Synchronsprecher Kurzporträts I J


Simon Jäger


Foto: Helen Krüger, mit freundlicher Genehmigung von Simon Jäger

(16.03.1972, Berlin)

Schon als Kind sprach Simon Jäger erste Synchronrollen. Er ist die deutsche Stimme von Josh Hartnett (u.a. in Pearl Harbor, 40 Tage und 40 Nächte, Hollywood Cops, Black Dahlia) oder von Jet Li (Romeo must Die; Kiss of the Dragon). Simon Jäger war auch der am häufigsten eingesetzte Sprecher des 2008 verstorbenen Heath Ledger (u.a. Ritter aus Leidenschaft, Gesetzlos- die Geschichte des Ned Kelly, Brokeback Mountain). Er übernahm vom 2007 verstorbenen Matthias Hinze die Synchronisation von Matt Damon, den er schon vorher gelegentlich gesprochen hatte (Der Regenmacher; Die Bourne Verschwörung, Das Bourne Ultimatum, Ocean's Thirteen). Bislang hat er in rund 450 Filmen Synchronrollen gesprochen. Seit 1998 verfaßt Simon Jäger auch Synchronbücher und führt Synchronregie.

Neu eingestellt am 02.07.2008


Käte Jaenicke

(22.03.1928[andere Quelle: 1923], Freie Stadt Danzig [heute Gdansk, Polen]- 01.11.2002, München)

Käte Jaenicke war seit Ende der 1950er Jahre ein Dauergast in Kino und TV. Häufig waren es Küchenhilfen oder Dienstboten, die sie verkörpert hat (gelegentlich mit ostpreußischem Dialekt), z.B. in der TV-Serie Alle meine Tiere (mit Gustav Knuth). Sie spielte u.a. in den Kinostreifen Das blaue Meer und Du (1959), Unser Haus in Kamerun (1961- mit Götz George und Johanna v. Koczian), in Schlöndorffs Die Blechtrommel (1979) und auch in Holocaust mit. Käte Jaenicke synchronisierte u.a. Angela Lansbury in Die amourösen Abenteuer der Moll Flanders, Carol Burnett in Wer hat in meinem Bett geschlafen oder auch Elsa Lancaster in Seemann, Ahoi! Ihre Tochter Anja ist ebenfalls Schauspielerin. Käte Jaenicke verstarb am 1. November 2002 in einem Münchner Altersheim.

Überarbeitet am 03.06.2006


Erik Jelde


Erik Jelde (Mitte) in bayrischer Tracht in Im weißen Rössl (1960). Waltraud Haas und Werner Finck scheinen etwas verzweifelt...

(auch: Eric Jelde)
(01.05.1894 - Dez. 1982)

Erik Jelde synchronisierte seit 1950 u.a. Orson Welles (Ein Mann zu jeder Jahreszeit), Fredric March (Alexander der Große), Lionel Barrymore (Gangster in Key Largo), Harry Andrews (Der Mackintosh-Mann), Trevor Howard (Die Schande des Regiments), Burl Ives (Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen), Sterling Hayden (1900) oder John Huston (Der Wind und der Löwe). Jelde konnte man u.a. in den Kinofilmen Im weißen Rössl (1960- mit Peter Alexander, Waltraud Haas), Frage sieben (1961) oder auch Isola Bella (1961- mit Marianne Hold, Paul Hubschmid) sehen.


Klaus Jepsen

(1936, Schleswig - 16.01.2005, Berlin)

Klaus Jepsen machte seine Schauspielausbildung bei Marliese Ludwig in Berlin wo er später auch eine umfangreiche Bühnentätigkeit hatte (u.a. mit Peter Ustinov). Zu seinen Kinoauftritten zählen u.a. Der Transport (1961), Die neuen Leiden des jungen W. (1976) und im Loriot-Film Pappa Ante Portas (1991). Im Fernsehen sah man ihn u.a. in der Serie Der elegante Hund. Besonders häufig wurde Klaus Jepsen in Hörspielproduktionen eingesetzt. Als Synchronsprecher lieh er u.a. Danny deVito (Schnappt Shorty!; L.A. Confidential), Ian Holm (Das 5. Element) oder Joel Grey (Kafka) seine Stimme.


