Die Tarzan Filme
1912 erschien der erste Tarzan-Roman "Tarzan of the Apes" von Edgar Rice Burroughs. Sechs Jahre später wurde dieser Roman unter seinem Originaltitel verfilmt. Der Tarzan wurde von Elmo Lincoln (eigentlich Otto Elmo Linkenhelt) verkörpert, der im Leopardenfell durch den (künstlichen) Dschungel lief. Im gleichen Jahr erschien eine Fortsetzung in den US-Kinos, Romance of Tarzan, auch wieder mit Elmo Lincoln. 1920 holte man den ehemaligen Feuerwehrmann Gene Pollar (eigentlich Joseph C. Pohler) für The Revenge of Tarzan vor die Filmkamera. Schauspielerisch war der Feuerwehrmann dem Ganzen allerdings nicht gewachsen. Nach einem Zwischenspiel mit Perce Dempsey Tabler in The Son of Tarzan (1921), bei dem der Darsteller des Tarzan-Sohnes, Kamuela Searle, schwer verunglückte und wenig später den Verletzungen erlang, kam Elmo Lincoln für das Serial Adventures of Tarzan wieder zum Einsatz. Erst 1927 wurde dann ein neuer Tarzan produziert: Tarzan and the Golden Lion (Tarzan und der goldene Löwe) mit dem späteren Burroughs-Schwiegersohn James H. Pierce. Pierce selbst war von dem Streifen enttäuscht; er trat später noch gelegentlich in kleinen Rollen vor die Kamera. Frank Merrill verkörperte dann 1928 in Tarzan the Mighty (Tarzans neue Dschungelgeschichten) und 1929/30 in Tarzan the Tiger (Tarzan, der Tiger) die Dschungelfigur. Der letztere Film entstand zur Schwelle zum Tonfilm; so wurde der Film nachträglich mit Musik und Toneffekten versehen. Für den Tonfilm selbst eignete sich Merrill nicht; seine Stimme reichte nicht aus...1932 besetzte man die Rolle neu: der beste Schwimmer der 1920er Jahre, Olympiasieger Johnny Weissmuller übernahm in Tarzan the Apemann (Tarzan, der Herr des Urwalds) die Titelrolle. Und Weissmuller wurde der erfolgreichste Tarzan der Filmgeschichte. Von 1932 bis 1948 spielte er in 12 Filmen der MGM und RKO die Titelrolle. Weissmuller bekam in den 1930er Jahren allerdings gleich mehrmals Konkurrenz: 1933 spielte Larry "Buster" Crabbe in Tarzan the Fearless- auch er ehemaliger Schwimmer. 1935 kamen Tarzans New Adventures in die US-Kinos. Diesmal wurde Tarzan vom ehemaliger Kugelstoß-Olympiateilnehmer Herman Brix verkörpert. Brix nahm etwas später Schauspielunterricht, nannte sich Bruce Bennett und wurde ein angesehener Charakterschauspieler in Hollywood. Ganz schlimm muß Tarzan's Revenge aus 1938 geworden sein, mit dem Zehnkampf-Olympiasieger von 1936, Glenn Morris. Tarzan hat darin nur einen zehnminütigen Auftritt; größer war die Rolle seiner weiblichen Partnerin, Eleanor Holm. Miß Holm war Goldmedaillengewinnerin 1932 im Rückenschwimmen; 1936 flog sie allerdings wegen "exzessivem Trinken und häufigen Würfelspielen" aus dem US-Team (nach anderen Berichten soll sie zuviel mit den männlichen Kollegen geflirtet haben...). Glenn Morris, der im Film vier Wörter sagen durfte, mußte nach dem Mißerfolg des Filmes seine Schauspielkarriere beenden und schlug sich als Versicherungsagent durch. Nachdem Johnny Weissmuller 1948 für die Tarzan-Rolle etwas zu alt (und füllig) geworden war (außerdem hatte er Streit mit dem Produzenten der Serie, Sol Lesser) mußte ein neuer Tarzan-Darsteller her: fündig wurde man mit Lex Barker, der bislang in kleinen Rollen gespielt hatte. Bis 1953 agierte er durchaus überzeugend in fünf Filmen; dann allerdings hatte er von dem einsilbigen Dschungelhelden die Nase voll und versuchte sich in anderen Hollywood-Produktionen- mit nicht überragendem Erfolg. Seine große Zeit sollte etwas später kommen: in den Karl-May-Verfilmungen der Rialto und der CCC in Deutschland. 