Synchronsprecher Kurzporträts G


Monika Gabriel

(15.10.1943, Eichenbrück/ Kr. Bromberg / Posen [damals Deutsches Reich – heute Wongrowitz / Polen] - 2007)

Monika Gabriel nahm von 1957 bis 1961 Ballettunterricht in Ost-Berlin. Danach spielte sie in DEFA-Filmen wie Berlin um die Ecke (1965), Wir lassen uns scheiden (1968) oder Das siebente Jahr (1968). Bei den Dreharbeiten zu Jurek Beckers Jungfer, sie gefällt mir (1968) lernt Monika Gabriel Wolfgang Kieling kennen, der zuvor aus politischen Gründen in die DDR übergesiedelt war. Die beiden heiraten 1969 und beziehen eine ehemalige Villa Henny Portens in Wendenschloß. Mit Sondererlaubnis dreht Kieling in Brasilien, bei dessen Nachaufnahmen in Wien er wieder in den Westen wechselt. Nach langwierigen Verhandlungen darf Monika Gabriel am 28.06.1971 nach West-Berlin kommen. Die Ehe mit Kieling wird am 31.10.1975 geschieden, die freundschaftliche Beziehung dauert bis zu Kielings Tod an. Im Westen spielt Monika Gabriel in Krimis wie Dem Täter auf der Spur (1972) oder im Tatort (Schöne Belinda, 1975). Es folgen Auftritte in Fernsehfilmen wie Der König und sein Narr (1980, mit Kieling und Götz George). Monika Gabriel leiht ihre Stimme auch ausländischen Kolleginnen, wie z.B. Jill Clayburgh (Am 1. Montag im Oktober), Kryztyna Janda (Der Mann aus Metall) oder Liv Ullman (Die Neubürger). Im Alter von nur 63 Jahren verstarb Monika Gabriel 2007.

Überarbeitet am 12.11.2007


Mogens von Gadow

(12.05.1930, Stettin / Pommern [damals Deutsches Reich –heute Szczecin/ Polen])

Mogens von Gadow absolvierte mit 19 Jahren eine Lehre als Radiotechniker. Zeitgleich nahm er Sprech- und Gesangsunterricht. Seine Theaterstationen waren u.a. Basel, Berlin, Bremerhaven, Bruchsal, Frankfurt/M., Hamburg, Mannheim, München, Remscheid und Wuppertal. Er arbeitet nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Regisseur und Dramaturg. Seit 1966 lebt von Gadow in München. Er war im TV u.a. in den Serien Die Wache, Praxis Bülowbogen oder Unser Charly zu sehen. Mogens von Gadow leiht u.a. Joe Pesci (Lethal Weapon-Reihe; Kevin-allein zu Haus; Casino) oder auch Bob Hoskins seine Stimme.


Joseline Gassen


Die Fotos wurden mir von Joseline Gassen zur Verfügung gestellt

(Joseline Gassen-Hesse)
(12.09.1951, Bergisch-Gladbach)

Joseline Gassen ist die deutsche Sprecherin von Linda Hamilton (Terminator, Black Moon), Bette Midler (Club der Teufelinnen; The Rose; Theresa), Debra Winger(Himmel über der Wüste; Die schwarze Witwe; Staatsanwälte küsst man nicht), Cher (Die Hexen von Eastwick; Suspect), Geena Davis (Thelma und Louise), Linda Kozlowski (Crocodile Dundee), Ellen Barkin (Switch), oder Stephanie Powers (Hart aber herzlich-TV). Der Fernsehzuschauer konnte Joseline Gassen u.a. in den TV-Serien Drei Damen vom Grill, Spreepiraten oder Der Landarzt sehen. Daneben arbeitet sie für diverse Rundfunkanstalten, sie spricht Hörbücher und hält Vorlesungen. Joseline Gassen lebt mit ihrem Mann, dem Komödienautor Gerd Hesse, und ihrem Kater "Bubu" in Berlin.