Günther Jerschke


Günther Jerschke (li.) in Der Teufel spielte Balalaika (1961)

(08.10.1921, Breslau - 06.05.1997)

Günther Jerschke hatte im Revuefilm Die verschleierte Maja 1951 seinen ersten Kinoauftritt. Danach war er regelmäßig in kleinen Rollen im deutschen Nachkriegsfilm präsent. So war er u.a. in Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957), in Helmut Käutners Schinderhannes (1958), im Heinz-Erhardt-Film Drillinge an Bord (1959) oder im Wallace-Film Die toten Augen von London (1961) zu sehen. Später war er auch oftmals im TV zu sehen, u.a. in Zwei Münchner in Hamburg. Zu seinen Synchronrollen gehören Ralph Bellamy (Amazonen auf dem Mond), Denholm Elliot (Der Mörder mit den Silberflügeln) oder Lewis Stone (Millionäre bevorzugt).


Hansi Jochmann


Foto: Helen Krüger, mit freundlicher Genehmigung von Hansi Jochmann

(19.02.1953, Berlin)

Ihre Eltern sind dieSchauspielerin Gretel Walters und der Schauspieler und Regisseur Hans Jochmann. Bereits als Kind hat sie erste Auftritte in Theater (Heinerle in "Der fidele Bauer", 1959), Kino (Kirmes, 1960- mit Götz George) und Synchronatelier (erste Arbeit im Cary Grant/Sophia Loren-Film Hausboot). Seitdem ist Hansi Jochmann an verschiedenen berliner Bühnen beschäftigt (u.a. Schillertheater, Schloßparktheater, Freie Volksbühne). Sie spielt in Kinoproduktionen wie Kehraus (mit Gerhard Polt), Otto, der Außerfriesische oder Wie eine Licht in dunkler Nacht (mit Michael Douglas, Melanie Griffith). Seit Taxi Driver ist sie fast immer die deutsche Synchronschauspielerin von Jodie Foster. Daneben hat sie u.a. auch Goldie Hawn in Sugarland-Express synchronisiert.


Friedrich Joloff


Friedrich Joloff (hinten) mit Christian Wolff und Ingrid Stenn in Anders als du und ich (1957)

(Friedrich Jolowicz)
(1908, Berlin -1988)

Friedrich Joloff wurde in Berlin geboren und besuchte die Schauspielschule des Deutschen Theaters. Danach spielte er kleinere Rollen an Berliner Theatern, bis die Nazis ihn 1933 mit Berufsverbot belegten. Er ging nach Italien, wurde aber zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg wirkte er wieder an Berliner Bühnen. 1953 drehte er seinen ersten Film, die britische Produktion Desperate Moment. Danach konnte man ihn, meist als Bösewicht, u.a. in Die Halbstarken (1956), Liane- die weiße Sklavin (1957) oder auch Anders als die anderen (1957) sehen. Im TV war er ebenfalls der Bösewicht (Babeck; 11 Uhr 20). Seine bekannteste Rolle war die des Oberst Villa in Raumpatrouille. Daneben war Joloff vor allem in den 1950er Jahren als Synchronsprecher gefragt: Orson Welles in Der dritte Mann (1949; 1. Synchronfassung), James Mason in Julius Caesar oder Lord Jim. Desweiteren sprach er u.a. Jack Palance (Attila, der Hunnenkönig), Peter Cushing (Das Schwert des Robin Hood), Christopher Lee (Die Rache der Pharaonen), John Barrymore (Menschen im Hotel), Kirk Douglas (Den Hals in der Schlinge), Vincent Price (Die zehn Gebote).


