
Synchronsprecher Kurzporträts H
Traudel Haas
![]() Foto mit freundlicher Gehmigung der Agentur Stimmgerecht |
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(Gertraude Haas)
(03. September 1945, Berlin)
Traudel Haas machte von 1961 bis 1964 ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Berlin. Danach folgten mehr als zehn Jahre Theater; zunächst als festangestelltes Ensemblemitglied am Schiller- bzw. Schloßparktheater in Berlin. Von 1967 bis 1977 hatte sie dann Engagements an der Freien Volksbühne, am Hebbel-Theater und am Forum-Theater (alle Berlin/West). Parallel zum Theater hat sie mit dem synchronsprechen angefangen. Später hat sie ihre Theaterlaufbahn beendet und sich ganz der Synchronisation gewidmet. Sie hat ihre erotische Stimme seit 1966 in über 550 Filmen weiblichen Stars wie Mia Farrow (Rosemaries Baby), Annette Bening (American Beauty), Kathleen Turner (Der Rosenkrieg), Diane Keaton (Mach's noch einmal, Sam), Rene Russo ( Die Thomas Crown Affäre) oder auch Kim Basinger ( Sag niemals nie) geliehen. Eine Zeit lang hatte sie eine "Synchron-Auszeit" genommen und als Lehrerin gearbeitet. Gelegentlich spielt Traudel Haas auch in Fernsehserien mit, z.B. in Aus heiterem Himmel oder Doppelter Einsatz.
Überarbeitet am 22.11.2011
Alfred Haase
(29.11.1887, Berlin -14.12.1960, West-Berlin)
Alfred Haase spielte seine ersten Kinorollen im Stummfilm: Der König der Manege, Julot der Apache und Die Todesleiter (alle 1921). In den 30er Jahren war er dann noch mehrmals in Kinorollen zu sehen: Unmögliche Liebe (1932- der einzige Tonfilm von Asta Nielsen), Sein bester Freund(mit Harry Piel, 1937) oder Wir tanzen um die Welt (1939). 1940 hatte er in Kriminalkommissar Eyck (mit Paul Klinger) seinen letzten Kinoauftritt. Nach dem zweiten Weltkrieg war Haase oft im Synchronatelier beschäftigt: er sprach u.a. Donald Crisp (Prinz Eisenherz), John McIntire (Das Geheimnis der fünf Gräber), Leo G. Carroll (Tarantula) oder Walter Brennan (Die Nacht der Rache; Tammy).
Michael Habeck
(23.04.1944, Grönenbach/Allgäu - 04.02.2011, München)
Michael Habeck machte von 1963 bis 1965 in München eine Ausbildung in Schauspiel und Gesang (als lyrischer Bariton). Er war von 1970 bis 1983 an den Kammerspielen München engagiert. Außerdem spielte er an Theatern in Recklinghausen (Ruhrfestspiele) und München (Modernes Theater; Staatsschauspiel; Volkstheater). 1982 wurde er zum besten Schauspieler des Jahres durch "Theater heute" für seine Rolle des Parzival im "Sommernachtstraum" gewählt. Er spielte u.a. in den Kinofilmen Der Name der Rose (1985) oder Eisenhans (1988). Im TV konnte man ihn in Anwalt Abel oder Ein Fall für Zwei sehen. Er synchronisierte Oliver Hardy (Neusynchros von Langfilmen der Komiker; 1975/76 im Auftrag des ZDF), Ned Beatty (U-Boot Academy), Bruno Kirby (Stuart Little), Dom DeLuise oder Danny DeVito. Am 4. Februar 2011 stirbt Michael Habeck nach kurzer, schwerer Krankheit.
Holger Hagen

Holger Hagen und
Margit Saad in Made in Germany
(1956)
(27.08.1915, Halle a. d. Saale -16.11.1996, München)
Holger Hagen zog 1925 mit seinen Eltern in die USA. Dort absolvierte er ein Schauspielstudium und debütierte 1940 am Broadway in New York. 1945 kehrte Hagen als US-Soldat nach Deutschland zurück. Er war von 1945 bis 1948 Theater- und Musikbeauftragter der US-Militärregierung. Zu Beginn der 1950er Jahre setzte er seine Schauspieltätigkeit fort. Er spielte zunächst bei Fritz Rémond in Frankfurt, später auch in Hamburg, Berlin, Bad Godesberg, Bremen und München. Er spielte in den Kinofilmen Die Trapp-Familie in Amerika (1958), Das Glas Wasser (1960) oder Liebe ist nur ein Wort (1971). Ab 1952 begann eine umfangreiche Synchrontätigkeit. So synchronisierte er u.a. Richard Burton (Der Spion, der aus der Kälte kam), Dirk Bogarde (Tod in Venedig), Burt Lancaster (Archie und Harry), Marcello Mastroianni (Hochzeit auf Italienisch), Dean Martin (Rio Bravo), David Niven (55 Tage in Peking) oder Gregory Peck (Old Gringo). Von 1971 bis 1981 war er Generalsekretär der Bundesfachgruppe Bühne Film Fernsehen der damaligen Deutschen Angestellten-Gewerkschaft, heute Ver.di. Hagen war mit der Schauspielerin Bruni Löbel (Forsthaus Falkenau) verheiratet.
Überarbeitet am 03.06.2006
Till Hagen

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Till Hagen
(20.03.1949, Berlin)
Till Hagen ist die deutsche Synchronstimme von Kevin Spacey (Sieben; Die Jury; American Beauty). Außerdem synchronisierte er Billy Bob Thornton (Armageddon; Armee im Schatten), Kevin Kline (Grand Canyon) oder Walter Koenig in der TV-Serie Babylon 5. Till Hagen spielte 1969 in Alfred Vohrers Krimi 7 Tage Frist.
Uta Hallant

(v.l.): Richard
Häussler, Dieter Eppler, Sabina Sesselmann, Uta Hallant und
Joachim Fuchsberger in U 47-
Kapitänleutnant Prien (1958)