Norbert Gastell


Foto: Helen Krüger, mit fr. Genehmigung von Norbert Gastell

(14.10.1929, Buenos Aires)

Norbert Gastell synchronisiert bereits seit 1956, vor allem in Münchener Synchronisationen. Seine bekannteste Synchronrolle ist die Trickfigur "Homer Simpson" aus der Serie Die Simpsons. Außerdem sprach er David Warner (Die Geliebte des französichen Leutnants), James Fox (Ein Mord zuviel) oder Hector Elizondo (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3). Er war in TV-Serien wie Raumpatrouille, Der Millionenbauer oder Forsthaus Falkenau zu sehen. Seit 1989 ist er mit der Kollegin Karin Heym verheiratet.

Überarbeitet am 03.06.2006


Helmut Gauß


Foto: Helen Krüger, mit fr. Genehmigung von Helmut Gauß

(02.08.1944, Weimar)

Helmut Gauß ist die deutsche Synchronstimme von Liam Neeson in Steven Spielbergs Schindlers Liste. Daneben hat er Neeson auch in Rob Roy, Darkman oder Michael Collins synchronisiert. Weitere Synchronrollen sind u.a. Kevin Pollak (Eine Frage der Ehre), Charles Grodin (Ein Hund namens Beethoven) oder David Janssen in der TV-Serie Auf der Flucht (SAT1-Synchro). Er machte seine Schauspielausbildung an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig (Abschluß mit Diplom 1967). Im selben Jahr begann seine Theaterlaufbahn am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau. Weitere Theaterstationen waren Senftenberg und Stralsund. Nach seiner Übersiedlung nach West-Berlin setzte er seine Theaterlaufbahn am Hansa-Theater und am Schillertheater fort. Es folgten Auftritte an der Tribüne, Berlin, am Theater des Westens oder am Theater am Kurfürstendamm. 2002 trat er am Theater Vorpommern Stralsund/Greifswald auf ("Untergang der Titanic"). 1977 war er in der Fallada-Verfilmung Ein Mann will nach oben neben Matthieu Carriere zu sehen. Es folgten Auftritte im Tatort, in Serien wie Detektivbüro Roth, Die Wiecherts von nebenan, Wie gut, daß es Maria gibt, Unser Charly oder Praxis Bülowbogen. Weitere Infos gibt es auf seiner Homepage.


Gerhard Geisler

(21.10.1907, Cottbus - 22.09.1977, Wien)

Gerhard Geisler machte seine Schauspielausbildung an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Danach spielte er u.a. bei Gustaf Gründgens am Düsseldorfer Schauspielhaus. Geisler spielte u.a. 1948 in dem Heinz-Rühmann-Film Der Herr vom anderen Stern. Als 1959 Anthony Quinns Standardsprecher Wolf Martini starb, wurde Geisler, der 1951 erste Synchronrollen sprach, sein Nachfolger. So sprach er Quinn u.a. in Der letzte Zug von Gun Hill, Barabbas, Die Kanonen von Navarone oder auch Lawrence von Arabien. Weitere Synchronrollen waren Robert Mitchum in Der längste Tag oder Rod Cameron in Winnetou und sein Freund Old Firehand.


Benno Gellenbeck

(13.10.1910, Gladbeck - 06.09.1974, Hamburg)

Benno Gellenbeck war lange Jahre oft in hamburger Synchronisationen zu hören. Er sprach Herbert Lom (Ladykillers), Sean Connery (Duell am Steuer) oder Peter Finch (Das Herz aller Dinge). Im deutschen Spielfilm Hunde, wollt ihr ewig leben (1958) war er als Erzähler zu hören. Gellenbeck spielte 1951 im "Skandalfilm" Die Sünderin mit Hildegard Knef und Gustav Fröhlich. Außerdem konnte man ihn 1958 in Der Schinderhannes (Regie Helmut Käutner- mit Curd Jürgens, Maria Schell) oder 1960 im Peter-Alexander-Film Ich zähle täglich meine Sorgen sehen. Gellenbeck war auch als Sänger tätig und sprach viele Rollen in Hörspielen.