Harald Juhnke


Harald Juhnke und Elma Karlowa in Schick deine Frau nicht nach Italien (1960)

(10.06.1929, Berlin - 01.04.2005, Rüdersdorf bei Berlin)

Harald Juhnke macht nach einem abgebrochenen Medizinstudium eine Schauspielausbildung bei Marliese Ludwig. Sein erstes Theaterengagement hat er in Neustrelitz, danach geht er ans berliner Hebbeltheater. 1950 bis 1955 ist er Mitglied der Freien Volksbühne. Weitere Theaterstationen sind Hamburg und München (hier auch Regie). Seit Anfang der 50er Jahre dreht Juhnke viele Kinofilme. Hier wird er häufig als "Kumpel" -häufig mit komischem Einschlag- des jeweiligen Helden eingesetzt. In Die grünen Teufel vom Monte Cassino (1958) ist er ein Fallschirmjäger, in U 47- Kapitänleutnant Prien ist er der Smut mit dem "Adlerauge" und in Das Testament des Dr. Mabuse spielt er den Assistenten von Gert Fröbe. Häufiger spielt er aber in Komödien wie Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett (1962- mit Heinz Erhardt, Karin Dor und Ann Smyrner). Bereits seit Beginn der 50er Jahre synchronisiert Juhnke. Für die Besetzung von Marlon Brando in Faust im Nacken (1954) wird er persönlich vom Regisseur Elia Kazan ausgesucht. Brando spricht er danach in weiteren Filmen wie Der Wilde, Der Besessene oder Ein Mann wird gejagt. 1959 liefert sich Juhnke eine filmreife Verfolgungsjagd im Auto mit der Westberliner Polizei. Nachdem er gestellt wird, beschimpft er die Polizisten und schlägt auf die Beamten ein. Wg. Verkehrsgefährdung,Trunkenheit am Steuer, Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt wird er zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt, von denen er zweieinhalb Monate absitzen muß. 1979 wird er Nachfolger des verstorbenen Peter Frankenfeld in der TV-Show "Musik ist Trumpf", die er 1984 nach einer Alkoholeskapade abgeben muß. Seit dieser Zeit ist sein Privatleben immer wieder im Blickfeld des Boulevardjournalismus. In erster Ehe (1951-60) ist er mit der Schauspielerin Sybil Werden verheiratet (Sohn Peer), von 1961 bis 71 mit der Kollegin Chariklia Baxevanos. Seit 1971 ist er mit der Schauspielerin Susanne Hsiao verheiratet (Sohn Oliver). In seinen letzten Lebensjahren lebt Juhnke in einem Pflegeheim in der Nähe Berlins, wo er am 01. April 2005 stirbt.


Claus Jurichs

(28.03.1935, Berlin - 31.03.2005, Meschede)

Claus Jurichs beginnt als Sohn eines Zahnarztes zunächst ein Medizinstudium und absolviert ein Praktikum als Dentist. Danach absolviert Jurichs die Max-Reinhardt-Schauspielschule in Berlin und nimmt Schauspielunterricht bei Lucie Höflich und Hilde Körber. In Leipzig, Meiningen und Berlin hat er Theaterengagements. Eine erste Kinorolle hat er 1954 in Ihre große Prüfung (mit Hans Söhnker und Luise Ullrich). Danach ist Jurichs vor allem in Ost-Berliner Fernsehproduktionen zu sehen, als einer der wenigen West-Berliner Schauspieler auch nach dem Mauerbau (Papas neue Freundin; Oh, diese Jugend; Das Glas Wasser). 1966 wirkt er letztmals in einer DEFA-Produktion mit: Reise ins Ehebett. Im Westen sieht man ihn später in Serien wie Nonstop Nonsens, Direktion City oder Hamburg Transit. Seit 1960 ist Jurichs auch als Synchronsprecher tätig. Meist sind es markante Nebenrollen, die er spricht, so z.B. Jerry Orbach in Dirty Dancing oder James Caan in El Dorado. Mario Girotti alias Terence Hill hat er in Winnetou II und Die Nibelungen synchronisiert, ferner Roddy McDowall (Planet der Affen), David Warner (Das Omen). Seine bekannteste Rolle dürfte Ken Kercheval ("Cliff Barnes") in Dallas gewesen sein. Jurichs war übrigens auch geprüfter Rettungsschwimmer und begeisterter Motorsportler (er besaß seit 1964 eine internationale Lizenz für Motorsport).


Index