
Synchronsprecher Kurzporträts C
Joachim Cadenbach
(11.03.1925, Berlin - 12.04.1992, Izmir/ Türkei)
Joachim Cadenbach war die deutsche Stimme von Jim Davis in der TV-Serie Dallas. Seine bekannteste Synchronrolle war aber "Baghira" in Disneys Das Dschungelbuch. Weitere Synchronrollen: Ernest Borgnine (Das schwarze Loch), Patrick McGoohan (Flucht von Alcatraz), Jack Warden (Der Himmel soll warten) oder George Kennedy (Tod auf dem Nil; Verschollen im Bermuda-Dreieck; Verstecktes Ziel). Seine weiteren Betätigungsfelder waren äußerst vielfältig; so war er Buchautor (Biografie "Hans Albers"), er machte Schallplatten ("Mein Dallas") und moderierte Hörfunksendungen. 1957 spielte er neben Hildegard Knef, Bernhard Wicki und Hannes Messemer im Kinofilm Madeleine und der Legionär. Viele Jahre moderierte Cadenbach auch die ARD-Sendung "Magazin der Woche". Er ist 1992 bei einem Unfall in der Türkei ums Leben gekommen.
Carl-Heinz Carell
(16.12.1895, Oldenburg - 06.06.1958, Berlin-Charlottenburg)
Carl-Heinz Carell wurde in den 1950er Jahren oft in Nebenrollen eingesetzt. Besonders in Erinnerung bleiben dabei seine Synchronarbeiten für Walter Brennan (Über den Todespaß; Liebe in der Wildnis) oder James Gleason (Die Nacht des Jägers). Carell, dessen Stimme die norddeutsche Herkunft nicht verleugnen konnte, war auch eine ausgezeichnete Besetzung für "Slim" Summerville in Im Westen nichts Neues (DF von 1952). Im Kino war Carell nur selten zu sehen. Kleinere Rollen spielte er in Paul Wegeners August der Starke (1936) und in Mädchen hinter Gittern (1949).
Lina Carstens

Lina Carstens (Mitte)
mit Gernot Duda (links, mit Hammer) und Heinz Rühmann in Das
schwarze Schaf (1960)
(06.12.1892, Wiesbaden - 22.09.1978, München)
Lina Carstens nimmt nach dem Besuch der höheren Mädchenschule Schauspielunterricht bei Hans Oberländer in Wiesbaden. 1911 bekommt sie ihr erstes Engagement am Hoftheater in Karlsruhe. Weitere Theaterstationen sind Leipzig, Hamburg, München und Berlin. Sie spielt Rollen wie Marthe Rull in "Der zerbrochene Krug" oder die Mutter Wolffen in "Der Biberpelz". Nach dem Krieg spielt sie Theater in Koblenz ("Mutter Courage"), Stuttgart und München. Von zwei Stummfilmrollen abgesehen, ist sie seit 1935 regelmäßig in Kinofilmen zu sehen, im Gegensatz zu ihren Theaterauftritten hier fast immer in Nebenrollen. So spielt sie in den "Pater-Brown"-Komödien mit Heinz Rühmann (Das schwarze Schaf, 1960; Er kanns nicht lassen, 1962) dessen Haushälterin. Dem breiten Publikum bekannt wird sie durch die Fernsehserie Der Bastian (1973) als resolute Großmutter von Horst Janson. Ihren größten Kinoerfolg feiert Lina Carstens in Bernhard Sinkels Lina Braake (1975), mit Fritz Rasp als Partner. Zu ihren Synchronrollen zählen Sybil Thorndike (Die rote Lola), May Robson (Tom Abenteuer), Margaret Rutherford (Blockade in London) oder Jullan Kindahl (Wilde Erdbeeren). Lina Carstens ist mit Otto Ernst Sutter, einem Autoren, verheiratet, ihr einziges Kind fällt im zweiten Weltkrieg. Am 22. September 1978 stirbt Lina Carstens in einem Münchner Krankenhaus.