1955 bekam der ehemalige Bodybuilder Gordon Scott (eigentlich Gordon Werschkul) Gelegentheit Tarzan zu spielen. Im ersten Film, Tarzan's Hidden Jungle (Tarzan und der schwarze Dämon) agierte er noch recht unbeholfen. Doch immerhin heiratete er seine Filmpartnerin Vera Miles (die Ehe hielt allerdings nur bis 1959). Nachdem er Schauspielunterricht genommen hatte, spielte er in vier weiteren Filmen bis 1960 die Titelrolle. 1959 drehte MGM ein Remake von Tarzan the Apeman (Tarzan, der Herr des Urwalds) mit dem Basketballer Dennis Miller. Der Film, ein billig hergestellter Streifen, mit viel Archivmaterial angereichert, gehört zu den schlechtesten Tarzan-Filmen der Geschichte. Der ehemalige Stuntman und Filmbösewicht Jock Mahoney wurde, nachdem Gordon Scott sich in den italienischen Sandalenfilm verabschiedet hatte, der neue Tarzan. Mahoney war 1962 in Tarzan Goes To India (Tarzan erobert Indien) bereits 43 Jahre alt. Im Nachfolgefilm Tarzan's Three Challenges (Tarzans Todesduell) erkrankte Mahoney an einer Infektion. Er brauchte lange Zeit, um sich davon zu erholen. 1966/67 war Mike Henry als Tarzan im Kino zu sehen. Er hinterließ allerdings keinen sonderlichen Eindruck. Erst 1981 kam dann ein neuer Tarzan in die Kinos: Tarzan the Apeman (Tarzan, Herr des Urwalds) war allerdings ein Vehikel für Bo Derek, die darin ihren Körper präsentieren durfte. In einer Nebenrolle als Tarzan: Miles O'Keeffe (der über Grunzlaute nicht hinauskam). 1984 entstand dann Greystoke- The Legend of Tarzan, Lord of the Apes (Greystoke- die Legende von Tarzan, Herr der Affen). Der Film mit Christopher Lambert als Tarzan und Andie McDowell als Jane versuchte sich eng an die Romanvorlage zu halten. Später spielten dann noch Darsteller wie Joe Lara oder Casper van Dien den Tarzan.

Johnny Weissmuller als Tarzan in:
Tarzan, der Affenmensch (1932)
Tarzans geheimer Schatz (1941)
Tarzans Abenteuer in New York (1942)
Tarzan, Bezwinger der Wüste (1943)
Tarzan und die Amazonen (1945)
Tarzan und das Leopardenweib (1946)

Lex Barker als Tarzan in:
Tarzan und das blaue Tal (1949)
Tarzan und das Sklavenmädchen (Tarzan greift ein, 1950)
Tarzan rettet die Dschungelkönigin (Tarzan und die Dschungelkönigin, 1951)
Tarzan, der Verteidiger des Dschungels (1952)
Tarzan bricht die Ketten (1953)

Gordon Scott als Tarzan in:
Tarzan und der schwarze Dämon (1955)
Tarzan und die verschollene Safari (1957)
Tarzans Kampf ums Leben (1958)
Tarzans größtes Abenteuer (1959)
Weitere Tarzan-Verfilmungen (mit den Tarzan-Darstellern):
1918 - Tarzan of the Apes (Tarzan
bei den Affen) - Elmo Lincoln
1918 - Romance of Tarzan - Elmo Lincoln
1920 - The Revenge of Tarzan - Gene Pollar
1921 - The Son of Tarzan - Perce Dempsey Tabler
