
Synchronsprecher Kurzporträts R
Carl Raddatz

Kristina Söderbaum,
Carl Raddatz in Immensee
(1943), Winnie Markus und Carl Raddatz in Das
Mädchen Marion (1956)
(Carl Werner Fritz Raddatz)
(13.03.1912, Mannheim - 19. 05.2004, Berlin)
Carl Raddatz wird am 13. März 1912 in Mannheim als Sohn des Versicherungsbeamten Carl Hermann Raddatz und dessen Frau Lina Elisabetha, geb. Nußbickel, geboren. Noch während er die Oberrealschule besucht beginnt er mit dem Schauspielunterricht bei Willy Birgel, der damals der Star der Mannheimer Bühne ist. Durch Birgels Fürsprache erhält er gleich nach dem Abitur 1931 seine erste Theaterrolle am Mannheimer Nationaltheater. 1933/34 spielt Raddatz am Stadttheater Aachen, 1934-37 am Staatstheater Darmstadt und 1937/38 am Theater der Stadt Bremen. 1937 bekommt Carl Raddatz seine erste kleine Filmrolle in Urlaub auf Ehrenwort. Nach einigen Unterhaltungsstreifen wirkt er als pflichtbewußter Soldat in Wunschkonzert (1940) und Stukas (1941) mit, zwei Filmen ganz im Sinne der NS-Ideologie. In Gustav Ucickys Hetzfilm Heimkehr spielt er einen Volksdeutschen Arzt der von Polen erschlagen wird. Zwei melodramatische Filme dreht Raddatz unter der Regie von Veit Harlan: Immensee (1942) und Opfergang (1944). Einen seiner besten Filme dreht Raddatz kurz vor Kriegsende: Unter den Brücken. Der Film von Helmut Käutner kommt erst 1950 in die (bundesdeutschen) Kinos. Raddatz soll übrigens die Hauptrolle im ersten deutschen Nachkriegsfilm spielen (Die Mörder sind unter uns)- jedoch weigert er sich in einem Film zu spielen, bei dem ein deutscher Soldat negativ geschildert wird. So bekommt ein anderer "Synchronkollege" die Rolle: Wilhelm Borchert. Auch im Nachkriegskino ist Raddatz auf der Kinoleinwand präsent: In jenen Tagen (1947); Gabriela (1950); Rosen im Herbst (1955); Made in Germany (1957); Das Mädchen Rosemarie (1958). Seinen letzten Kinofilm dreht er 1975: Jeder stirbt für sich allein. Im Fernsehen ist er u.a. in der Serie Buddenbrooks (1979) zu sehen. 1951-1955 gehört er zum Deutschen Theater in Göttingen, 1958 bis 1983 zu den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Raddatz Synchronkarriere beginnt gleich nach dem zweiten Weltkrieg: in der Gaststätte "Schützenhaus", am Rande der Filmstadt Babelsberg, werden die ersten russischen Filme deutsche synchronisiert (Lenin im Oktober; Lenin 1918; Taschapajev). Raddatz synchronisiert hier mit den Kollegen Paul Klinger, Max Eckard, O.E. Hasse, Walter Richter und Erich Dunskus. Danach spricht er u.a. Henry Fonda (Faustrecht der Prärie), Humphrey Bogart(Der Schatz der Sierra Madre), Robert Taylor (Karawane der Frauen), Anthony Quinn (Der Indianer), oder Burt Lancaster (Der Gefangene von Alcatraz). Am 19. Mai 2004 stirbt Carl Raddatz in Berlin.
Überarbeitet am 27.05.2010
Osman Ragheb
(11.05.1926, Nablus)
Osman Ragheb ist seit vielen Jahren mit der deutschen Synchronbranche verbunden. Er arbeitet nicht nur als Synchronschauspieler (u.a. Charles Aznavour in Der Zauberberg, Paul Winfield in Strange Justice oder Jon Voight in U Turn- kein Weg zurück), sondern ist auch als Synchronautor- und regisseur tätig (u.a. Schindlers Liste). Er spielt immer wieder kleine Rollen in (internationalen) Filmproduktionen, wie z. B. Holocaust oder Schindlers Liste. In der TV-Serie Mit Karl May im Orient (1963) spielte er den "Hadschi Halef Omar". Ragheb, dessen Kinder ebenfalls als Schauspieler tätig sind, ist Geschäftsführer der Münchner Synchronfirma Soundfilm GmbH.