Horst Caspar

Horst Caspar in
Friedrich Schiller (1940)
(20.01.1913, Radegast/ Anhalt - 27.12.1952, Berlin/West)
Horst Caspar wächst nach dem frühen Tod seiner Eltern in Berlin auf. Dort nimmt er auch Schauspielunterricht bei Lucie Höflich und Ilka Grüning. 1933 spielt er Bochumer Stadttheater, 1938 holt ihn Otto Falckenberg an die Münchner Kammerspiele. Caspar spielt jugendliche Helden wie den "Hamlet" oder den "Faust". 1940 wechselt er ans Berliner Schillertheater, wo er bis zur kriegsbedingten Schließung 1944 tätig ist. 1940 ist er in Herbert Maischs Die Räuber erstmals auf der Kinoleinwand zu sehen. Ein großer Erfolg wird im gleichen Jahr (und vom gleichen Regisseur) Friedrich Schiller- Triumph eines Genies. 1943 wird er für Veit Harlans Durchhalteepos Kolberg verpflichtet. Er spielt in dem geschichtsverfälschenden Werk (das Anfang 1945 nur noch in wenigen Kinos zu sehen war) den preußischen Generalfeldmarschall Gneisenau, der mit fanatischer Härte für Disziplin in der von Napoleons Truppen belagerten Stadt sorgt. Die ihm in den Mund gelegten Durchhalteparolen stammen zum Teil aus der Feder des Propagandaministers Goebbels. Nach dem Krieg wird Caspar Mitglied des Düsseldorfer Schauspielhauses. Er dreht nur noch zwei Filme: 1949 Begegnung mit Werther, 1950 ist er in Helmut Käutners Epilog als Reporter Peter Zabel zu sehen. Er ist auch mehrmals als Synchronschauspieler tätig. So spricht er Daniel Gelin in Jugend von heute, Henri Vidal in Die Karriere der Doris Hart und William Holden in Die ist nicht von gestern. Horst Caspar heiratet 1944 die Kollegin Antje Weisgerber. Dem Paar war zunächst die Heirat verweigert worden, da Caspar keinen vollständigen "Ariernachweis" erbringen kann. Im Frühjahr 1952 erkrankt Horst Caspar an einer rätselhaften Virusgrippe von der er sich nicht mehr erholt. Er stirbt am 27. Dezember 1952. Das Ehepaar Antje Weisgerber und Horst Caspar hat zwei Kinder, Frank und Renate. Frank stirbt nur wenige Tage nach seinem Vater an Krebs.
Neu eingestellt am 09.07.2008
Scarlet Cavadenti
(Scarlet Lubowski)
(08.03.1965)
Scarlet Cavadenti hatte als Kind ihre bekannteste Synchronrolle: sie war die deutsche Stimme der Trickfigur Biene Maja. Sie setzte ihre Synchronlaufbahn später fort: in der TV-Serie Xena spricht sie Renée O'Connor, in der Serie Melrose Place Kristin Davis, in Sunset Beach sprach sie Kelly Hu. Scarlet Cavadenti lebt mit ihrer Familie in Italien.
Überarbeitet am 12.07.2006
Michael Chevalier
(14.05.1933, Berlin)
Michael Chevalier beginnt seine Theaterlaufbahn am Berliner Hebbel-Theater. Weitere Theaterstationen sind Hannover, Coburg und Gießen, aber seit 1961 wieder (West-)Berlin. Michael Chevalier spielte u.a. in den Kinofilmen Tausend Melodien (1956) oder Der Zinker (1963). Im Fernsehen spielte er in der Serie Manni, der Libero. Seit 1951 ist Michael Chevalier (Claude Jarman jr. in Rio Grande) im Synchrongeschäft (über 1050 Synchronrollen). Seitdem hat er mehr als 950 Filme synchronisiert. Er sprach Charles Bronson (Spiel mir das Lied vom Tod), Omar Sharif (Dr. Schiwago), Steve McQueen (Kanonenboot am Yangtse-Kiang), Richard Widmark (Das Kommando), Oliver Reed (Gladiator), Richard Harris (Die Wildgänse kommen), Robert Wagner (Prinz Eisenherz) oder John Cassavetes.
überarbeitet am 22.11.2011
Marius Clarén

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Marius Clarén
(Marius Götze-Clarén)
(21.12.1978, West-Berlin)
Marius Clarén hat schon als Kind erste Synchronrollen gesprochen. Inzwischen ist er ein vielbeschäftigter Synchronschauspieler. Er ist die deutsche Standardstimme von Tobey Maguire (u.a. Spiderman 1-3; Pleasantville; Die Wonder-Boys), Jake Gyllenhaal (u.a. The Day after Tomorrow; Brokeback Mountain, Zodiac) und Chris Klein (u.a. American Pie). Außerdem ist er als Synchronbuchautor tätig (u.a. Bridget Jones- Schokolade zum Frühstück; 40 Tage und 40 Nächte; Jackass: the Movie).