Foto: Elisabeth von
Glasenapp
(12.05.1939, München)
Uta Hallants Schauspielkarriere beginnt schon als 15jährige, wo die Schülerin in Harald Brauns Der letzte Sommer im Jahre 1954 u.a. neben Hardy Krüger, Liselotte Pulver und Mathias Wieman zu sehen ist. Danach besucht sie eine Schauspielschule in München. Bald zeigt der Kinofilm Interesse an ihr, sie unterschreibt beim Constantin-Filmverleih einen Fünfjahresvertrag. Daraufhin ist sie in zwei Kriegsfilmen (Blitzmädels an die Front, 1958 - mit Eva Ingeborg Scholz, Klausjürgen Wussow; U 47- Kapitänleutnant Prien (1958) - hier spielt sie die Verlobte von Olt. Birkeneck, dargestellt von Joachim Fuchsberger) und in der Komödie Kleine Leute- mal ganz groß (1958) zu sehen. Da Uta Hallant ein Theaterengagement in Bremen erhält, kündigt sie ihren Filmvertrag mit der Constantin. Danach ist sie erst 1979 wieder in Ottokar Runzes Der Mörder im Kino zu sehen. Im TV spielt sie in den Filmen Der Mörder und die Hure (1996) oder in Wenn man sich traut (1996) mit. Ab 1960 gehört sie zum Ensemble der Staatlichen Schauspielbühnen Berlins (Schillertheater). Als 1961 für den Film Exodus die Synchronrolle der "Karen Hansen" , gespielt von Jill Haworth, zu besetzen ist, spricht Uta Hallant vor und bekommt die Rolle. Damit beginnt eine lange und erfolgreiche Synchronlaufbahn. Schon bald spricht sie Synchronhauptrollen, wie Natalie Wood in der West Side Story, Ursula Andress im ersten Bond-Film Dr. No. 1963 wird sie als Nachfolgerin von Marion Degler in den meisten Filmen die deutsche Stimme von Audrey Hepburn (u.a. Charade; My Fair Lady). In der erfolgreichen Angélique-Reihe spricht sie die Hauptdarstellerin Michèle Mercier. Desweiteren hat sie bislang u.a. Julie Andrews (Mary Poppins), Jamie Lee Curtis (Ein Fisch namens Wanda; Wilde Kreaturen), Priscilla Presley (Dallas-TV; Die nackte Kanone), Glenn Close (Mars Attacks!) synchronisiert. Daneben wirkt Uta Hallant oft in Hörspielen mit. Uta Hallant war verheiratet mit dem Schauspieler Stefan Wigger (Haie und kleine Fische). Ihre Tochter, Friederike Wigger, arbeitet als Hörspielregisseurin.
Überarbeitet am 13.05.2008
Elisabeth von Glasenapp im Interview mit Uta Hallant
Richard Haller
(25.03.1925, Innsbruck - 1983)
Richard Haller war in den 60er und 70er Jahren mit seiner markanten Stimme in vielen Filmen zu hören, so sprach er u.a. Joe diReda in Kanonenboot am Yangtse-Kiang, Ted Cassidy in Zwei Banditen oder John Mitchum in Dirty Harry. Der Österreicher wurde 1966 im Wallace-Krimi Der Bucklige von Soho in der Titelrolle eine Art Nachfolger seines Landsmanns Ady Berber. 1967 spielte er in Die blaue Hand eine weitere Wallace-Rolle. Im Fernsehen wirkte er in den Ludwig-Thoma-Stücken Magdalena und Die Medaille sowie in der Serie Der Millionenbauer (Hauptrolle: Walter Sedlmayr) mit.
Hans W. Hamacher
(Hans Wilhelm Hamacher)
(14.06.1921[andere Quellen: 1920], Köln - 23.07.2000, Berlin)
Hans W. Hamacher war John Waynes deutsche Stimme in Die Hafenkneipe von Tahiti und Die Gewaltigen. Lino Ventura synchronisierte er in Taxi nach Tobruk. Außerdem sprach er u.a. Slim Pickens (Der Besessene) oder Brian Donlevy (Es begann in Rom). Hamacher war in den Kinofilmen Abschied von den Wolken (1959- mit O.W. Fischer, Sonja Ziemann, Peter van Eyck), Der Arzt von St. Pauli (1968- mit Curd Jürgens) oder Das Liebeskarussel (1965- mit Heinz Rühmann) zu sehen. Im TV spielte er in Keusche Susanne (1971) mit. Hamacher gehörte zum Ensemble des Berliner Hebbel-Theaters ("Don Carlos", 1950).
Lambert Hamel
(07.06.1940, Ludwigshafen)
Lambert Hamel besuchte nach einem Studium der Gemanistik, Philosophie und Theaterwissenschaften in Heidelberg und Köln die Westfälische Schauspielschule in Bochum und debütierte 1963 in Molières "Der eingebildete Kranke" am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Weitere Theaterengagements hatte er in Bochum und München, außerdem gab er Gastspiele bei den Salzburger Festspielen und am Wiener Burgtheater. Eine seiner bekanntesten Fernsehrollen war der Martin Luther im gleichnamigen ZDF-Mehrteiler (1983). 2000 war er in der TV-Produktion Deutschlandspiel als Bundeskanzler Helmut Kohl zu sehen. Lambert Hamel synchronisiert häufig seinen französischen Kollegen Philippe Noiret, so in Das Leben und nichts anderes, Brille mit Goldrand, D'Artagnans Tochter oder Die Liebhaberin. Außerdem sprach er für Lionel Stander (Der letzte Gangster), Raul Julia (Rookie- der Anfänger), Frank Langella (Dave) oder Charlton Heston (Starfire).
Knut Hartwig
(16.09.1891 - 17.02.1977)
Knut Hartwig waren in den deutschen Nachkriegssynchronisationen die (markanten) Nebenrollen (seit 1948) vorbehalten: u.a. Frederic Worlock in Spartacus, Harry Holcombe in Ein Sommer in Florida, John McNee in Ein Köder für die Bestie oder Arthur Hunnicot in El Dorado. Karl-May-Fans konnten seine Stimme in Winnetou, 1. Teil als "Klekih-Petra" (Hrvoje Svob) hören. Seinen ersten Kinofilm drehte er 1934: Ich für Dich, Du für Mich. Es folgten Rollen in Der große König (1942), Ehe im Schatten (1947), Semmelweis- Retter der Mütter (1950) oder Morgen wirst Du um mich weinen (1959). Seinen letzten Film drehte er 1962: die Schlagerkomödie Café Oriental (1962).
Beate Hasenau
(15.04.1936, Frankfurt/M.- 01.10.2003, Hamburg)
Beate Hasenau war seit 1961 als Synchronschauspielerin tätig. Sie hat u.a. folgende Schauspielerinnen gesprochen: Claudia Cardinale (Spiel mir das Lied vom Tod), Raquel Welch (Auf leisen Sohlen kommt der Tod), Katy Jurado (Barabbas), Anita Pallenberg (Barbarella), Monica Vitti (Scheidung auf Italienisch; Ente auf Orange), Barbara Harris (Hotelgeflüster), Barbara Stanwyck (Die merk-würdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss). In der TV-Serie Golden Girls sprach sie Bea Arthur. Beate Hasenau wirkte u.a. in den Kinofilmen Der Gorilla von Soho (1968- mit Horst Tappert), Dr. med. Fabian (1969- mit Hans J. Kulenkampff, Martin Held) sowie Jeder stirbt für sich allein (1975- mit Hildegard Knef und Carl Raddatz) mit. Sie gehörte auch zum Ensemble der berliner "Stachelschweine". Beate Hasenau lebte in den letzten Jahren in Hamburg, wo sie am 01. Oktober 2003 einem Krebsleiden erlag.
Sven (-Jürgen) Hasper
(05.10.1965, Wiesbaden)
Sven Hasper ist der deutsche Sprecher des US-Schauspielers Michael J. Fox. Außerdem spricht er häufig dessen Kollegen Christian Slater. Er ist ein vielbeschäftigter Synchronautor und -regisseur (u.a. Buch und Regie zu Titanic). Sein Bruder Kim Hasper ist ebenfalls als Synchronsprecher tätig. Weitere Infos zu den beiden finden sie auf der Seite www.hasper.de
Clemens Hasse
(13.04.1908, Königsberg - 28.07.1959, New York)
Clemens Hasse besucht die Schauspielschule des Preußischen Staatstheaters in Berlin, dessen Ensemble er ab 1929/30 angehört. Er spielt u.a. Rollen unter den Regisseuren Gustaf Gründgens und Theo Lingen und bleibt dem Staatstheater bis zu dessen Schließung 1944 treu. Das Foto links zeigt Clemens Hasse mit Heinrich George. Seinen Einstand im Kinofilm feiert er 1932 in Ja, treu ist die Soldatenliebe. Er hat Rollen in Filmen wie Der Mann, der Sherlock Holmes war (1937), in Capriolen (1937) und im Rühmann-Film Die Feuerzangenbowle (1944), wo er einen der Pennäler spielt. Nach dem Krieg tritt er nur noch sporadisch im Nachkriegskino auf, so in Der Hauptmann und sein Held (1956) oder im Rühmann-Film Der Mann, der nicht nein sagen konnte (1958). Hasse spielt ab 1947 am berliner Schloßpark-Theater, ab 1951 auch am Schillertheater. In den 50er Jahren ist er ein oft eingesetzter Synchronschauspieler. Er synchronisiert den Komiker Lou Costello ("Abbott & Costello"), Oliver Hardy (Dick und Doof- Schrecken der Kompanie) oder Eddie Albert in Die Wurzeln des Himmels. Clemens Hasse stirbt am 28. Juli 1959 in New York, wo er sich zur Hochzeit seiner Tochter aufhält, an einem Herzschlag. Er wird in Berlin beigesetzt.
O.E. Hasse