Gudrun Genest

(16.08.1914, Braunschweig)

Gudrun Genest wächst in Berlin auf. Ihr Onkel ist der bekannte Schauspieler Hubert ("Hubsi") von Meyerinck. Sie gibt 1931 ihr Theaterdebüt in Berlin; es folgen Engagements in Berlin und Köln. Nach dem Krieg wird sie häufig als Synchronsprecherin eingesetzt: Jane Wyman in Das verlorene Wochenende (DF v. 1948), Kathleen Ryan in Ausgestoßen (DF v. 1948) sowie Maureen O'Hara in Sindbad der Seefahrer. Später folgen Angela Lansbury in Mord im Spiegel oder Helen Hayes in Miss-Marple-Neuverfilmungen. Sie spielt in Kinofilmen wie Die Ehe des Herrn Mississippi (1963) oder Die blaue Hand (1967) und ist auch im Fernsehen häufig zu sehen, z.B. in Serien wie der Alte oder Die Wicherts von nebenan. Gudrun Genest war mit dem 1961 verstorbenen Schauspieler Aribert Wäscher verheiratet. Ihre Tochter Corinna ist ebenfalls Schauspielerin.


Horst Gentzen


Horst Gentzen (oben Mitte, kariertes Hemd) mit Horst Buchholz (links) und Barbara Frey (unten) in Endstation Liebe (1957)

(14.03.1930, Berlin - 09.08.1985, West-Berlin)

Horst Gentzen hat dem US-Komiker Jerry Lewis seit Beginn der 50er Jahre seine Stimme geliehen. In TV-Neubearbeitungen sprach er Peter Lorre (Casablanca, Abenteuer in Panama). Und in Wir sind vom schottischen Infanterieregiment synchronisierte er Stan Laurel (Fassung von 1966). Er machte von 1946 bis 1949 seine Schauspielausbildung bei Leonore Ehn in Berlin. Als Schauspieler war er u.a. in Fünf unter Verdacht (1950), Tausend Melodien (1956) oder Endstation Liebe (1957) zu sehen.


Norbert Gescher

(auch: Norbert Gescher-Ringelnatz)
(1939)

Norbert Gescher ist seit Jahren (meistens) die deutsche Stimme von Richard Dreyfuss (Der weiße Hai). Daneben spricht er auch Beau Bridges oder die US-Komiker Steve Martin und Chevy Chase. Er hat seit 1970 über 900 Synchronrollen gesprochen. Norbert Gescher ist Theaterschauspieler in Berlin. Seine Mutter war in erster Ehe mit dem Dichter Joachim Ringelnatz verheiratet; Gescher verwaltet das Erbe des Schriftstellers.

Überarbeitet am 02.07.2008


Harry Giese


Foto: Privat

(02.03.1903, Magdeburg - 20.01.1991, Berlin-Zehlendorf)