Neu eingestellt am 28.10.2007
Hans Clarin
(14.09.1929, Wilhelmshaven - 28.08.2005, Aschau/Chiemgau)
Hans Clarin lebt nach der Gymnasialzeit in Frankfurt zunächst in Ulm. Er gibt sein Theaterdebüt in München (Kammerspiele; Bayerisches Staatsschauspiel- seit 1961 bayer. Staatsschauspieler). 1952 feiert er im Märchenfilm Zwerg Nase sein Kinodebüt. Weitere Kinorollen sind Das Wirtshaus im Spessart (1957), Helden (1958), Max, der Taschendieb (1962), Das indische Tuch (1963), Engelchen- oder die Jungfrau von Bamberg (1967), Pippi Langstrumpf (1969). TV-Filme oder Serien sindn u.a. Der Millionenbauer (1979), In Amt und Würden (1985), Rivalen der Rennbahn (1989), Peter und Paul (1992). Anfang der 1960er Jahre macht Hans Clarin durch seine Stimme eine Krimiserie zu einem echten TV-Renner: er ist der deutsche Sprecher von Ed Byrnes in 77 Sunset Strip ("Kookie" mit dem "Kiekser"). Später spricht er dann die Trickfigur Pumuckl in der gleichnamigen Serie. In Hörspielen spricht er das Gespenst "Hui Buh". Seit 1984 wohnt der Wahlbayer im oberbayrischen Chiemgau. Er hat dort einen über 450 Jahre alten Bauernhof erworben. Clarin ist in erster Ehe mit Irene Reiter verheiratet (3 Töchter; Tochter Irene [*1955] ist ebenfalls Schauspielerin!). Mit seiner zweiten Ehefrau, Margarethe Freiin von Cramer-Klett, hat er zwei Kinder. 1995 heiratet er in dritter Ehe Christa Maria Gräfin von Hardenberg. Am 28. August 2005 stirbt Hans Clarin auf seinem Bauernhof in Aschau/Chiemgau.
Hans Walter Clasen
(1923, Unkel am Rhein - 1979, Unkel am Rhein)
Hans Walter Clasen war besonders in den 1960er Jahren sehr gefragt in den Synchronstudios. Es waren in der Regel Nebenrollen, die er synchronisierte; davon häufig die "Bösewichter". Eine Auswahl: George Wallace in Sechs schwarze Pferde; Woody Strode in Der Mann, der Liberty Wallace erschoß; Skip Homeier in Der eiserne Kragen, Bill Rasch in Einsam sind die Tapferen oder auch Ilija Ivezic in Der Schatz im Silbersee. Clasen gehörte dem ersten Ensemble des Düsseldorfer Kom(m)ödchens von 1946 bis 1955 an.
Überarbeitet am 23.06.2006
Jürgen Clausen
(1943-1987)
Jürgen Clausen war lange Jahre die deutsche Stimme des Österreichers Helmut Berger (Die Verdammten; Ludwig; Der Garten der Vinzi Contini). Clausen, der auch als Synchronautor und -regisseur arbeitete, synchronisierte u.a. Jean-Pierre Leaud in Truffauts Die amerikanische Nacht. In der TV-Serie Lancer sprach er den Part von James Stacy, in Kung Fu den von David Carradine. Clausen wirkte in dem Heinz-Rühmann-Film Grieche sucht Griechin (1966) mit. Im TV konnte man ihn in den Krimiserien Das Kriminalmuseum und Der Kommissar sehen. Im Dezember 1987 kam Clausen bei einem Unfall ums Leben.
Dr. Niels Clausnitzer
(29.03.1930 [andere Quelle: 1927], Mannheim)
Niels Clausnitzer macht seine Schauspielausbildung in Wiesbaden und München. Seine Laufbahn als Schauspieler beginnt er an der Landesbühne Schleswig-Holstein in Rendsburg. Danach wirkt er vor allem an Münchner Theaterbühnen. Er tritt in Märchenfilmen wie Schneewittchen und die sieben Zwerge (1955) oder Rübezahl, Herr der Berge (1957) auf; im TV ist er seltener zu sehen. Er hat Auftritte im Tatort (1974) oder der Krimiserie Solo für Sudmann (1997). Seit Mitte der 1950er Jahre arbeitet Niels Clausnitzer auch als Synchronschauspieler. Eine seiner ersten Rollen ist Dennis Hopper in Giganten (1956). Es folgen Peter Graves (TV- Serie Fury) oder Efrem Zimbalist jr. (77th Sunset Strip). In den 1960er Jahren beginnt mit der Krimiserie Simon Templar seine langjährige "Stimmen"-Partnerschaft mit dem Briten Roger Moore. Er synchronisiert Moore in sämtlichen James Bond- und den meisten anderen seiner Filme. Weitere Synchronrollen: Anthony Hopkins (Die Brücke von Arnheim, 18 Stunden bis zu Ewigkeit), Cary Grant (Berüchtigt), Montgomery Clift (Plötzlich im letzten Sommer), James Garner (Infam). In der Serie Alf hat er Max Wright gesprochen. 25 Jahre lang moderiert er auch eine Radiosendung im Bayrischen Rundfunk ("Musikjournal"); außerdem ist er einige Jahre lang Sprecher bei der "Fox tönenden Wochenschau". Nach dem Krebstod seiner ersten Frau beginnt Clausnitzer mit 48 Jahren ein Medizinstudium; er läßt sich zum Psychotherapeuten ausbilden und eröffnete eine eigene Praxis.