O.E. Hasse in Canaris
(1954) und in Alibi (1955,
mit Hardy Krüger)
(Otto Eduard Hasse)
(11.03.1903, Obersitzko - 12.09.1978, West-Berlin)
O.E. Hasse macht nach dem Realschulbesuch in Kolmar und Posen sein Abitur am Deutschen Gymnasium in Posen. Danach studiert er drei Semester lang Jura in Berlin und besucht gleichzeitig die Schauspielschule Max Reinhardts. Seine Theaterlaufbahn beginnt Hasse am Harzer Sommertheater Thale, kurz danach wird er an die Junge Bühne und ans Deutsche Theater in Berlin verpflichtet. Danach spielt er an Theatern in Breslau, Berlin und von 1930 bis 1939 an den Münchner Kammerspielen. Seine Filmkarriere beginnt bereits 1931, jedoch sind es praktisch ausschließlich Nebenrollen die er bis Kriegsende spielt (Stukas, 1941; Rembrandt, 1942; Dr. Crippen an Bord, 1942). Zu Beginn der 50er Jahre ist Hasse in mehreren US-Produktionen zu sehent: Es begann mit einem Kuss (1950); Entscheidung im Morgengrauen (1950) oder Ich beichte/Zum Schweigen verurteilt (1953)-Regie Alfred Hitchcock. In Deutschland hat Hasse aber erst 1954 großen Erfolg: ursprünglich für die Rolle des Sauerbruch vorgesehen, fiel diese jedoch an Ewald Balser. So spielt er die Titelrolle in Canaris- und dieser Film wird noch erfolgreicher als Sauerbruch. Hasse spielt im Krimi Alibi (1955), wirkt 1958 als Der Arzt von Stalingrad oder in Der Maulkorb. Als 1946/47 in den Westsektoren Berlins die Synchrontätigkeit wieder aufgenommen wird, bekommt Hasse Hauptrollen: James Stewart in Mädchen im Rampenlicht und in Der große Bluff, Gene Kelly in Die drei Musketiere. Später spricht er auch Charles Laughton (Meuterei auf der Bounty), Humphrey Bogart (Die Caine war ihr Schicksal), Spencer Tracy (Vater der Braut) oder auch Clark Gable (Ein toller Bursche).
Überarbeitet am 13.05.2008
Walter von Hauff
(1949)
Walter von Hauff machte eine Ausbildung an der Neuen Münchner Schauspielschule und ein Studium der Theaterwissenschaften in München. Seine Theaterlaufbahn führte ihn u.a. nach Konstanz, Lübeck, Linz, Regensburg, Bern und München. Er spielte im TV in Verkehrsgericht, Solo für Sudmann oder Die Aubergers. Zu seinen Synchronrollen zählen Randolph Scott (Goldschmuggel nach Virginia- TV Synchro), Bruce Bennett (Herr der Silberminen- TV Synchro), Lawrence Hecht in Scream oder "Buzz Lightyear" in den Toy-Story Filmen.
Dietrich Haugk
(12.05.1925, Ellrich/Harz)
Dietrich Haugk synchronisierte in den 50ern viele bekannte Schauspieler. Vor allem Gérard Philipe (Fanfan, der Husar; Die Schönen der Nacht; Liebling der Frauen), Montgomery Clift (Verdammt in alle Ewigkeit) oder Jean-Louis Trintignant (Und immer lockt das Weib). Später verlegte er sich auf die Regie. 1960 drehte er mit Paul Hubschmid, Marianne Koch und Johanna von Koczian (mit der er einige Jahre verheiratet war) die Komödie Heldinnen. Danach drehte Haugk vor allem Fernsehfilme, besonders Krimis wie Der Kommissar, Der Alte und Derrick.
Klaus Havenstein
(07.04.1922, Wittenberge - 19.03.1998, München)
Klaus Havenstein wuchs, da sein Vater als Reichsbahnoberinspektor versetzt wurde, in Hamburg auf. Er wurde Lebensmittelkaufmann, nahm aber heimlich Schauspielunterricht. 1945 geriet er als Leutnant in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die Amerikaner erkannten sein Talent und brachten ihn nach Garmisch-Partenkirchen, wo er gefangene Offiziere unterhalten mußte. Dort wurde er für das Theater entdeckt und stand, gefördert u.a. von Hans Söhnker, erstmals auf der Bühne. 1956 gründete er mit Dieter Hildebrandt, Ursula Herking, Oliver Hassencamp und Sammy Drechsel das münchner Kabarett "Lach- und Schießgesellschaft", dem er bis 1972 angehörte. Durch die TV-Auftritte der "Lach- und Schießgesellschaft" wurde er einem breiten Publikum bekannt. Daneben wirkte er seit 1950 beim Bayrischen Rundfunk als Moderator (bis 1996). Havenstein moderierte die TV-Sendung "Sport-Spiel-Spannung" und wirkte auch in Kinofilmen mit: Menschen im Netz (1959- mit Hansjörg Felmy, Johanna v. Koczian), Ein Mann geht durch die Wand (1959- mit Heinz Rühmann) oder in Michael Pfleghars Zwei Girls vom roten Stern (1966). Havenstein synchronisierte Jack Lemmon in Keine Zeit für Heldentum oder Michel Galabru in Der Gendarm von St. Tropez. In Walt Disneys Dschungelbuch übernahm er den Part des "King Louie". Als Heinz Erhardt nach einem Schlaganfall für die Nachsynchronisation seines letzten Films Willi wird das Kind schon schaukeln (1971/72) nicht mehr zur Verfügung stand, sprang Havenstein ein und sprach den Text in zwei Szenen. Zuletzt konnte man ihn u.a. in der Schwarzwaldklinik oder auch im Großstadtrevier sehen. Am 19. März 1998 erlag Havenstein in München einem Herzleiden.
Martin Held