Harry Gieses Varter ist der Ingenieur Otto Giese, seine Mutter Margarete Giese, geb. Jaenecke. Nach Abschluß des Real-Gymnasiums beginnt Harry Giese eine Ausbildung als Schauspieler. Über die Stationen Magdeburg (1923-1925), Meiningen (1924/25), Aachen (1926-1928) und [Hamburg-] Altona (1928-1933) kommt Giese 1933 nach Berlin. Hier spielt er am Theater am Nollendorf-Platz und am Komödienhaus. Sein Rollenfach ist das des jugendlichen Liebhabers; als er später dafür zu alt wird, zieht er sich von der Bühne zurück. Ein Wechsel in andere Rollenfächer liegt ihm nicht. Nach 1945 spielt er nur noch kurzzeitig Theater; auf einer Provinzbühne in einem unbedeutendem Stück. Ab 1933 ist er auch als Synchronschauspieler vielbeschäftigt. Giese arbeitet u.a. für die Deutsche Fox Film, dieTobis Melo Film, MGM, Paramount oder für Lüdtke, Rohnstein & Co. Er ist die deutsche Stimme von John Boles (Der kleine Rebell; Die Botschaft an Garcia; Curly Top), Tyrone Power (Chicago; Liebesreporter) Douglas Fairbanks jr. (Mimi), Franchot Tone, Robert Montgomery oder auch John Loder. Seine Wochenschausprechertätigkeit beginnt Giese bei der Tobis-Wochenschau. Nach Kriegsbeginn werden die noch bestehenden Wochenschauen UFA, DEULIG und Tobis inhaltlich vereinheitlicht, erscheinen bis Sommer 1940 allerdings noch unter ihrem jeweiligen Namen, danach als "Die Deutsche Wochenschau". Sprecher wird Harry Giese. Durch diese Tätigkeit dürfte seine Stimme vielen bekannt sein. Giese wird aber auch für andere Propagandafilme wie LAH im Einsatz (=Leibstandarte SS Adolf Hitler; 1941) eingesetzt. Auch im Dokumentarfilm Sieg im Westen ist er zu hören- allerdings nur in der Einleitung. Ein besonders übles Machwerk wird vom "Reichsfilmintendanten" Fritz Hippler persönlich hergestellt: Der ewige Jude (1940) - "...der niederträchtigste der antisemitischen Nazifilme" (Courtade/Cadars: "Geschichte des Films im dritten Reich"). Auch hier hört man Gieses Stimme. 1943 erkrankt Harry Giese an Gelbsucht; er wird vorübergehend von seinem Kollegen Walter Tappe vertreten. Anfang 1944, Giese ist noch nicht vollständig genesen, übernimmt er auf Anordnung von Propagandaminister Goebbels wieder seine Sprechertätigkeit für die Deutsche Wochenschau. Die Nazi-Wochenschau wird mit der Nr. 755 im März 1945 eingestellt. Da Harry Giese kein NSDAP-Parteimitglied war, bekommt er nach dem Krieg kein Berufsverbot. Er gehört Ende 1946 zu den Sprechern einer der ersten, in den Berliner Westsektoren (Filmstudios Tempelhof), hergestellten Synchronisationen: Mädchen im Rampenlicht/ Ziegfield Girl. Hier spricht er Tony Martin (den er bereits 1937 in Mississippi-Melodie sprach). In Die Wendeltreppe, 1948 synchronisiert, spricht er George Brent und in Ich tanz mich in Dein Herz hinein, 1950 synchronisiert, spricht er Fred Astaire- wobei er sehr gute Arbeit abliefert. Sogar für die ostdeutsche DEFA arbeitet Giese: zusammen mit seinem Sprecherkollegen bei der Deutschen Wochenschau, Walter Tappe, ist er 1949 für die deutsche Fassung des sowjetischen Propagandastreifens Begegnung an der Elbe zuständig. Doch schon bald bekommt Giese keine Synchronhauptrollen mehr angeboten; er muß sich mit kleineren Sprecherrollen abfinden. Als 1950 in Hamburg die Neue Deutsche Wochenschau gestartet wird, bewirbt sich Giese als Sprecher, wird jedoch nicht genommen. Neben der Synchronisation arbeitet Giese als Sprecher in Werbefilmen und in Dokumentarfilmen. So ist er u.a. in Der goldene Garten (von Hans Domnick, 1953) und Wir sahen mit unseren Augen: Rußland heute (von Gerd Nickstadt, 1957) zu hören. Gieses Sprechertätigkeit für den Trailer zu Sein oder Nichtsein (die dt. Fassung wurde 1960 hergestellt) dürfte bei vielen Betroffenheit hervorgerufen haben- handelt doch der Film von einer Schauspielertruppe im von Nazis besetzten Polen, die den polnischen Widerstand unterstützen. Da die Sprechereinsätze für Harry Giese mit den Jahren immer weniger werden, trägt vor allem auch seine zweite Ehefrau Gertrud als Studienrätin zum Einkommen der Familie bei. Der passionierte Orchideenliebhaber Harry Giese ist von 1950 bis 1962 Gruppenleiter der D.O.G. (Deutsche Orchideen Gesellschaft) in West-Berlin. Als Orchideenexperte hat er im neuen Medium Fernsehen in den 1950er Jahren einige TV-Auftritte. In den 1960er Jahren kauft er sich ein Grundstück in Tirol, bekommt jedoch keine Baugenehmigung. In den letzten Jahren seines Lebens zieht er sich mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Harry Giese ist in erster Ehe mit Gertrud Froschauer, seit 1948 in zweiter Ehe mit der Oberstudienrätin Gertrud Linkowski verheiratet .

