräch kommen auch Carlos Thompson, Christopher Lee und Heinz-Ingo Hilgers, der den Winnetou bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg spielt. Doch keiner der Kandidaten kann Wendlandt überzeugen. Dann findet man doch noch einen passablen Darsteller: Guy Williams. Während der Berliner Filmfestspiele im Sommer 1962 trifft der Produzent auf einen nahezu unbekannten französischen Schauspieler namens Pierre Brice; und Wendlandt weiß: das IST Winnetou. Der Vertrag mit Guy Williams wird gelöst, Brice übernimmt die Rolle. Nach erfolgten Dreharbeiten in Jugoslawien wird Der Schatz im Silbersee im Studio Hamburg geschnitten. Mit der Synchronisation wird die Ultra-Film in Berlin beauftragt. Die Sprachaufnahmen finden allerdings nicht wie üblich bei der Ultra in West-Berlin oder München, sondern in Hamburg (vermutlich Studio Hamburg) statt. Die deutsche Stimme von Lex Barker ist Horst Niendorf, der den Schauspieler bereits als Tarzan gesprochen hat. Herbert Stass spricht für Pierre Brice. Auch Stass hatte Brice bereits gesprochen, in der heute weithin unbekannten Produktion Aufstand der Tscherkessen (1959; Dt. EA: 1960). Als der Film am 12.12.1962 seine Premiere feiert, ist klar, das es ein gelungenes Werk geworden ist. Der Film wird eine der erfolgreichsten Nachkriegsproduktionen in Deutschland. Es ist sicher, daß Karl May in Serie geht.


Der Schatz im Silbersee, 1962: Pierre Brice, Karin Dor, Lex Barker (Bilder aus IFB Nr. 6335)

Und so geht 1963 Winnetou, 1. Teil in Produktion. Wie schon beim Schatz im Silbersee führt Harald Reinl Regie. Eigentlich wollte Horst Wendlandt Alfred Vohrer schon für den Silbersee besetzen, doch die Constantin besteht auf Harald Reinl, der vertraglich an den Verleih gebunden ist. Der Erfolg gibt den Herren in München Recht. Die absolute Hauptrolle spielt Lex Barker als Old Shatterhand, diesmal gesprochen von Gert Günther Hoffmann. Auch "GGH" hat Barker schon vorher mehrfach gesprochen. Er wird von nun an in allen May-Verfilmungen (und oftmals darüber hinaus) die deutsche Stimme von Lex Barker. Christian Wolff, erfolgreicher Nachwuchsschaupieler aus Berlin, seit 1957 oft in deutschen Filmen zu sehen, spricht diesmal für Pierre Brice. Als Bösewicht agiert Mario Adorf; er spricht sich nicht selbst, sondern Rainer Brandt übernimmt seinen Sprechpart. Groß kommt die junge Französin Marie Versini (dt. Stimme: Ilse Pagé) in der Rolle der "Nscho-Tschi" heraus. Winnetou, 1. Teil wird ein überragender Erfolg. Dazu bei trägt auch die Musik von Martin Böttcher. Ein Erfolggarant ist auch der damalige Dramaturg der Constantin, Gerhard F. Hummel. Er agiert in den ersten beiden Filmen als Berater. Hummel ist ein exzellenter May-Kenner und sorgt dafür, daß der richtige Flair in die Filme kommt.