Martin
Held (re.) mit Walter Giller in Rosen für
den Staatsanwalt (1959) und mit Ellen
Schwiers und Hanns Lothar in Der letzte
Zeuge (1960)
(Martin Erich
Fritz Held)
(11.11.1908, Berlin-Wedding - 31.01.1992, Berlin)
Auf Wunsch seines Vaters macht er eine Feinmechaniker-Lehre bei Siemens. 1929 besteht er die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst. 1932/33 debütiert er am Landestheater für Ost-und Westpreußen in Königsberg und Tilsit. Weitere Theater-Stationen sind Bremerhaven, Darmstadt und Frank-furt/Main. Hier macht er 1947 bei der deutschen Erstaufführung von Zuckmayers "Des Teufels General" als General Harras auf sich aufmerksam. 1951 holt ihn Boleslav Barlog an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Sein Filmdebüt gibt er im Melodram Schwarze Augen. Bis etwa Mitte der 50er Jahre ist Helds Stimme oft in Synchronisationen zu hören; er spricht Jack Holt in San Francisco, George Sanders in Des Königs Dieb, E.G. Marshall in Die Caine war sein Schicksal oder Richard H. Cutting in Die wunderbare Macht. Seinen Durchbruch als Filmschauspieler feiert er mit der Darstellung des Heydrich in Canaris (1954; Filmband in Gold- bester Nebendarsteller).Vielfältig sind nun seine Rollen. In Alibi (1955) spielt er den undurchsichtigen Ehemann eines Mordopfers. In Der Hauptmann von Köpenick (1956) den kaisertreuen Bürgermeister Obermüller. In Banktresor 713 ist er ein unverschuldet in Not geratener Spätheimkehrer, der zu einem Bankeinbruch verleitet wird. 1959 dreht Held seinen wohl besten Film: Rosen für den Staatsanwalt von Wolfgang Staudte. Als Oberstaatsanwalt Dr. Schramm, den seine (Nazi-)Vergangenheit einholt, liefert er eine glanzvolle Darstellung ab. Ab Mitte der 60er Jahre ist er seltener auf der Leinwand zu sehen, er widmet sich mehr TV- und Theateraufgaben. Sein letzter Kinofilm ist 1978 Pflingstausflug (mit Elisabeth Bergner). Ab Mitte der 80er Jahre zieht sich Held von Bühne und Fernsehen zurück. Held ist in erster Ehe mit der Schauspielerin Lilo Dietrich verheiratet; der gemeinsame Sohn Thomas (*1944) nimmt sich 1961 das Leben. 1967 heiratet er die Schauspielerin Lore Hartling, mit der er die Söhne Albert (*1964) und Maximilian (*1967) hat. Martin Held stirbt am 31. Januar 1992 in Berlin.
Ruth Hellberg

Ruth Hellberg in Yvette
(1938) und in
Zwielicht (1939)
(Ruth Holl)
(02.11.1906, Berlin - 26.04.2001, Feldafing)
Ruth Hellberg nahm den Geburtsnamen ihrer Mutter an. Sie spielte Theater in München, Königsberg, Hamburg, Leipzig und ab 1931 in Berlin. Ab 1933 war sie zehn Jahre mit dem Regisseur Wolfgang Liebeneiner verheiratet, mit dem sie u.a. Yvette (1938), ihren wohl besten Film, drehte. Daneben war Ruth Hellberg u.a. in den Filmen Heimat (1938- mit Zarah Leander, Heinrich George, siehe Foto rechts!), Bismarck (1940- Regie: Liebeneiner), Der Postmeister (1940- mit H. George, Hilde Krahl) zu sehen. Nach dem Krieg spielte sie vor allem Theater und widmete sich der Synchronisation. So sprach sie u.a. Vivien Leigh (Caesar und Cleopatra; Anna Karenina), Myrna Loy (Mitternachtsspitzen) oder Martha Scott (Ben Hur).
Dagmar Heller

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(10.07.1951, Berlin)
Die Münchner Schauspielerin ist seit einigen Jahren die deutsche Stimme von Barbra Streisand (Yentl; Herr der Gezeiten) oder auch von Mia Farrow. Daneben hat sie u.a. Rene Russo (In the Line of Fire), Sigourney Weaver (Dave), Jamie Lee Curtis (Halloween H20) gesprochen. TV- Zuschauer kennen ihre Stimme aus der Serie Falcon Crest. Dort hat sie Susan Sullivan ("Maggie") synchronisiert. Zu Gesicht bekommen hat man Dagmar Heller eher selten; mit Götz George spielte sie im 1967 entstandenen ZDF-Film Peter Schlemihls wundersame Geschichte. 1971/72 war sie in zwei Tatort-Folgen zu sehen, 1981 wirkte sie in Ein Fall für zwei mit.
Roland Hemmo

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Roland Hemmo
(25.02,1946, Weißwasser/ Oberlausitz)
Roland Hemmo machte 1964 sein Abitur an der Sorbischen Oberschule in Cottbus. Bis 1966 besuchte er die TH in Magdeburg, danach die Staatliche Schauspielschule in Berlin/Ost. Hemmo hatte anschließend Engagements an Theatern in Senftenberg, Halle und Ost-Berlin. Er spielte in der Krimiserie Polizeiruf 110 und im Film Auf dem Sprung (1984). 1997 war er in Rosenkavalier zu sehen. Seit 1978 arbeitet Roland Hemmo als Synchronschauspieler. Heute gehört er zu den meistbeschäftigten Synchronschauspielern in Deutschland (allein seit 1992 sind bei ihm bislang über 1100 Synchronrollen verzeichnet!). Zu seinen Synchronrollen gehören Pete Postlethwaite (Romeo & Julia; Vergessene Welt), Colm Meany (ConAir; Deep Space Nine-TV), Jean Reno (Jenseits der Wolken) oder Maury Chaukin (Verlockende Falle). Noch zu DDR-Zeiten sprach er auch Oliver Hardy in einer DEFA-Neusynchro (Leibköche seiner Majestät).
Überarbeitet am 22.11.2011
Jan Hendriks