1921 - Adventures of Tarzan (Tarzans Rückkehr in den Urwald)
- Elmo Lincoln
1927 - Tarzan and the Golden Lion (Tarzan und der goldene
Löwe) - James H. Pierce
1928 - Tarzan the Mighty (Tarzans neue Dschungelgeschichten)
- Frank Merrill
1929 - Tarzan the Tiger (Tarzan der Tiger) - Frank
Merrill (Stummfilm mit Toneffekten)
1933 - Tarzan the Fearless - Larry "Buster" Crabbe
1935/38 - The New Adventures of Tarzan (Tarzans neuste
Abenteuer; 2 Teile) - Herman Brix
1938 - Hawk of the Wilderness (Tarzan auf der Schatzinsel)
- Herman Brix
1938 - Tarzan's Revenge - Glenn Morris
1959
- Tarzan the Apeman (Tarzan, der Herr des Urwalds) -
Dennis Miller
1962 - Tarzan
goes to India (Tarzan erobert Indien) - Jock Mahoney )
1963 - Tarzan's Three Challengers (Tarzans Todesduell) -
Jock Mahoney (dt. Sprecher: Horst Niendorf)
1966 - Tarzan and the Valley of Gold - Mike Henry
1967 - Tarzan and the great River (Tarzan am großen Fluß)
- Mike Henry (dt. Sprecher: Edgar Ott)
1967 - Tarzan and the Jungle Boy (Tarzan und der Dschungelboy)
- Mike Henry (dt. Sprecher: Gernot Duda)
1981 - Tarzan the Ape Man (Tarzan, Herr des Dschungels)
- Miles O'Keeffe
1983 - Greystoke - The Legend of Tarzan (Greystoke- die
Legende von Tarzan) - Christopher Lambert (dt. Spr: Manfred
Lehmann)
Tarzan in Deutschland
Die allererste Tarzan-Verfilmung Tarzan of the Apes hatte in Deutschland erst 1970 als Tarzan bei den Affen im ZDF seine Erstaufführung. Es lief allerdings nur eine 45minütige Fragmentfassung, wobei die englischen Zwischentitel deutsch eingesprochen waren. Über die weiteren Stummfilmverfilmungen und ihr Schicksal in Deutschland ist mir bislang wenig bekannt; Tarzan und der goldene Löwe lief jedenfalls 1996 auf arte. Und Tarzan der Tiger, die letzte Stummfilmverfilmung, soll 1931 in Deutschland gelaufen sein. Johnny Weissmullers erster Tarzan-Auftritt startete am 09.01.1933 unter dem Titel Tarzan, der Herr des Urwalds in den deutschen Kinos. Das Publikum kam sogar in den Genuss einer Synchronfassung. Leider sind über die deutsche Fassung keine Infos überliefert. Der Film wurde von der ARD 1972 neu synchronisiert (Titel: Tarzan, der Affenmensch) und läuft in dieser Fassung auch im TV und ist in der Version auch auf DVD erschienen. Die Nationalsozialisten konnten mit einem Affenmenschen natürlich nichts anfangen; Tarzan, der Herr des Urwalds wurde schon bald aus dem Verkehr gezogen. Angeblich soll Herman Brix' Tarzan-Verfilmung The New Adventures of Tarzan 1935 in Deutschland gelaufen sein; was allerdings aufgrund der Nazi-Ideologie äußerst merkwürdig wäre. Im Grunde beginnt die Geschichte der Tarzan-Filme erst 1950. Liefen bis dahin die US-Filme mehr unter dem Stichwort "Reeducation" (Umerziehung, wobei die Amerikaner den Weg dahin häufig änderten), so wurde der Filmmarkt in Deutschland für die US-Gesellschaften wieder interessant. Die neugeschaffene D-Mark erwies sich als solide und "harte" Währung und die Kassen konnten wieder klingeln. Am 6. Januar 1950 startete RKO mit Tarzan und die Amazonen, MGM folgte wenige Tage später mit Tarzan's Abenteuer in New York. Auch Herman Brix war wieder