Horst Raspe
(02.05.1925, Berlin - 19.12.2004)
Horst Raspe hatte eine frühe Synchronrolle in der Westernserie Am Fuß der blauen Berge, wo er John Smith sprach. Eine weitere Synchronhauptrolle hatte er in der Serie Ein Sheriff in New York (Dennis Weaver). Mehrfach synchronisierte er den britischen Schauspieler John Hurt (u.a. in Zwei irre Typen auf heißer Spur). Horst Raspe spielte in den Kinoproduktionen Céleste (1981, mit Eva Mattes) und Milos Barus, der stärkste Mann der Welt (1983, mit Günter Lamprecht). Raspe arbeitete auch als Regisseur und Sprecher in der Literaturabteilung des Bayrischen Rundfunks. Am 19. Dezember 2004 verstarb Horst Raspe.
Barbara Ratthey

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(1940; andere Quelle: 1946 - 18. Oktober 2009, Berlin)
Barbara Ratthey machte ihre Ausbildung an der Schauspielschule "Max Reinhardt" in Berlin. Ihre Theaterlaufbahn führte sie vor allem an berliner Theater, z.B. Schillertheater, Ku-dammtheater, Vagantenbühne oder kleines Theater am Südwestkorso. 1967 war sie im Kinofilm Rockys Messer zu sehen (Regie: Joachim Mock), 1987 in der TV-Serie Ein eleganter Hund mit Helmuth Lohner. Seit 1966 ist sie häufig in Synchronrollen zu hören. So synchronisierte sie Estelle Getty ("Sophia" in der TV-Serie Golden Girls), Lee Grant (Shampoo; Verschollen im Bermuda-Dreieck), Anne Bancroft (Jesus von Nazareth), Cloris Leachman (Mel Brooks' Höhenkoller), Katy Jurado (Unter dem Vulkan), außerdem Grace Jones, Eartha Kitt oder Dionne Warwick. Sie machte auch Hörspiele, u.a. für den NDR, WDR oder Radio Bremen.
Thomas Rau
(1936)
Thomas Rau stammt aus Berlin und siedelte Anfang der 80er Jahre nach München über, wo er heute lebt .Er war u.a. in Aktenzeichen XY ungelöst (1972), Lokaltermin (1973), Rocky´s Messer (1969, mit Barbara Ratthey) und in Aufdermauer (1983, mit Klaus Abrahamowski) im TV zu sehen. Seine sehr markante Stimme lieh er u.a. Chief Wiggum (Simpsons), Joseph Bono (Wie ein wilder Stier), Bob Hopkins (U-Turn) oder J. Todd Adams (Creature Zone). Rau ist heute ausschließlich als Synchronschauspieler tätig. Eine zeitlang betrieb Thomas Rau eine Hühnerfarm.
Hartmut Reck

Hartmut Reck mit
Hannelore Schroth (oben) und Grit Böttcher (rechts) in Himmel,
Amor und Zwirn (1960)
(17.11.1932 - 28.01.2001, Nienburg/ Weser)
Hartmut Reck war lange Jahre ein vielbeschäftigter Synchronsprecher. So sprach er u.a. Richard Chamberlain (Dornenvögel), Anthony Hopkins (Nixon), Michael Caine (Die Brücke von Arnheim), Donald Sutherland (Space Cowboys), Terence Hill (Die rechte und die linke Hand des Teufels). Reck begann 1953 seine Theaterlaufbahn beim Berliner Ensemble Bert Brechts. Bei der ostdeutschen DEFA drehte er 1957 auch seine ersten Filme (Berlin-Ecke Schönhauser). Im Westen drehte er u.a. Himmel, Amor und Zwirn (1960), Der längste Tag (1962) oder Der unheimliche Mönch (1965). Von 1988 bis 2000 war er in der Krimiserie Die Männer vom K 3 im Fernsehen zu sehen. Bei einem Spaziergang in Nienburg/Weser, wo er gerade mit einer Theatertournee gastierte, erlag er am 28. Januar 2001 einem Herzinfarkt.