Jan Hendriks mit Inge
Egger in Sündige Grenze
(1951) und mit Brigitte Grothum und Joachim Fuchsberger in Das
Gasthaus an der Themse (1962).
(Heinz Joachim Hinz)
(06.12.1928, Berlin-Wilmersdorf - 17.12.1991, Berlin-Wilmersdorf)
Jan Hendriks beginnt zunächst eine Lehre in der Gastronomie, erhält dann jedoch eine Schauspielausbildung am berliner Hebbel-Theater und ab 1942 im UFA-Nachwuchsstudio. Nach Kriegsende tingelt er mit einer Wanderbühne durch Österreich, später kommt er zurück nach Berlin. 1951 gibt er seinen Einstand beim Film in R.A. Stemmles Sündige Grenze. Als bester Nachwuchsschauspieler erhält er den Bundesfilmpreis. Häufig sind es negative Charaktere, die er verkörpert: in Jägerblut (1957) spielt er einen Schmuggler, in Königin der Arena einen Artisten, der seiner Partnerin das Leben schwermacht. Gelegentlich macht er einen Ausflug in Komö-dienfach, so in Franz Peter Wirths Helden (1958- mit O.W. Fischer und Liselotte Pulver). 1953 wird Hendriks zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt, nachdem er in angetrunkenem Zustand in einen Verkehrsunfall verwickelt war. 1963 verunglückt er mit dem Motorrad schwer, danach verlegt sich Hendriks überwiegend auf die Fernseharbeit. Ab 1977 gehört er zum Ermittler-Team des Alten (Siegfried Lowitz). In den 60er Jahren arbeitet Hendriks auch im Synchronstudio; so spricht er John Ireland in Spartacus, Robert Stack in Sein oder Nichtsein oder Jan Merlin die Die Unerbittlichen. Jan Hendriks leidet in seinen letzten Lebensjahren an Diabetis, außerdem kursieren Gerüchte um eine AIDS-Erkrankung. Er wird am 17. Dezember 1991 tot in seiner Wohnung in Berlin-Wilmersdorf aufgefunden. Die Polizei schließt Suizid oder ein Verbrechen als Todesursache aus.
Jörg Hengstler
Jörg Hengstler synchronisierte bislang u.a. Tom Sizemore (Der Soldat James Ryan), Bill Paxton (U 571), Adam Arkin (Chicago Hope-TV), Adrian Paul (Highlander-TV) oder Ralph Moeller (Conan-TV). Er spielte in den 80er Jahren in einigen Folgen der DDR-Krimiserie Polizeiruf 110 und war später im Tatort Berlin-beste Lage zu sehen.
Anton Herbert
(1912 - Januar 1990, West-Berlin)
Anton Herbert gehörte über 30 Jahre lang zum Stammpersonal in berliner Synchronisationen. "Toni" Herbert war in unzähligen Nebenrollen zu hören. In Winnetou, 1. Teil sprach er Branko Spoljar, in Nevada Smith Ted deCorsia, in der TV-Westernserie Rauchende Colts Milburn Stone.Außerdem war er die deutsche Stimme der Trickfigur "Sylvester". Anton Herbert war 1959 im Kino in dem Streifen Liebe verboten- heiraten erlaubt zu sehen.
Ursula Herwig
Foto: Privat
(12.07.1935 - 05.12.1977, West-Berlin)
Ursula Herwig gehörte in den 1960er und 1970er Jahren zu den meistbeschäftigten Synchronsprecherinnen. So sprach sie u.a.Jane Fonda in Barbarella, Tina Louise in Die letzten vom Red River, Susannah York in Gold oder Jill Clayburgh in Trans-Amerika-Express. Desweiteren sprach sie Jean Seberg (Das Attentat), Mireille Darc oder Raquel Welch. Sie war auch als Synchronautorin und Synchronregisseurin tätig (Bilits; Mr. Billion; Car Wash; American Graffitti). Ihre Filmkarriere begann 1957 mit der Komödie Der kühne Schwimmer (mit Gunther Philipp und Susanne Cramer- das 2. Foto von links ist aus diesem Film!). Danach spielte sie 1959 in Nacht fiel über Gotenhafen (erstes und zweite Foto von rechts) und in dem französischen Film Der Gorilla schlägt zu. 1960 sah man sie in der Komödie Himmel, Amor und Zwirn und 1962 in Neunzig Minuten nach Mitternacht. Im TV konnte man sie u.a. in einer Folge der Serie Kriminalmuseum und in Raumpatrouille sehen. Sie war Mitglied des bekannten Kabaretts "Die Stachelschweine". Ursula Herwig war mit ihrem Kollegen Thomas Braut verheiratet (Tochter Angelika), trennte sich aber später von ihm. Sie war mit dem berliner Komödienautor Curth Flatow eng befreundet. Anfang Dezember 1977 fanden Spaziergänger Ursula Herwig in der Nähe der Tiergartenschleuse im ca. 50 cm tiefen Wasser des Landwehrkanals ertrunken auf. Vermutlich war sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen; eine andere Version besagt allerdings, sie wäre verunglückt. Sie wurde am 14.12.1977 in Berlin-Dahlem beigesetzt.
Wolfgang Hess

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(1940; andere Quelle: 1937)
Wolfgang Hess ist in der Schweiz aufgewachsen, wo er schon als Kind auf der Theaterbühne stand. Dem Theater ist Hess bis heute treu geblieben, doch am bekanntesten ist seine Stimme. Seit Beginn der 70er Jahre ist er die deutsche Stimme von Bud Spencer (anfangs im Wechsel mit Arnold Marquis und Martin Hirthe). Er spricht aber auch Marcello Mastroianni, Charles Bronson und Obelix aus den Zeichentrickfilmen. Ende der 1990er-Jahre konnte man Hess als Stimme des britischen Schauspielers Robbie Coltrane alias Eddie "Fitz" Fitzgerald, in der sonntäglich vom ZDF ausgestrahlten GB-Krimiserie Für alle Fälle Fitz (Originaltitel: Cracker) hören.
Hans Hessling
(1903, Hamburg -1995)
Hans Hessling wurde in Hamburg geboren und fuhr zunächst zur See, bevor er 1927 seine Theaterlaufbahn am Hamburger Schauspielhaus begann. Weitere Stationen waren Leipzig, Zürich und Berlin, später auch Wien und Hamburg. Sein Filmdebüt gab er 1940 im Zarah-Leander-Film Das Herz der Königin. Dann spielte er 1942 die Hauptrolle im Märchenfilm Das tapfere Schneiderlein. Danach war er erst in den 50er Jahren wieder im Kino zu sehen: u.a. in Glückliche Reise (1954), Alibi (1955), Die Buddenbrooks (1959), Bumerang (1959) oder Der letzte Zeuge (1960). Mehrmals sprach Hessling die Zeichentrickfigur Asterix. Daneben synchronisierte er u.a. James Cagney (Ein Händedruck des Teufels, Ragtime), Charlie Chaplin (Der große Diktator) oder Burgess Meredith (Rocky).
Ursula Heyer