Der Erfolg der beiden Filme läßt, Artur "Atze" Brauner, den ehemaligen Chef von Horst Wendlandt, nicht ruhen. Er plant mit seiner CCC einen Karl-May-Western unter dem Titel Old Shatterhand zu verfilmen. Als Verleih soll die Constantin fungieren. Die Herren der Constantin sind über Brauners Pläne wenig begeistert, ist man doch mit den Rialto-Produktionen bestens bedient. Doch Brauner läßt nicht locker. Er besitzt einen Vertrag mit Lex Barker und er hat gute Kontakte nach Jugoslawien, zur Avala-Film in Belgrad. Die Constantin, die die erfolgreiche Serie nicht gefährden will, willigt schließlich in das Projekt ein. Man sorgt dafür, daß Pierre Brice für diesen Film an die CCC ausgeliehen wird (im Gegenzug bekommt die Rialto dafür die bei Brauner unter Vertrag stehende Elke Sommer). Die weibliche Hauptrolle fällt an Daliah Lavi- obwohl Brauner die Israelin für die Rolle der "Paloma" als wenig geeignet betrachtet. Die Produktion, die zur teuersten der ganzen May-Verfilmungen wird, steht unter keinem guten Stern. Gleich mehrere Drehbuchautoren versuchen sich an dem Stoff, erst als die Dreharbeiten schon beginnen wird Robert A. Stemmle verpflichtet, der vor Ort ein neues Drehbuch schreiben soll. Kaum weniger kompliziert ist die Wahl des Regisseurs. Brauner schwebt ein Hollywood-Regisseur vor. Er denkt an den Routinier George Sherman, an Don Siegel, auch an Henry Koster. Doch alle Verhandlungen scheitern. Dann vergibt der CCC-Chef den Regieauftrag an den Tschechen Leopold Lahoda; doch der zeigt sich bei den Vorbereitungen für die Dreharbeiten als überfordert. So bekommt der Argentinier Hugo Fregonese wenige Tage vor Drehbeginn den Job. Nachdem die Dreharbeiten abgeschlossen sind, wird der Film in den CCC-Studios fertiggestellt. Die deutschen Sprecher sind wieder Gert Günther Hoffmann (Barker) und Christian Wolff (Brice). Trotz aller Widrigkeiten wird Old Shatterhand eine der erfolgreichsten Karl-May-Verfilmungen.

Nachdem Artur Brauner mit Old Shatterhand einen guten Erfolg erzielen kann, plant er seine nächste Karl-May-Verfilmung. Der CCC-Chef muß sich allerdings verpflichten, keine May-Western zu verfilmen. Und so weicht Brauner auf die Orient-Romane aus. Der Schut heißt die nächste Verfilmung des Spandauer Filmproduzenten. Lex Barker, bei Brauner vertraglich gebunden, spielt Kara Ben Nemsi. Ralf Wolter ist sein Begleiter Hadschi Halef Omar, die Neuentdeckung Marie Versini, im Vorspann groß angekündigt, spielt "Tschita". Die andere weibliche Hauptrolle wird an Marianne Hold vergeben, die von den Produzenten zuvor meist in Heimatfilmen eingesetzt wird, und die nun versucht in anderen Filmgenres Fuß zu fassen. Der Versuch schlägt leider fehlt. Marianne Hold (im Film von Inge Landgut synchronisiert) beendet nach dem Schut ihre Filmkarriere. Die Rolle des Sir David Lindsay wird an Dieter Borsche vergeben, an seiner Seite (ein kluger Schachzug!) Chris Howland als Butler Archie. Den Bösewicht darf Rik Battaglia geben (und wie so häufig spricht Rainer Brandt den Bösen). Das Drehbuch schreibt Karl-May-Kenner Georg Marischka, der bereits maßgeblich an der Sklavenkarawane mitgearbeitet hat. Mit der Regie will Artur Brauner Jürgen Roland beauftragen, der jedoch wg. Terminschwierigkeiten absagen muß. Und so bekommt Altmeister Robert Siodmak den Regieauftrag. Als Verleih fungiert diesmal der Münchner Gloria-Filmverleih. Der Schut wird die beste aller May'schen Orientverfilmungen.


Der Schut (1964): Dieter Borsche, Chris Howland, Ralf Wolter / Marianne Hold, Lex Barker (Bilder aus IFK Nr. 12)

Nach dem überragenden Erfolg von Der Schatz im Silbersee und Winnetou, 1. Teil ist es natürlich überhaupt keine Frage, daß Horst Wendlandt auf der Erfolgswelle weitermacht. Logischerweise erfolgt nun die Winnetou, 2. Teil -Verfilmung. Natürlich spielen Lex Barker und Pierre Brice die Hauptrollen, wobei sich die Rollenverteilung diesmal zugunsten des Franzosen neigt. Lex Barker erhält wiederum Gert Günther Hoffmann als deutsche Stimme. Pierre Brice wird erstmals von Thomas Eckelmann gesprochen. Eckelmann, der am gleichen Tag wie Pierre Brice Geburtstag hat, paßt wunderbar auf den Apatschenhäuptling. Die weibliche Hauptrolle fällt, wie so oft bei Filmen in denen Harald Reinl Regie führt, an seine Ehefrau Karin Dor. Für die komischen Akzente ist Eddi Arent zuständig. Den Oberschurken gibt der Brite Anthony Steel (mit der Stimme -wen wunderts- von Rainer Brandt), sein Oberhandlanger ist Klaus Kinski (sein einziger May-Auftritt). Erstmals dabei ist auch ein junger Italiener namens Mario Girotti (dt. Stimme Claus Jurichs), der noch in weiteren May-Filmen dabei sein wird. Winnetou, 2. Teil kommt zwar nicht an den Erfolg von Der Schatz im Silbersee und Winnetou, 1. Teil heran, dennoch wird auch dieser Film ein Kassenschlager. Die Karl-May-Welle ist auf dem Höhepunkt.