Überarbeitet am 25.12.2009


Heinz Giese


Heinz Giese (am Telefon) in Geheimauftrag Schwarze Kapelle (1959)

(05.06.1919, Stettin [damals Deutsches Reich, heute Szczecin, Polen])

Heinz Gieses Vater ist der Kaufmann Carl Giese, die Mutter Gertrud Kepper. Nach dem Abitur besucht Heinz Giese die Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. Sein erstes Engagement hat er 1939 am Stadttheater Fürth, von 1940 bis 1945 spielt er an den Städtischen Bühnen Nürnberg. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1947 spielt er zunächst bis 1950 am Stadttheater in Erfurt, danach an der Tribüne in Berlin. Auch im Kino tritt Heinz Giese nun auf. So ist er in Die Spur führt nach Berlin (1952) ein skrupelloser Gangster, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, in Der 20. Juli spielt er einen Wehrmachtsoffizier. Außerdem sieht man ihn u.a. in den Filmen Alibi (1955), Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse (1962) oder Der Schnüffler (1983). Im TV kann man ihn in Der Fall Liebknecht-Lusemburg (1969) sehen. Seit den 1950er Jahren ist Giese im Synchronstudio zu Gast. U.a. hat er häufiger Yul Brynner gesprochen (Die glorreichen Sieben; Die Rückkehr der glorreichen Sieben; Spion zwischen zwei Fronten). In der TV-Serie Dallas sprach er den Schauspieler Howard Keel. In erster Ehe ist Heinz Giese mit der Sängerin Annaliese Leinemann (Sohn Michael), in zweiter Ehe mit der Kollegin Ingeborg Wellmann verheiratet.

Überarbeitet am 05.12.2006


Frank Glaubrecht

(15.07.1943, Berlin)


Foto: Elisabeth v. Glasenapp

Foto: Frank Brenner

Frank Glaubrecht war als Jugendlicher in Bernhard Wickis Die Brücke (1959) zu sehen. Danach wirkte er u.a. in der Fernsehserie Die Bräute meiner Söhne (mit Ilse Werner) und den TV-Filmen Der Tod des Iwan Iljitsch und Dreizehn Briefe mit. 1984 spielte er im Actionfilm Geheimcode Wildgänse (Foto rechts!) mit. Er spielte auch an berliner Theaterbühnen; gab zeitweise auch seinen Beruf auf, um als Tontechniker zu arbeiten. Seit 1976 hat er sich ganz auf die Synchronisation (bislang über 700 Sprechrollen) verlegt, auch als Regisseur. Er ist die "deutsche Stimme" von Kevin Costner und Pierce Brosnan. Außerdem spricht er Jeremy Irons (Lolita) oder den Australier Paul Hogan (Crocodile Dundee). Desweiteren Mel Gibson (Die Bounty; Wir waren Helden), Alain Delon (Killer stellen sich nicht vor) oder Richard Gere (Ein Mann für gewisse Stunden; Atemlos).


Reinhard Glemnitz


Reinhard Glemnitz (li.) mit Gundula Korte, Paul Bösiger und Hans Christian Blech in 08/15 (1954)


Reinhard Glemnitz (Bildmitte) mit Dietmar Schönherr und Ruth Niehaus in Rosenmontag (1955)

(1930, Breslau)

Reinhard Glemnitz machte seine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1954 spielte er im Erfolgsfilm 08/15 den Uffz. Lindenberg. Danach spielte er Theater in Wuppertal und später wieder in München. Dort spielte er auch seine bekannteste Rolle: den Assistenten Heines von Kommissar Erik Ode. Zu seinen Synchronrollen gehören Richard Harris (Sierra Chariba), Anthony Perkins (Die dritte Dimension) oder auch Michael Caine (Der tödliche Schwarm).


Kurt Goldstein

(16.01.1947 - Januar 1995)

Kurt Goldstein spielte in Serien wie Liebling Kreuzberg, Polizeiruf 110 und Lindenstraße mit. Als Synchronschauspieler sprach er mehrmals den Actiondarsteller Steven Seagal (Alarmstufe rot); außerdem Danny Glover (Silverado), Chris Isaac (Little Buddha), Jeroen Krabbe (Jumpin' Jack Flash) oder Fred Ward (Die nackte Kanone 33 1/3). Er erlag im Januar 1995 einem Krebsleiden.


Stefan Gossler

(1955, Siegen)

Stefan Gossler machte nach dem Abitur seine Schauspielausbildung bei Else Bongers (1977-80). 1979 bekam er sein erstes Theaterengagement am berliner Grips-Theater. Daneben spielte er am Hansa-Theater Berlin und wirkte auch als Kabarettist (u.a. "Stachelschweine", 1987-89). Er spielte u.a. in den Serien Der Havelkaiser, Im Namen des Gesetzes oder in Die Männer vom K 3. Zu seinen Synchronrollen gehören Jackie Chan (u.a. Rumble in the Bronx; Rush Hour 1 +2), John Pankow (Liebe in jeder Beziehung) oder auch Michael Keaton.