Foto Frank Brenner
(15.02.1940)
Ursula Heyer ist seit dem Denver-Clan die deutsche Stimme von Joan Collins. Daneben hat sie u.a. Marie Versini in Durchs wilde Kurdistan und Im Reiche des silbernen Löwen sowie Barbara Carrera im James-Bond-Film Sag niemals nie synchronisiert. Ursula Heyer spielte in den Kinofilmen Zwölf Mädchen und ein Mann (1959; mit Toni Sailer, Margit Nünke, Rosemarie Kirstein), Die Fastnachtsbeichte (1960; das Foto links zeigt sie während der Dreharbeiten mit Partner Götz George) oder Schöner Gigolo, armer Gigolo (1979). Im TV war sie u.a. in Wolffs Revier oder im Tatort zu sehen. Daneben ist Ursula Heyer eine vielbeschäftigte Theaterschauspielerin in Berlin. Sie ist mit ihrem Kollegen Rainer Brandt verheiratet. Ihre Tochter Judith Brandt ist auch Schauspielerin.
Helmut Heyne
(27.04.1906, Gera - 07.02.2001, Berlin)
Helmut Heyne nahm von 1924-1926 Schauspielunterricht bei Claus Clausen am Reußischen Theater in Gera. Seit den 30er Jahren spielte Heyne in Kinofilmen mit, so im Hans-Albers-Film Sergeant Berry (1938), in der Berliner Ballade (1948) oder im Heimatfilm Schützenliesel (1954). Heyne, der auch in vielen Hörspielen mitwirkte, synchronisierte u.a. Richard Bright (Der Pate- Kinofassung), Walter Pidgeon (Zwei Minuten Warnung), John Carradine (Haus der langen Schatten) oder Keye Luke (Gremlins).
Hans Hinrich
(27.11.1903, Berlin - 30.10.1974, West-Berlin)
Hans Hinrich führte Theaterregie, als er 1932 zusammen mit Paul Martin die Regie des Hans-Albers-Filmes Der Sieger übernehmen konnte. 1933 wirkte er auch am Drehbuch des Arnold-Fanck-Filmes S.O.S. Eisberg mit (Hauptrollen Leni Riefenstahl, Gustav Diessl). Danach führte er u.a. Regie in den Filmen Das Meer ruft (1933), Liebling der Matrosen (1937), Dreiklang (1938), Fracht von Baltimore (1938). Während des Krieges führte er Regie in italienischen Filmproduktionen (Lucrezia Borgia- 1940; Tentazione- 1941). Nach dem Krieg, inzwischen wieder in Deutschland, führte er nur noch selten Regie (Conchita und der Ingenieur- 1954). Gelegentlich wirkte er auch als Schauspieler (Türme des Schweigens- 1954; Das Wunder des Malachias- 1961). Einen letzten Auftritt hatte er in der TV-Verfilmung Die Frau in Weiß (1971). Häufig war Hinrich nach dem Krieg im Synchronbereich tätig. Er sprach u.a. Broderick Crawford (Die ist nicht von gestern), Claude Rains (Das Phantom der Oper), Sidney Greenstreet (Die Spur des Falken), Brian Donlevy (Der Todeskuß- auch Regie), Edward G. Robinson (Straße der Versuchung), Raymond Massey (Piraten im karibischen Meer- auch Regie), Charles Vanel (Die Teuflischen- DF v. 1964) oder auch Leo G. Carroll (Ich kämpfe um dich; Rommel, der Wüstenfuchs; Schnee am Kilimandscharo).
Matthias Hinze
(07.02.1969 - 13.04.2007)
Matthias Hinze machte eine Gesangsausbildung bei Prof. Richard Gsell. Er spielte in TV-Serien wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten oder Schwarzwaldklinik. In der US-Serie Feuersturm spielte er eine kleine Rolle als Sohn von Generalfeldmarschall Rommel. Matthias Hinze synchronisierte oft seinen US-Kollegen Matt Damon (Der Soldat James Ryan; Der talentierte Mr. Ripley; Dogma; Good Will Hunting). Außerdem Ethan Hawke (Waterland), James Marsden (X-Men) oder Sasha Mitchell in der TV-Serie Dallas. Das Bild rechts zeigt ihn mit seinem Vater, dem (Synchron-)Schauspieler Lothar Hinze. Matthias Hinze verstarb im April 2007 an den Folgen einer schweren Krankheit.
Überarbeitet am 26.04.2007
Martin Hirthe
(13.02.1921, Berlin-Pankow - 19.08.1981, West-Berlin)
Martin Hirthe wurde geboren in Berliner Stadtteil Pankow, er wuchs aber in der Schweiz -sein Vater arbeitete dort als Ingenieur- auf. Nach dem Abitur in Davos ging er zurück nach Berlin. Er arbeitete dort bei Siemens. Allerdings ließ er sich dann lieber als Schauspieler ausbilden. Nach Theaterstationen in Graz, Wien, Kassel und Göttingen war Martin Hirthe über 20 Jahre lang Ensemblemitglied der Staatlichen Schauspielbühnen im damaligen West-Berlin. Im Kino war er u.a. in Frank Wisbars Nacht fiel über Gotenhafen (1959) als deutscher Offizier zu sehen, neben Gert Fröbe und Mario Adorf spielte er in Wolfgang Staudtes Ganovenehre (1966). Im Fernsehen produziert vom damaligen ARD-Sender Sender Freies Berlin (SFB) - war er als Berliner Tatort-Kommissar Schmidt tätig. Am bekanntesten war aber seine Synchronstimme. Martin Hirthe war seit 1961 Spezialist für "harte Männer". So sprach er Gregory Peck (Das Omen; Arabeske; Wer die Nachtigall stört), Walter Matthau (Hello Dolly; Extrablatt), Bud Spencer (Zwei sind nicht zu bremsen), Rod Steiger (Doktor Schiwago) oder auch Orson Welles (Kampf um Rom). Dem italienischen Schauspieler Adolfo Celi lieh er häufig die Stimme. So etwa in James Bond 007 Feuerball wo Celi den Bösewicht Largo spielte. Auch dem US-Schauspieler Raymond Burr alias Ironside Der Chef gab er in vielen Folgen (ARD-Synchro) die deutsche Stimme.
Überarbeitet am 23.06.2006
Gudo Hoegel
(1948)
Gudo Hoegel synchronisierte u.a. Willem Dafoe (Der englische Patient), Chico Marx (Die Marx-Brothers im Kaufhaus), Liam Neeson (High Spirits), Mike Myers (Dr. Evil in Austin Powers), Billy Bob Thornton (Ein einfacher Plan) oder James Russo (My Private Idaho). Er spielte u.a. in der Schwarzwaldklinik oder in Derrick.
Carola Höhn