Die nächste Rialto-Produktion wird Unter Geiern, ursprünglich unter dem Titel Winnetou und der Bärenjäger geplant. Horst Wendlandt gelingt die Verpflichtung des britischen Schauspielers Stewart Granger für die Hauptrolle des Old Surehand. Granger spielt die Rolle des Surehand allerdings anders als in den Karl-May-Romanen. Sein Surehand bringt Witz und Gelassenheit auf die Leinwand, eigentlich ist Granger auch für die Rolle schon zu alt. Seine deutsche Stimme gehört Heinz Engelmann, einer der absoluten Synchron-Routiniers jener Jahre. Die weibliche Hauptrolle wird mit Elke Sommer besetzt (gesprochen von Margot Leonard), die für diesen Film die Freigabe von Artur Brauner erhält (siehe Old Shatterhand). Den jugendlichen Helden spielt einmal mehr Götz George. Für diese Rolle hat Wendlandt eigentlich Robert Fuller (der durch die Serie Am Fuß der blauen Berge ein Topstar in Deutschland ist) vorgesehen, aber eine Verpflichtung kommt nicht zustande. Der Schurke wird von Sieghardt Rupp verkörpert. Regie führt diesmal Alfred Vohrer, mit dem mehr Härte in die Western kommt. Unter Geiern wird ein Kassenerfolg, allerdings mehren sich die Anzeichen, daß die Serie ihren Höhepunkt erreicht hat (und es langsam bergab geht).

Artur Brauner plant 1964 eine weitere Karl-May-Verfilmung: Der Schatz der Azteken. Ursprünglich soll in Mexiko gedreht werden; doch Brauner scheut die Kosten und dreht lieber im günstigeren Jugoslawien. Wie schon bei Old Shatterhand gibt es Probleme beim Drehbuch und bei der Regie. Mehrere Drehbuchentwürfe entsprechen nicht den Erwartungen, schließlich muß Robert A. Stemmle als Retter geholt werden. Als Regisseur ist zunächst Hugo Fregonese vorgesehen. Nachdem dieser absagt, will Brauner Franz Josef Gottlieb verpflichten. Dann aber trifft sich Artur Brauner mit dem US-Regisseur Andre de Toth. Der US-Routinier sagt auch zu- doch als er erfährt, daß Brauner plant, den Film in zwei Teilen herauszubringen, will er ein höheres Honorar; die Zusammenarbeit scheitert. Kurz vor Drehbeginn springt dann Robert Siodmak ein. Die Hauptrolle ist an Lex Barker vergeben, der Dr. Karl Sternau spielt, einen Arzt in geheimen Diensten. Auch Ralf Wolter ist wieder dabei, diesmal als schwäbelnder Kuckucksuhrenvertreter Hasenpfeffer. Desweiteren gibt es ein internationales Starensemble: Gérard Barray, Michèle Girardon, Alessandra Panaro, Gustavo Rojo und aus deutscher Sicht Hans Nielsen. Die Dreharbeiten in Jugoslawien erweisen sich als schwierig, schlechtes Wetter wirft immer wieder den Drehplan durcheinander. Die letzten Szenen müssen schließlich in Spanien abgedreht werden. Der Zweiteiler (Titel des zweiten Teils: Die Pyramide des Sonnengottes) kommt an Brauners Der Schut nicht heran, ist aber immer noch ein finanzieller Erfolg für den berliner Produzenten.

Da Lex Barker für Artur Brauners CCC dreht, muß für die nächste Rialto-Produktion umdisponiert werden. Statt Old Shatterhand wird Old Surehand in Horst Wendlandts Der Ölprinz eine Rolle spielen. Somit kommt Stewart Granger zu seinem zweiten Einsatz in einer May-Verfilmung. Seine deutsche Stimme gehört diesmal allerdings nicht Heinz Engelmann, sondern Helmo Kindermann. Warum es zu dieser Umbesetzung kommt, ist nicht geklärt. Die andere Hauptrolle spielt natürlich Pierre Brice als Winnetou, wiederum trefflich von Thomas Eckelmann synchronisiert. Die weibliche Hauptrolle spielt die in Frankreich lebende Macha Meril. Wieder dabei ist Mario Girotti, der mit Christian Wolff den dritten Synchronsprecher im dritten Film erhält. Auch mit dabei sind Heinz Erhardt und Antje Weisgerber. Einen hervorragenden Schurken gibt Harald Leipnitz in der Titelrolle. Als Regisseur ist zunächst Paul Martin vorgesehen, eigentlich ein Spezialist für Revuefilme oder Komödien. Doch dann bekommt Harald Philipp den Zuschlag. Nach der Premiere ist klar, daß Der Ölprinz nicht mehr den Qualitätsstandard der ersten Rialto-Produktionen hat.