dabei, Tarzan's neueste Abenteuer startete als Zweiteiler. Glücklicherweise setzten sowohl RKO als auch MGM mit Wilhelm Borchert für Johnny Weissmuller denselben Sprecher ein. Bei Maureen O'Sullivan allerdings tat sich MGM schwer; sie hatte wechselnde Stimmen, u.a. Elisabeth Ried, die sie in Tarzan und sein Sohn sprach. Besser machte es RKO, die für "ihre" Jane (Brenda Joyce) die heute leider kaum noch bekannte Rose Sybille Lorandt einsetzte. Bis 1953 erschienen acht Weissmuller-Streifen in den deutschen Kinos. Für seinen Einsatz in Deutschland wurde Weissmuller natürlich wieder eingedeutscht; und so hieß er bei uns Johnny Weissmüller. 1959 und 1961 kamen mit Tarzan, Bezwinger der Wüste und Tarzans geheimer Schatz noch zwei MGM-Nachzügler in die deutschen Kinos. Für Tarzan und die Nazis war erst 1971 im ZDF Platz. Im Kino der Adenauer-Ära wäre der Film undenkbar gewesen. Lex Barker hatte mit fünf Tarzan-Verfilmungen zwischen 1952 und 1954 seinen Kinoeinsatz in Deutschland. Vermutlich setzte die Simoton-Film (die für RKO die deutschen Fassungen erstellte) in allen Filmen Horst Niendorf für Lex Barker ein. Leider läßt sich das für die Filme Tarzan und das blaue Tal und Tarzan, Verteidiger des Dschungels derzeit nicht überprüfen; beide Filme laufen nur in TV-Synchronisationen. Tarzan, Verteidiger des Dschungels wurde vom ZDF 1969 neu eingedeutscht (mit Claus Jurichs als Barker-Sprecher), Tarzan und das blaue Tal rd. zwanzig Jahre später (mit Gunnar Helm als Sprecher für Lex Barker). Auch Gordon Scott, der 1955 mit Tarzan und der schwarze Dämon seinen ersten Einsatz in den deutschen Kinos hatte, bekam in sechs Filmen gleich vier deutsche Stimmen. Eckart Dux sprach ihn in Tarzan und der schwarze Dämon (RKO-Verleih, Synchronstudio Simoton). Als MGM die nächsten beiden Filme in Eigenregie bearbeitete, entschied man sich zunächst für den bei MGM immer wieder gern eingesetzten Hans Dieter Zeidler (Tarzan und die verschollene Safari) um dann für Tarzans Kampf ums Leben zu Eckart Dux zurückzukehren. Danach wurden Tarzans größtes Abenteuer und Tarzan der Gewaltige von Paramount verliehen, die bei Wenzel Lüdeckes Berliner Synchron eingedeutscht wurden. Horst Niendorf durfte in beiden Filmen Gordon Scott stimmdoubeln. Niendorf blieb dann auch bei den beiden Jock-Mahoney-Tarzan Filmen Tarzan erobert Indien und Tarzans Todesduell (beide von MGM verliehen und bearbeitet) die deutsche Stimme des Affenmenschen. 1962 ließ übrigens der unermüdliche Erich J. A. Pietrek noch einmal Herman Brix antreten: der 1938 gedrehte Streifen Hawk of the Wilderness war eigentlich kein Tarzan-Film. Das machte Pietrek aber nichts aus, und so hießt der Film bei uns Tarzan auf der Schatzinsel (wobei der Hauptdarsteller keinen Lendenschurz, sondern eine lange Hose trug...). Der 1970 im deutschen Fernsehen (ZDF) gelaufene Tarzan und die Jäger mit Gordon Scott war kein Kinofilm, sondern ursprünglich für eine TV-Serie gedacht. Für die ZDF-Fassung sprach Thomas "Tommi" Piper für Gordon Scott. Recht erfolgreich lief übrigens Anfang der 1970er Jahre eine TV-Serie mit Ron Ely im ZDF. Hier sprach Christian Wolff den Tarzan.