Ulrich Gressieker

(27.02.1945, Oberwiesenthal - Dez. 1990)

Ulrich Gressieker, Sohn des Synchronautors und -regisseurs Hermann Gressieker, gehörte viele Jahre zu den meistbeschäftigten Synchronschauspielern. Mehrfach sprach er Patrick Swayze (Ghost; Steel Dawn; Road House), Christopher Lambert (Highlander; Subway), John Malkovich (Killing Fields; Ein Platz im Herzen) außerdem Kurt Russel (Overboard), Kevin Costner (Silverado) oder John James (TV-Serie Denver-Clan). Gressieker war u.a. in der berliner Serie Direktion City zu sehen. Er starb durch Freitod.


Evelyn Gressmann

(01.12.1943, Berlin)

Evelyn Gressmann arbeitet seit den 60er Jahren auch als Synchronschauspielerin. Sie synchronisierte Marie Versini in Winnetou und sein Freund Old Firehand, Jean Simmons (Ein amerikanischer Quilt), Bette Davis (Die Braut kam per Nachnahme), Sally Kirkland (Abenteuerliche Erbschaft) oder Susan Saint James (Der Gnadenlose). Evelyn Gressmann ist eine vielbeschäftigte Theaterschauspielerin in Berlin (vor allem Boulevardtheater). Sie spielte 1966 bzw. 1967 in den Hansi-Kraus Kinokomödien Onkel Filser- allerneuste Lausbubengeschichten und Wenn Ludwig ins Manöver zieht und 1986 im Hallervorden-Film Didi auf vollen Touren. Im TV konnte man sie in Serien wie Drei Damen vom Grill, Sylter Geschichten oder Das Traumschiff sehen.


Oliver Grimm


Oliver Grimm mit Joachim Fuchsberger in Kleiner Mann- ganz groß (1957)

(03.04.1948, Grünwald)

Oliver Grimm ist der Sohn des Film-und Synchronregisseurs Hans Grimm und der Schauspielerin Hansi Wendler. Eine erste kleine Filmrolle hat er als Vierjähriger neben Dieter Borsche und Ruth Leuwerik in Vater braucht eine Frau (1952). Dann folgt Film auf Film - oft unter der Regie seines Vaters: Wenn der Vater mit dem Sohne (1955, mit Heinz Rühmann -bekanntes Lied: "La Le Lu"), Mein Vater, der Schauspieler (mit O.W. Fischer, 1956), Kleiner Mann- ganz groß (mit Joachim Fuchsberger, 1957). 1962 ist seine Filmkarriere mit Lieder klingen am Lago Maggiore beendet. Später sieht man ihn noch gelegentlich im Fernsehen (Derrick). Vor allem arbeitet er aber als Synchronschauspieler (z.B. Titelrolle in der Trickserie Kimba, andere Rollen in den Trickserien Nils Holgersson oder Alice im Wunderland). Weitere Synchronrollen: Oliver Conant (Sommer 1942) oder Robert Hooks (Serie Hooker).


Marianne Groß

(28.08.1942, Aschersleben)

Marianne Groß hat u.a. Meryl Streep (Der Tod steht ihr gut), Whoopi Goldberg (Ghost), Cher oder Anjelica Huston synchronisiert. Desweiteren schreibt sie auch Dialogbücher und führt Synchronregie. Das Bild in der Mitte zeigt sie mit dem Kollegen Randolf Kronberg. Ihr Mann Lutz Riedel ist ebenfalls als Synchronsprecher, -autor und -regisseur tätig.