Die CCC unter Artur Brauner bereitet 1965 ein neues Abenteuer von Kara Ben Nemsi vor: Durchs wilde Kurdistan. Brauner plant von vornherein, den Film in zwei in sich abgeschlossenen Folgen zu verfilmen. Allerdings hält Brauner seine Pläne bezüglich eines Zweiteilers streng geheim- nur ein Teil des Stabes weiß davon. Dies wird später für Brauner unangenehme Folgen haben. Drehort ist diesmal nicht Jugoslawien, sondern Spanien. Jugoslawien kann keine Wüste bieten- Spanien schon. Coproduzent ist diesmal Produciones Cinematograficas Balcazar. Bereits im Vorfeld gibt es Probleme mit dem Hauptdarsteller Lex Barker. Barker ist über Brauners Entscheidung, den Schatz der Azteken als Zweiteiler herauszubringen, nicht gerade erfreut. Der US-Schauspieler möchte ein Zusatzhonorar. Neben Barker spielen die schon aus dem Schut bekannten Ralf Wolter, Dieter Borsche und Chris Howland. Den Bösewicht spielt Djordje Nenadovic, besser unter seinem Künstlernamen Georg(e) Heston (dt. Sprecher Martin Hirthe) bekannt. Die weibliche Hauptrolle spielt wieder Marie Versini. Die Dreharbeiten aber werden für Brauner fast zum Desaster. Es kommt immer wieder zu Verzögerungen, wofür der berliner Produzent vor allem seinen spanischen Coproduzenten verantwortlich macht. Artur Brauner reist schließlich persönlich nach Spanien. Es kommt zu Auseinandersetzungen mit Balcazar, man droht gegenseitig mit Schadenersatzansprüchen. Um den Rückstand aufzuholen, engagiert Brauner ein zweites Drehteam unter der Leitung von Roy Rowland. Dann gibt es auch noch Streit zwischen Artur Brauner und Regisseur F. J. Gottlieb, der mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden ist. Schließlich entlässt Brauner den unzufriedenen Regisseur. Nachfolger wird Paco Perez Dolz. Auch das zweite Drehteam wird nochmals aktiv, diesmal unter der Leitung von Werner Klingler. Und tatsächlich- der Zweiteiler wird beendet. Durchs wilde Kurdistan wird von der Gloria in den Verleih gebracht. Teil zwei, Im Reiche des silbernen Löwen von der Nora Filmverleih GmbH & Co. KG in München. Doch auch nach der Premiere reißt für Artur Brauner der Ärger nicht ab. Es kommt zu Prozessen mit Lex Barker, Regisseur F. J. Gottlieb und dem Coproduzenten Balcazar.

Die Rialto produziert mit Winnetou, 3. Teil den Abschluß der Trilogie. Wieder soll Harald Reinl Regie führen, auch Lex Barker, Pierre Brice und Ralf Wolter sind wieder dabei. Den Bösewicht darf einmal mehr Rik Battaglia geben (aber diesmal mit der Stimme von Arnold Marquis), die weibliche Hauptrolle (die allerdings nicht allzu groß ausfällt) wird dem französischen Model Sophie Hardy (Stimme: Marianne Lutz) besetzt. Als bekannt wird, daß Horst Wendlandt Winnetou in seine neuen Produktion sterben lassen will, kommt es zu Protesten. Vor allem die Bravo ("Schämen Sie sich nicht, Herr Wendlandt?") macht Stimmung. Doch es bleibt dabei, Winnetou wird in die ewigen Jagdgründe einziehen. Bei der Premiere in der Essener Lichtburg kommt es zum Auflauf von Karl-May-Fans. Noch einmal kann die Constantin einen großen Publikumserfolg verzeichnen. Harald Reinl hat den Fim zwar routiniert in Szene gesetzt, an die früheren Produktionen kommt der Streifen aber nicht mehr heran.