Johnny
Weissmuller
wird am 02. Juni 1904 in Freidorf im Banat (damals Österreich-Ungarn,
heute Rumänien) als Johann (genannt Hans) Weissmüller geboren
und als János Weiszmüller im Kirchenregister eingetragen. Seine
Vorfahren stammen aus der Pfalz und sind Banater Schwaben. Anfang
1905 wandern die Eltern Peter und Elisabeth Weissmüller in die
USA aus. Die Familie zieht nach Windber/ Pennsylvania. Dort
arbeitet der Vater zunächst als Bergmann, dann als Arbeiter in
einer Brauerei, später macht er sich mit einer kleinen Bierbar
selbständig. Peter Weissmüller wird zum Alkoholiker, der seine
Ehefrau regelmäßig mißhandelt. Später verläßt er die
Familie; die Ehe wird 1925 geschieden. Johnny Weismuller (die
Familie nennt sich seit der Einwanderung Weissmuller) behauptet
später allerdings, sein Vater wäre 1918 an Tuberkulose
verstorben. In Wirklichkeit stirbt Peter Weissmuller 1938 in
Chicago. Gelogen ist auch Johnny Weissmullers spätere Behauptung,
er selbst wäre 1904 in Windber/Pennsylvania geboren. Die Lüge
hat allerdings auch seinen Hintergrund. Johnny Weissmuller wird
Anfang der 1920er Jahre der erfolgreichste Schwimmer der USA. Mit
seinem neuen Kraulstil schwimmt er einen Rekord nach dem anderen.
Aber als er 1924 bei den Olympischen Spielen in Paris für die
USA an den Start gehen soll, besitzt Weissmuller nicht die
amerikanische Staatsbürgerschaft. Mit der Geburtsurkunde seines
in den USA geborenen, ein Jahr jüngeren Bruders Peter (der im
Kirchenregister fälschlicherweise als "Peter John
Weissmuller" eingetragen ist), darf er dann doch starten.
1924 gewinnt Weissmuller in Paris drei Goldmedaillen, 1928 in
Amsterdam werden es zwei Goldmedaillen. 1930 beendet er seine
Schwimmlaufbahn. Es gibt verschiedene Versionen, wie Weissmuller
für die Tarzan-Rolle entdeckt wurde; Tatsache ist jedoch, das er
der erfolgreichste Tarzan-Darsteller der Filmgeschichte wird. Mit
seinem Vertrag bei MGM muß sich der Jungschaupieler aber auch
einem gnadenlosen System unterwerfen. MGM zwingt Weissmuller,
sich von seiner Ehefrau Bobbe Arnst, einer Tänzerin, zu trennen.
Von 1933 bis 1939 ist er mit der temperamentvollen Schauspielerin
Lupe Velez verheiratet. Die turbulente Ehe endet im Chaos. Nach
seiner Scheidung heiratet Weissmuller 1939 die 21jährige Beryl
Scott, mit der er drei Kinder hat. Doch 1943 scheitert auch diese
Ehe. 1948 heiratet er die Golfspielerin Allene Gates- doch auch
diese Ehe zerbricht. 1963 heiratet Johnny die Deutsche Maria
Baumann; mit ihr lebt er bis zu seinem Tod zusammen. Nachdem
Weissmuller 1948 zum letztenmal den Tarzan spielt, übernimmt er
im gleichen Jahr die Figur des Jungle-Jim. Bis 1955
erscheinen 16 Filme mit Weissmuller in der Titelrolle,
anschließend eine TV-Serie. Doch danach ist seine Filmlaufbahn
endgültig beendet. Weissmuller versucht sich ohne viel Glück
als Geschäftsmann. 1973 begrüßt er im Caesar's Palace Hotel in
Las Vegas die Hotelgäste. Zwischen 1974 und 1984 erleidet er
mehrere Schlaganfälle. Er stirbt verarmt am 20. Januar 1984 in
Acapulco.
Lex
Barker
wird am 08. Mai 1919 als Alexander Crichlow Barker jr. in Rye,
New York geboren. Sein Studium als Bauingenieur bricht er nach
kurzer Zeit ab, um eine Schauspielausbildung beginnen zu könne.
Der zweite Weltkrieg unterbricht den Beginn seiner Schauspiel-Karriere.
Er meldet sich freiwillig zur Infanterie. Er kämpft in
Nordafrika und Italien und wird dabei schwer verwundet. 1945
scheidet es als jüngster Major der US-Armee aus dem Dienst.