Ivar Combrinck
(16.01.1943, Anrath - 15.09.2006)
Ivar Combrinck war 40 Jahre lang Synchronsprecher und Schauspieler. Seit 1976 war er auch als Synchronautor- und Regisseur (u.a. TV-Serie Die Simpsons) tätig. Über das Theater kam er freiberuflich nach München und begann als Sprecher beim Funk und Synchron. Mehrfach synchronisierte er den Schlagersänger Chris Roberts in dessen Filmen, später sprach er Sam Bottoms (Der Texaner), Bill Pullman (Schlaflos in Seattle), John Savage (...die durch die Hölle gehen; Hair), John Travolta (Carrie) oder Lewis Collins (Die Profis-TV). Ivar Combrinck war verheiratet mit Inge Solbrig. Die Kinder Ivar (genannt Butz) und Carolina sind ebenfalls Schauspieler. Am 15.09.2006 ist Ivar Combrinck verstorben.
Wolfgang Condrus

Wolfgang Condrus (oben
rechts) u.a. mit Peter Finkbeiner (links daneben) in Emil
und die Detektive (1954)

Foto: Tino Kiessling
(11.02.1941, Berlin-Schöneberg)
Wolfgang Condrus war zu Beginn der 50er Jahre ein gefragter Kinderdarsteller im deutschen Film (Briefträger Müller; 1953 - mit Heinz Rühmann; Emil und die Detektive, 1954; Charleys Tante, 1955 - auch mit Rühmann). Sein Vater ist der 1953 verstorbene Filmstar Siegfried Breuer (Der Postmeister; Der dritte Mann), seine Mutter die Schauspielerin Lia Condrus. 1960 bis 1966 machte er eine Schauspielausbildung am Berliner Schiller- und Schloßparktheater, seitdem ist er als freischaffender Bühnendarsteller tätig. Schon in den 1950er Jahren hat er erste Synchronrollen gesprochen. Seine Stimme hat er seitdem in über 600 Synchronrollen u. a. Martin Sheen (Catch 22- der böse Trick), Jeff Bridges (Der letzte Held Amerikas), Sam Neill (Jurassic Parc) oder Ed Harris (The Rock; Die Firma) geliehen.
überarbeitet am 17.04.2007
Michael Cramer

Michael Cramer und
Doris Kirchner in Der Jäger vom Roteck
(1955) und mit Ingrid Andree in Verlobung am
Wolfgangsee (1956)
(Karl Michael Cramer)
(01.03.1930, Wickrath/Düsseldorf - 28.11.2000, München)
Michael Cramer begann 1954 seine Filmkarriere mit einem kleinen Auftritt in Kurt Hoffmanns Feuerwerk. In Filmen wie Verlobung am Wolfgangsee (1956), Vier Mädels aus der Wachau (1957), Die große Chance (1957) oder Sebastian Kneipp (1958) spielte er meist nette junge Herren. Ab 1960 (Dean Stockwell in Söhne und Liebhaber) nahm Cramer eine umfangreiche Synchrontätigkeit auf. Oftmals hat er den US-Kollegen George Peppard synchronisiert (Frühstück bei Tiffany; Die Unersättlichen; Tobruk; Der blaue Max), später auch u.a. Tony Curtis (Das große Rennen rund um die Welt, 1965), Paul Newman (Indianapolis , 1969) oder Sean Connery (Die Uhr läuft ab, 1974). Mehrmals sprach er auch Clint Eastwood: in Coogans grosser Bluff; Betrogen; Sinola; Im Auftrag des Drachen.