Carola Höhn (links)
mit Rudolf Prack und Karin Baal in Vertauschtes
Leben (1961)
(Karoline Minna Höhn)
(30.01.1910, Wesermünde [heute Bremerhaven] - 08.11.2005,Grünwald
bei München)
Carola Höhn wird als Tochter eines schwäbischen Kaufmanns und Gastwirts in Wesermünde (heute Bremerhaven) geboren. Nach ihrem Schulabschluß arbeitet sie in einem Modehaus und zieht Anfang der dreißiger Jahre nach Berlin. Sie nimmt Schauspielunterricht bei Julia Serda und Hans Junkermann. Sie schickt einige Fotos zur UFA und wird daraufhin auch prompt engagiert. 1934 hat sie in Ferien vom Ich ihre erste Filmrolle. Es folgen Filme wie Der Bettelstudent (1936, mit Marika Rökk und Johannes Heesters), Zu neuen Ufern (1937, mit Zarah Leander, Willy Birgel), Mama (1940, mit dem italienischen Startenor Benjamino Gigli) oder Kollege kommt gleich (1943- mit Albert Matterstock). Auch nach dem Krieg ist sie im Kino zu sehen, so spielt sie 1954 in Heideschulmeister Uwe Karsten die Mutter von Barbara Rütting und wirkt 1956 neben Rudolf Prack und Gundula Korte in Roter Mohn. 1987 kann man sie zusammen mit Marika Rökk, Camilla Horn und Marianne Hoppe in Schloß Königswald sehen. Häufig spielt sie auch im Fernsehen (Praxis Bülowbogen). Nach dem Krieg synchronsierte Carola Höhn viele internationale Stars, wie Katherine Hepburn (Die Frau, von der man spricht), Hedy Lamarr (Samson und Delilah), Maureen O'Hara (Der Glöckner von Notre Dame [1939er Version]) und Alexis Smith (Gentleman Jim). Carola Höhn stirbt am 8. November 2005 in Grünwald bei München.
Klaus Höhne
(Klaus Wilhelm Bruno Höhne)
(13.06.1927, Hamburg - 21.08.2006, Murnau am Staffelsee)
Klaus Höhne kam nach seinem Schauspielunterricht bei Joseph Offenbach ans Hamburger Schauspielhaus. Nach Theaterstationen in Aachen und Stuttgart war er bis 1963 am Theater an der Josefstadt in Wien. Danach war er als Gast an allen großen deutschen Bühnen. Seit 1959 arbeitet Höhne für das Fernsehen, eine seiner bekanntesten Rollen war der Kommissar Konrad in zwölf Tatort-Folgen für den Hessischen Rundfunk. Außerdem spielte er 1968 bis 1971 in drei Filmen von Helga Feddersen: 4 Stunden von Elbe 1, Gezeiten und Im Fahrwasser. In Kinofilmen war er nur selten zu sehen, z. B. in Wilde Reiter GmbH. Höhne synchronisierte u.a. die Charlie-Chan Darsteller Warner Oland und Sidney Toler in den Filmen der Charlie-Chan-Reihe. Außerdem Richard Harris in Harry Potter und der Stein der Weisen oder Wolfgang Kieling in Die Rache des Dr. Fu Man Chu. Nach kurzer schwerer Krankheit starb Klaus Höhne am 21.08.2006.
Überarbeitet am 23.08.2006
Christina Hoeltel
Christina "Tina" Hoeltel synchronisierte u.a. Karen Allen in Jäger des verlorenen Schatzes, Carey Lowell im James-Bond-Film Lizenz zum töten, Rene Russo in den Lethal-Weapon-Filmen, Kathleen Turner in Die Ehre der Prizzis Jessica Lange in Tootsie oder Debra Winger in Urban Cowboy. In der Muppets-Show sprach sie "Scooter". Im TV konnte man sie in Wie würden Sie entscheiden? oder in Happy Holiday sehen.
Achim Höppner
(Joachim Höppner)
(1946, Lübeck - 18.11.2006, Germering)
Achim Höppner ist geboren und aufgewachsen in Lübeck. In der Hansestadt machte er auch seine schauspielerische Grundausbildung; er studierte Theatergeschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Sprechkunde und Bühnenbild. Seine ersten Theaterstationen waren dann München und Basel. Er war Mitbegründer und langjähriger Leiter des Theater in der Kreide (München-Neuperlach). Er spielte auch in Film- bzw. TV-Produktionen (u.a. Terremoto, 1996). Der Schauspieler hielt viele Vorlesungen und wirkte auch oft in Hörspielen mit. Als Synchronschauspieler war er vielbeschäftigt: so gehörten u.a. Jon Voight (Tomb Raider; Pearl Harbor), Burt Reynolds (Striptease), Paul Newman (There the Money is), David Warner (Scream 2) oder auch Donald Sutherland zu seinen "Kunden". Nach Klaus Kindlers Tod war er auch in Blood Work und in Million Dollar Baby die deutsche Stimme von Clint Eastwood. Achim Höppner lebte lange Jahre in Germering bei München; die Stadt hatte ihm 2002 den Kulturpreis verliehen. Am 18. November 2006 verstarb Joachim Höppner an einem Herzinfarkt. Er hinterließ Frau und zwei Kinder. Homepage
Überarbeitet am 21.11.2006
Benno Hoffmann

Benno Hoffmann und
Nadja Tiller in Labyrinth
(1959)
(Bernhard Adolf Martin Bodmann)
(30.05.1919, Süderbrarup - 09.03.2005, Vomp/Österreich)
Benno Hoffmann nimmt den Namen seines Stiefvaters an. Ab 1934 lebt er in Essen und beginnt ein Praktikum bei Krupp. 1936 erhält er ein Stipendium für die Folkwangschule und absolviert eine dreijährige Bühnenausbildung. Sein erstes Engagement erhält Benno Hoffmann - er nimmt den Namen Benno offiziell an- bekommt er 1939 als Solotänzer bei den Städtischen Bühnen Wuppertal. 1940 wird er zur Kriegsmarine eingezogen und dient hauptsächlich in der Nordsee. Nach dem Krieg setzt er seine Laufbahn als Tänzer fort, bis er 1952 von der "Filmaufbau" in Göttingen verpflichtet wird. Hier arbeitet er im Produktionsbüro und als Aufnahmeleiter und hat gelegentlich kurz Filmauftritte. Seine erste echte Rolle hat er 1955 als Stallknecht in Die Barrings. 1956 geht Hoffmann nach Berlin und arbeitet am Theater und als Synchronschauspieler. Er spielt in Die Halbstarken (1956) und in Endstation Liebe (1957) neben Horst Buchholz (und ist auch als Aufnahmeleiter tätig). In den 60er Jahren kommen Rollen in Krimis wie Zimmer 13 (1963) oder Nebelmörder (1964) und in Harald Reinls Die Nibelungen (1966) hinzu. Vor allem arbeitet er aber für das Fernsehen, wo er auch sein komödiantisches Talent entfalten kann. Mit Helga Feddersen dreht er für die "Glücksspirale" unzählige Spots. Zu seinen Synchronrollen (seit 1955) gehören Richard Boone (Man nannte ihn Hombre), Albert Dekker (Fluch des Südens), Clifton James (Leben und sterben lassen), Boris Karloff (Frankenstein) oder Jack Watson (Die Wildgänse kommen). Hoffmann, der mit der Schauspielerin Anna Smolik verheiratet ist, lebt zuletzt in München und Tirol. Nach langer Krankheit stirbt Hoffmann am 09. März 2005 im österreichischen Vomp, sein Tod wird allerdings erst im August 2005 publik.
Daniela Hoffmann