Danach beginnt er mit kleinen Rollen seine Filmlaufbahn. Aufgrund
seines guten Aussehens und seiner guten Physis wird er 1948
Nachfolger von Johnny Weissmuller als Tarzan. Nach fünf Filmen
hängt Barker die Rolle an den Nagel und übernimmt Aufgaben in
Westernfilmen oder Krimis. Doch Ende der 1950er Jahre bleiben
Rollenangebote aus. Wie viele andere US-Kollegen geht Barker nach
Europa. Zunächst spielt er in italienischen Abenteuerfilmen,
dann auch in deutschen Filmen von Artur Brauners CCC (Das
Stahlnetz des Dr. Mabuse, Die unsichtbaren Krallen des
Dr. Mabuse). Für Horst Wendlandt, Produktionschef der
Rialto-Film in Berlin, ist er der ideale Shatterhand-Darsteller
seiner geplanten Karl-May-Reihe. Obwohl Barker dem Ganzen
zunächst skeptisch gegenübersteht, unterschreibt er. Mit Der
Schatz im Silbersee (1962) beginnt eine Erfolgsserie. Barker
spielt neben der "Old Shatterhand" auch die Karl-May
Figuren "Kara Ben Nemsi" und "Dr. Karl Sternau"
für Brauners CCC-Produktion. Daneben besingt Barker auch
Schallplatten ("Ich bin morgen auf dem Weg zu Dir/ Mädchen
in Samt und Seide", 1965). 1966 erhält Barker den Bambi als
beliebtester ausländischer Darsteller in Deutschland. Als 1968
die letzte Karl-May-Verfilmung Winnetou und Shatterhand im
Tal der Toten erscheint, bleiben Rollenangebote
anschließend weitgehend aus. 1970 darf er noch im Roy-Black-Schlagerfilm
Wenn Du bei mir bist mitwirken, danach hat er noch
Gastauftritte in Krimiserien wie FBI. Drei Tage nach
seinem 54. Geburtstag stirbt Lex Barker auf offener Straße in
Manhattan/New York an einem Herzinfarkt. Barker ist fünfmal
verheiratet und hat drei Kinder: 1942 bis 1950 mit Constance
Thurlow (Tochter Lynne und Sohn Alexander), 1951/52 mit Arlene
Dahl, 1953 bis 1957 in turbulenter Ehe mit Filmstar Lana Turner,
1959 bis 1962 mit der Irene Labhardt (mit der 1962 verstorbenen
Schweizerin hat er den Sohn Christopher) und von 1965 bis zu
seinem Tod 1973 mit Maria del Carmen Rosario Cervera Fernandez de
la Guerra (auch als Carmen "Tita" Cervera bekannt).
Gordon Scott
wird als Gordon M. Werschkul am 03.August 1927 in Portland/Oregon
geboren. Nach Schulzeit und Armeedienst versucht er sich in
verschiedenen Berufen. Er arbeitet im Las Vegas Sahara Hotel als
Bademeister, als er von Tarzan-Produzent Sol Lesser als
Nachfolger von Lex Barker ausgewählt wird. Während der
Dreharbeiten zu Tarzan und der schwarze Dämon heiratet
er seine Kollegin Vera Miles (Sohn Michael wird 1957 geboren),
von der er 1959 geschieden wird. Nach seinem ersten Tarzan-Auftritt
nimmt Gordon Scott, wie er sich nunmehr nennt,
Schauspielunterricht und wird ein akzeptabler Tarzan-Darsteller.
Nach seinem letzten Auftritt 1960 in Tarzan, der Gewaltige wendet
er sich dem italienischen Sandalen-Film zu. Er spielt
Muskelmänner wie Remus, Goliath, Samson oder Herkules. Als Mitte
der 1960er Jahre dieses Genre seinen Höhepunkt überschritten
hat, übernimmt er einige Rollen in Italo-Western und zieht sich
1967 vom Filmgeschäft zurückt. Er stirbt am 30. April 2007 an
den Folgen einer Herzoperation.
Verwendete Literatur: Manfred Bernhard: Die Tarzan-Filme (Heyne Filmbibliothek); Johnny Weissmüller (Begleitheft zur Ausstellung im Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, 2004); Reiner Boller/ Julian Lesser: Tarzan und Hollywood (Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)