Im August 1965 beginnen die Dreharbeiten zu Old Surehand, 1. Teil. Wieder spielt Stewart Granger den Old Surehand (und diesmal hat er wieder die Stimme von Heinz Engelmann) und Pierre Brice den Winnetou, wobei dessen Rolle recht klein ausfällt (was den vielen Pierre-Brice-Fans überhaupt nicht passt). Den Bösewicht-Part spielt Larry Pennell, der in Deutschland durch die TV-Serie Sprung aus den Wolken bekannt geworden ist. Daß Rainer Brandt die Stimme von Larry Pennell ist, ist natürlich klar. Für die weibliche Hauptrolle hat Wendlandt zunächst Liselotte Pulver vorgesehen, sie geht aber letztendlich an Letitia Roman. Wieder dabei ist auch Mario Girotti (den diesmal Joachim Ansorge sprechen darf). Regie führt Alfred Vohrer. Der Film hat mit Karl May nur noch wenig zu tun. Dafür orientiert man sich mehr an den Italo-Western. Doch das enttäuscht natürlich die Anhänger von Karl May. Der Film wird zwar kein Reinfall, aber ein Ende der Serie ist immer mehr abzusehen. Und einen zweiten Teil von Old Surehand wird es niemals geben.

In München planen die Brüder Georg und Franz Marischka eine weitere Karl-May-Verfilmung: Das Vermächtnis des Inka. Dafür wird extra eine eigene Firma gegründet: die Franz Marischka Film GmbH. Als Verleih wird die Nora in München fungieren. Als Coproduzenten kann man Firmen aus Österreich, Bulgarien und Spanien gewinnen. Für die Hauptrolle sind zunächst Schauspieler wie Joseph Cotten, Curd Jürgens, Hardy Krüger oder Stewart Granger im Gespräch. Die Rolle geht dann aber an Guy Madison, den Bösewicht aus Old Shatterhand. Wunschkandidat für die Rolle des Inkaprinzen wäre Horst Buchholz- doch der ist zu teuer. In die engere Wahl kommen dann Mario Girotti und Hans-Jürgen Bäumler; die Rolle geht dann an einen Amerikaner namens William Rothlein. Rothlein ist ein guter Schauspieler, doch während der Dreharbeiten macht er vor allem durch seinen Alkoholkonsum aufmerksam. Heinz Erhardt, Walter Giller und Chris Howland spielen die komischen Parts in dem Streifen. Auch Rik Battaglia ist wieder dabei. Als der Film am 09.04.1966 in München Premiere hat, zeichnet sich schon ab, daß es kein Erfolg wird. Die Franz Marischka Film GmbH muß kurz danach Konkurs anmelden. Franz Marischka wird einige Jahre später allerdings weitaus mehr kommerziellen Erfolg haben: seine Filmreihen Laß jucken Kumpel und Liebesgrüße aus der Lederhose gehören zu den finanziell erfolgreichsten Streifen der 1970er Jahre. Sie gehören allerdings zu einem ganz anderen Genre als Karl May.

1966 stehen bei der Rialto zunächst drei Karl-May-Filme auf dem Programm. Doch der geplante Old Surehand, 2. Teil wird niemals verfilmt. Zunächst soll Halbblut verfilmt werden. Später wird daraus Winnetou und das Halbblut Apanatschi. Die Hauptrollen spielen Pierre Brice und Lex Barker, wobei die Rolle von Brice größer als in Old Surehand, 1. Teil ist. Auch Götz George und Ralf Wolter sind wieder dabei. Das Halbblut Apanatschi darf eine junge Münchner Nachwuchsmimin spielen: Ursula "Uschi" Glas. Horst Wendlandt hat die junge Sekretärin entdeckt und ihr einen Exclusivvertrag gegeben. Wg. ihres bayerischen Dialektes wird sie von Marion Hartmann synchronisiert. Den Bösewicht spielt ein älterer Herr namens Ilija Dzuvalekovski (mit der Stimme von Klaus W. Krause); als Schurke überzeugen kann er leider nicht. Für die Regie hat Wendlandt Paul May vorgesehen. Paul May, der der münchner Kinopionierfamilie Ostermayr (so sein richtiger Nachname) entstammt ist ein Routinier. Seine 08/15 Reihe lief 1954/55 äußerst erfolgreich in den Kinos und verhalf Joachim Fuchsberger zum Durchbruch. Doch Paul May zeigt sich der Aufgabe nicht gewachsen; er wird durch Harald Philipp ersetzt. Der Film ist enttäuschend. Joe Hembus schreibt in seinem "Western-Lexikon": "Der alte Schwung ist hin. Beim achten Winnetou-Film der Wendlandt-Produktion ist außer Komponist Martin Böttcher keiner mehr vom Stab der ersten Karl-May-Western dabei, und die neue Mannschaft, vor allem Autor Fred Denger und Regisseur Harald Philipp, bietet lustlos nur Ersatz-Leistungen."