Walter Gross


Walter Gross in Razzia (1947), eine der ersten Produktionen der DEFA und in An jedem Finger zehn, ein Revuefilm aus dem Jahre 1954

(Walter Hugo Gross)
(05.02.1904, Eberswalde bei Berlin - 17.05.1989, West-Berlin)

Walter Gross legt 1921 das Abitur ab und absolviert anschließend eine Lehre als Speditionskaufmann. Nach ersten Auftritten als Mitglied einer Laienbühne in Pankow nimmt er ab 1923 Schauspielunterricht an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. 1926 feiert er sein Theaterdebüt. Er spielt vorwiegend komische Rollen. Einen ersten Kinoauftritt hat er 1933 in Zwei im Sonnenschein (Regie Georg Jacoby). Wg. einer politischen Pointe im Kabarett "Tingeltangel" wird er im Mai 1935 von der Gestapo verhaftet. Er wird bis Juli im Konzentrationslager Esterwegen festgehalten, ehe er, vermutlich auf Veranlassung von Göring, freigelassen und mit mehrmonatigem Berufsverbot belegt wird. Bis Kriegsende ist Gross in vielen Kinofilmen zu sehen, meist jedoch in Kurzauftritten (u.a. in Käutners Unter den Brücken, 1944/45). Nach Kriegsende wird er als Mitglied von Günter Neumanns Hörfunk-Kabarett "Die Insulaner" populär. Als phrasendreschender SED-"Funzionär" kommentiert er Zeitgeist und Befindlichkeit der geteilten Stadt. Im bundesdeutschen Nachkriegsfilm ist Walter Gross vielbeschäftigt. "Von rundlicher Statur, mit Brille, Stirnglatze und Knabenstimme verkörpert Gross einen Allerwelts-Biedermann ohne jede Arglist, der trotz Schusseligkeit und permanenter Überforderung seinen Optimismus nie verliert..." (CINEGRAPH). Er spielt an der Seite von Hans Albers (Der letzte Mann; 1955), Marianne Hold (Die Prinzessin von St. Wolfgang, 1957), Gunther Philipp (Der kühne Schwimmer, 1957) oder Claus Biederstaedt (Mandolinen und Mondschein, 1959). Später spielt Gross in TV-Serien wie Drüben bei Lehmanns (1970/71) oder Drei Damen vom Grill (1978-91). Seine Synchronstimme leiht Walter Gross u.a. der Trickfigur Schweinchen Dick. Außerdem spricht er Gene Kelly (Heut gehn wir bummeln), Red Skelton (Karneval in Texas) oder Harold Lloyd (Verrückter Mittwoch). Walter Gross ist in erster Ehe mit der Schauspielerin Lou Seitz (1899-1985) und ab 1950 mit Ingeborg Strakosch verheiratet. Nach einem Schlaganfall 1988 tritt er nicht mehr auf. Walter Gross stirbt am 17. Mai 1989 in Berlin an Herzversagen.

Überarbeitet am 28.04.2007


Manfred Grote


Manfred Grote, Katrin Schaake in Aus dem Tagebuch eines Frauenarztes (1959, Abbildung aus IFB Nr. 4726)

(1928 - 2000)

Manfred Grote gehörte jahrelang zur Synchronsprechergilde in (West-)Berlin. Er wurde meist in Nebenrollen eingesetzt, so für Ben Johnson (Der Einsame) oder Claude Akins (Endstation Hölle). Eine seiner bekanntesten Rollen war sicherlich der "Stavros" (alias George "Demosthenes" Savalas) in Einsatz in Manhatten. Im Kino war Grote bereits 1950 im DEFA-Film Semmelweis- Retter der Mütter zu sehen. Später spielte er noch in Der eiserne Gustav (1958, mit Heinz Rühmann), ....und das am Montagmorgen (1959, mit O.W. Fischer) oder 1960 in Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse.


Brigitte Grothum


Brigitte Grothum mit Günter Pfitzmann (li.) und Paul Edwin Roth in Das Wunder des Malachias (1961) und mit Jan Hendriks und Joachim Fuchsberger im Wallace-Krimi Das Gasthaus an der Themse (1962)

(26.02.1933, Dessau)