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Daniela Hoffmann
(03.04.1963, Berlin)
Daniela Hoffmann ist Julia Roberts (Pretty Woman) deutsche Stimme. Außerdem spricht sie u.a. Mary Stuart Masterson (Grüne Tomaten; Bad Girls), Jamie Lee Curtis (True Lies), Sharon Stone (Keiner kommt hier lebend raus). In der TV-Serie Ally McBeal spricht sie die Hauptdarstellerin Calista Flockhart. Daniela Hoffmann stammt aus der ehemaligen DDR und wirkte dort in Filmen wie Zille und ick oder am Theater in My Fair Lady mit. Sie ging 1989 in den Westen. Im TV war bzw. ist sie u.a. in den TV-Serien Aber ehrlich, Happy Birthday oder Der Landarzt zu sehen.
Gert Günther ("G.G.") Hoffmann

Am Tag als der Regen kam (1959):
Gert Günther Hoffmann mit Mario Adorf (Bild links) und auf dem
rechten Foto sind zu sehen: Mario Adorf, Gert Günther Hoffmann,
Uwe Gauditz, Christian Wolff, Wolf Richards, Ernst Jacobi und
Claus Wilcke (Bilder aus IFB Nr. 5070)
(21.02.1929, Berlin-Lankwitz - 14.11.1997, Feldafing)
Gert Günther Hoffmann hatte eine der bekanntesten Synchron-Stimmen. Die Synchronlaufbahn des gelernten Kaufmanns begann um 1950; so sprach er in jenem Jahr Richard Long in Der schwarze Spiegel. Danach synchronisierte er Kirk Douglas (Mit stahlharter Faust, Wege zum Ruhm), Rock Hudson (u.a. Was der Himmel erlaubt, Bettgeflüster, Ein Pyjama für zwei), Paul Newman (u.a. Einer muß dran glauben, Der lange heiße Sommer, Exodus, Ein Fall für Harper, Zwei Banditen, Der Clou, The Bronx), Clint Eastwood (Zwei glorreiche Halunken, Hängt ihn höher), Lex Barker (u. a. Winnetou I-III), Marlon Brando (Meuterei auf der Bounty), William Shatner ("Cpt. Kirk"; bis auf Teil II und III alle Star Trek-Filme und TV-Serie), Michel Piccoli (u.a. Die Dinge des Lebens), Patrick Macnee (TV-Serie Mit Schirm, Charme und Melone) und natürlich Sean Connery (von 1963 bis 1994 fast alle seine Filme). Wg. einer schweren Erkrankung mußte er 1995 auf die Synchronisation von Connery in Der erste Ritter verzichten. Im Kino war er in Am Tag, als der Regen kam (1959), Ihr schönster Tag (1962) oder Der starke Ferdinand (1976) zu sehen. In der TV-Krimiserie Sonderdezernat K1 war er als Kommissar Matofski tätig. Er spielte Theater am British Centre in Berlin, an Hamburgs Kammerspielen (u.a. als Partner von Käthe Gold in "Happy End") oder auch an Münchens Kleiner Komödie. Außerdem war er als Funkregisseur tätig.
überarbeitet am 07.10.2006
Claus Holm

Claus
Holm mit Nicole Heesters in Der
Glockengießer von Tirol (1955) und mit
Marianne Hold in Die Lindenwirtin vom
Donaustrand (1957)
(Helmut Gerhard
Ozygus)
(04.08.1918, Bochum - 21.09.1996, Berlin)
Claus Holm arbeitet u.a. drei Jahre lang als Bergmann und bringt es auch als Boxer zum Meistertitel (1937). Er gibt in einem der ersten deutschen Farbfilme, Das Bad auf der Tenne, in einer Nebenrolle sein Filmdebüt. Nach dem Krieg spielt er zunächst bei der ostdeutschen DEFA, so 1947 in den Filmen Razzia (mit Paul Bildt) und in Ehe im Schatten (mit Paul Klinger und Ilse Steppat). Bis 1952 wirkt er noch in sechs weiteren DEFA-Filmen mit, ehe er in den Westen geht. Hier hat er als Heideschulmeister Uwe Karsten (1954) seinen ersten großen Erfolg. Er spielt jetzt Naturburschen in vielen Heimatfilmen, ehe er 1957 in dem Robert-Siodmak-Film Nachts wenn der Teufel kam mitwirkt. In Fritz Langs Zweiteiler Der Tiger von Eschnapur/Das indische Grabmal spielt er neben Debra Paget und Paul Hubschmid. Anfang der 60er Jahre werden die Rollenangebote weniger. Stattdessen ist er oft Gast in Synchronstudios. Zu seinen Rollen gehören Joseph Cotten in El Perdido, Karl Swenson in Einsam sind die Tapferen oder Fred Williams in Harald Reinls Die Nibelungen. Popularität kann er noch einmal durch die Mitwirkung in der TV-Serie Raumpatrouille (1966) gewinnen. Danach wirkt er in einigen Krimis in Nebenrollen mit und gerät praktisch in Vergessenheit. Rainer Werner Fassbinder holt ihn Ende er 70er Jahre nochmals für kleine Rollen in seinen Filmen wie Die Ehe der Maria Braun oder Berlin Alexanderplatz. Nach einem Schlaganfall schwerkrank, stirbt Claus Holm am 21. September 1996 in Berlin. Das Foto rechts zeigt Claus Holm mit Marianne Koch in Zwei blaue Augen (1955).
Walter Holten
(05.03.1897, Ingolstadt - 23.06.1972, Planegg)
Walter Holten gehörte gleich nach dem zweiten Weltkrieg zum Synchron-Stammpersonal in München. Eine Synchronauswahl: Donald Crisp (Arzt und Dämon; Schlagende Wetter), Bing Crosby (Die Glocken von St. Marien), Erich von Stroheim (Alibi; Boulevard der Dämmerung) oder Charles Bickford (Das Lied von Bernadette). Bereits 1933 hatte Walter Holten seinen ersten Auftritt in einem Kinofilm: Roman einer Nacht. 1936 hatte er einen Auftritt im Karl-Valentin-Kurzfilm Straßenmusik, neben Hans Albers sah man ihn 1938 in Fahrendes Volk. Nach dem Krieg spielte er u.a. in Sauerbruch (1954) mit. Im Fernsehen war er schließlich im Königlich Bayrischen Amtsgericht zu sehen.