Für die nächste Produktion, Winnetou und sein Freund Old Firehand, will man neue Wege beschreiten. Der Film soll sich deutlich an den Italo-Western orientieren. Ein Vorhaben, daß nur scheitern kann. Als Verleih fungiert auch nicht mehr die Constantin, sondern der Columbia-Bavaria Filmverleih in München. Als Hauptdarsteller möchte Horst Wendlandt einen gestandenen US-Westernhelden. Kandidaten sind Robert Preston und Van Heflin, die Rolle bekommt dann Rod Cameron (Sprecher: Gerhard Geisler). Pierre Brice als Winnetou fungiert nur noch als Stichwortgeber, mit Karl May hat das alles nichts mehr zu tun. Die Story erinnert ein wenig an die glorreichen Sieben, für May-Fans ist der Film eine einzige Enttäuschung. Da hilft auch Marie Versini als Nscho-Tschi nicht. Joe Hembus urteilt in seinem "Western-Lexikon": "Der plumpe und unattraktive Rod Cameron war das Schlimmste, was den Winnetou-Filmen in einem Stadium, in dem der alte Elan ohnehin völlig verloren war und ein verderblicher Einfluß des amerikanischen Western sichtbar wurde (der Film wurde für einen US-Verleih [Columbia, A.d.A.] gedreht), passieren konnte. Der May'sche Mythen-Flair ist völlig verschwunden, die Story verläuft sich in unsägliche Nebenhandlungen, das Publikum bleibt nur noch wach, weil dauernd irgend jemand eine Ladung Dyanmit zündet." Übrigens wird Pierre Brice in diesem Film nicht mehr von Thomas Eckelmann, sondern von Thomas Danneberg, der Anfang 1967 noch am Beginn seiner Synchronkarriere steht, gesprochen. Möglicherweise ist diese Umbesetzung auch auf die Neuorientierung zurückzuführen.

Mit Winnetou und sein Freund Old Firehand enden die Karl-May-Filme der Rialto. Horst Wendlandt plant für 1967 zwar noch den Streifen Winnetour im Tal des Todes, aber dazu wird es nicht mehr kommen.

Mehr Ausdauer hat Artur Brauner. Der CCC-Chef macht sich 1968 auf, nochmals Shatterhand und Winnetou auf die Leinwand zu bringen. Noch einmal soll Dr. Harald Reinl als Regisseur einen Streifen drehen, der möglichst an die Erfolge der ersten Produktionen anschließen kann. Neben Lex Barker und Pierre Brice (diesmal wieder mit Thomas Eckelmanns Stimme!), Reinl-Ehefrau Karin Dor und Ralf Wolter ist auch Rik Battaglia wieder als Bösewicht dabei, diesmal allerdings nicht von Rainer Brandt, sondern von Rolf Schult gesprochen. Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten, so der endgültige Titel, wird deutlich besser als die letzten Rialto-Produktionen. Aber die Zeit der May-Filme ist endgültig vorbei.

Einige Jahre später gibt es Karl-May dann im Fernsehen. Das ZDF läßt zwei Staffeln der Serie Kara Ben Nemsi Effendi 1973 und 1975 verfilmen. Die Hauptrollen spielen Karl Michael Vogler (Kara) und Heinz Schubert (Halef). 1980 folgt dann Mein Freund Winnetou, eine internationale Coproduktion mit Pierre Brice in der Hauptrolle. Außerdem dabei sind Siegfried Rauch (Old Shatterhand) und Ralf Wolter (Sam Hawkens). Die Serie hat mit Karl May überhaupt nichts zu tun und ist schlichtweg langweilig. Nicht viel besser ist Winnetous Rückkehr (1998), ein Zweiteiler im ZDF mit Pierre Brice als gealtertem Winnetou.

 

Verwendete Literatur: Michael Petzel: Karl-May-Filmbuch, Karl-May-Verlag, Bamberg/Radebeul; Joe Hembus: Western-Lexikon, Heyne-Verlag, München

 

 

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