Brigitte Grothum wurde in Dessau geboren, wuchs aber in Berlin auf. Ihr Filmdebüt gab sie 1956. In Preis der Nationen (später: Das Mädchen Marion) spielte sie die Tochter von Winnie Markus. 1957 spielte sie neben Grethe Weiser in Lemkes sel. Witwe, 1961 neben Inge Meysel, Rudolf Platte und Sonja Ziemann in Ihr schönster Tag. Zu Beginn der 60er Jahre in einigen (Wallace-)Krimis zu sehen: Die seltsame Gräfin (1961), Das Gasthaus an der Themse (1962) oder Der Fluch der gelben Schlange (1963). Danach vor allem TV-Produktionen: Ein Mann namens Harry Brent (1968), Die Taube in der Hand (1976). Ihren größten Erfolg feiert sie ab 1977 mit der Serie Drei Damen vom Grill. Daneben umfangreiche Theaterarbeit (auch Regie). Eine ihrer ersten Synchronrollen war Dolores Hart im Elvis-Presley-Film Gold aus heißer Kehle (1957). Weitere Synchronrollen: Gena Rowlands in Einsam sind die Tapferen, Zena Marshall in James Bond jagt Dr. No, Michele Mercier in Die Millionen eines Gehetzten, Anna Massey in Hitchcocks Frenzy, Paula Prentiss in Ein Goldfisch an der Leine, Virginia Mayo in Maschinenpistolen oder Bernadette Lafont in Moneten fürs Kätzchen. In der TV-Serie Tammy, das Mädchen vom Hausboot (ZDF 1967/68) sprach sie die Hauptdarstellerin Debbie Watson. Nach ihrer ersten Ehe mit dem Dirigenten C.A. Bünte heiratete sie in den 1960er Jahren den Orthopäden und Chirurgen Prof. Dr. Manfred Weigert. Ihre Tochter Debora Weigert arbeitet ebenfalls als (Synchron-)Schauspielerin.


Wolfgang Gruner

(20.09.1926, Rathenow/Havel - 16.03.2002, Berlin)

Wolfgang Gruner macht nach der Schulzeit eine Ausbildung zum Steuerinspektor. In sowjetischer Kriegsgefangenschaft beginnt er Theater zu spielen. Er wird 1949 aus der Gefangenschaft entlassen und besucht in Berlin die Schauspielschule, wo er unter anderem Horst Buchholz, Edith Hancke und Harald Juhnke kennenlernt. Juhnke ermutigt ihn, den Schritt zum Kabarett zu wagen. 1951 wird er Mitglied der "Berliner Stachelschweine", die zwei Jahre zuvor von Rolf Ulrich gegründet wurden. Schnell wird Gruner einer der führenden Köpfe der Kabarettgruppe. 1955 spielt er erstmals in einem Kinofilm, in Max Nossecks Der Hauptmann und sein Held. Die Hauptrollen spielen "Stachelschwein"-Kollege Jo Herbst und Ernst Schröder. Es folgen Auftritte in Unterhaltungsfilmen wie Johannisnacht (1956- mit Willy Birgel) oder Die Zwillinge vom Zillertal (1957- mit Blacky Fuchsberger, Karin Dor und den Zwillingen Jutta und Isa Günther). 1960 spielt er mit seinem Freund Wolfgang Neuss in der Satire Wir Kellerkinder. Danach werden die Filmauftritte seltener (Hurra, die Schule brennt; 1969). Öfter tritt er im Fernsehen auf, so als "Telekehrer Otto Schruppke" in der Berliner Abendschau oder als "Fritze Flink" in Wim Thoelkes "Der große Preis". Seit den 50er Jahren ist Gruner regelmäßig als Synchronschauspieler beschäftigt. Er synchronisiert Gene Kelly (Heute geh'n wir bummeln), Corey Allen in ...denn sie wissen nicht, was sie tun, Buddy Hackett in Eine total total verrückte Welt, Paul McCartney in Hi Hi Hilfe oder Peter Sellers in Der Partyschreck. Neben seiner Berliner Wohnung besitzt Gruner auch einen Bauernhof in Schleswig-Holstein. Am 16. März 2002 erliegt Wolfgang Gruner, verheiratet, einem Krebsleiden.


Ingeborg Grunewald

(1919 - 2000)

Ingeborg Grunewald spielte Theater in München, Reichenberg und Hamburg. Sie bewarb sich 1948 als Synchronschauspielerin bei den Bavaria-Studios in München und wurde die deutsche Stimme Greta Garbos in Ninotschka, die sie fortan in mehreren Neusynchronisationen der frühen 50er Jahre sprach. Daneben sprach sie u.a. auch Marlene Dietrich (Die rote Lola), Ingrid Bergman (Sklavin des Herzens), Maureen O'Hara (Rio Grande), Bette Davis (War es wirklich Mord?). Außerdem war Ingeborg Grunewald auch als Dialogautorin und Regisseurin tätig.


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