Rudolf Reif
(19.11.1901, Leipzig - April 1961)
Rudolf Reif absolvierte seine Berufsausbildung an der Theaterschule des Schauspielhauses Leipzig. Sein Bühnendebüt gab er dann 1921 in Flensburg, wo er auch sein erstes Engagement erhielt. Es folgten Zittau, Hannover, Breslau, Wuppertal, das Staatstheater Wiesbaden, das Deutsche Theater Prag. 1944 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und geriet in Gefangenschaft. Nach der Entlassung war seine erste Theaterstation das Staatstheater Oldenburg, danach spielte er an den Städtischen Bühnen Frankfurt/Main, später in Wiesbaden und München (Kammerspiele und Residenztheater). In der deutschen Erstaufführung von O'Neills "Trauer muß Elektra tragen" spielte er den "Mannon", in Steinbecks "Von Mäusen und Menschen" war er der "Lennie". Im Kino spielte Reif in den Curt-Goetz-Komödien Frauenarzt Dr. Prätorius (1949) und Das Haus in Montevideo (1951), außerdem u.a. in Die große Versuchung (1952, mit Dieter Borsche) und Der Vogelhändler (1953, mit Ilse Werner). Er sprach auch im Hörfunk, so z. B. den "Harras" in Zuckmayers "Des Teufels General" (SWF, Baden Baden). Seit Ende der 1940er Jahre sprach Rudolf Reif auch Synchronrollen. So u. a. Oskar Homolka (Geheimnis einer Mutter), Lionel Barrymore (Duell in der Sonne) oder Francis Sullivan (Christoph Columbus).
Neu eingestellt am 21.11.2006
Dr. Anton Reimer
(25.02.1904, Prag - 17.11.1970, München)
Dr. Anton Reimer, seit Ende der 1940er Jahre bis zu seinem Tod einer der meistbeschäftigten Synchronschauspieler in München, dürfte seine bekannteste Synchronrolle in Fantomas gegen Interpol (1966) gehabt haben, wo er Louis de Funès' Rolle sprach. Er synchronisierte den hektischen Franzosen auch in Scharfe Sachen für Monsieur und Die Damen lassen bitten. In der kuriosen Synchronisation des Laurel & Hardy-Streifens 3 x Dick und Doof sprach Reimer alle männlichen Rollen. Außerdem synchronisierte er Donald Crisp in Die Abenteuer des Mark Twain, Victor Buono in Leise flüstern die Pistolen oder Roland Young in Die Frau mit den zwei Gesichtern. Reimer wirkte u.a. im Fernsehfilm Die Gäste des Felix Hechinger mit. 1956 spielte er mit Dieter Borsche, Cornell Borchers und Barbara Rütting in Rot ist die Liebe.
Überarbeitet am 19.08.2006
Heinz Reincke
(Karl-Heinz Reincke)
(28.05.1925, Kiel - 13. Juli 2011, Purkersdorf bei Wien)
Heinz Reincke absolviert zunächst eine Lehre bei der Industrie- und Handelskammer in Kiel. Während der Ausbildung wirkt er als Komparse am Kieler Stadttheater. Er nimmt niemals Schauspielunterricht, sondern wird von den Kollegen ausgebildet. 1942 gibt er sein Debüt als Berufsschauspieler am Kurtheater in Landsberg an der Warthe. Er gehört im Krieg zur Truppenbetreuung und findet 1947/48 ein erstes Engagement am Staatstheater Schleswig. Weitere Stationen sind Bonn und Stuttgart; 1954 feiert er bei einem Gastspiel in Berlin seinen Durchbruch. Gustaf Gründgens wird auf ihn aufmerksam und verpflichtet ihn an das Deutsche Schauspielhaus nach Hamburg. Zehn Jahre lang bleibt er festes Ensemblemitglied in Hamburg. 1968 geht Reincke an Wiener Burgtheater. 1985 verabschiedet er sich dort in den (Theater-) Ruhestand. Erste Filmrollen hat Heinz Reincke in den 50er Jahren. Er spielt neben Horst Buchholz in Kurt Hoffmanns Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull (1957), in der internationalen Produktion Der längste Tag (1962) oder mit Joachim Fuchsberger in Das fliegende Klassenzimmer (1973). Seine Synchronlaufbahn beginnt ebenfalls in den 50er Jahren. Er spricht Marlon Brando in Desiree, Kirk Douglas in Der Favorit, Alec Guiness in Ladykillers, Patrick McGoohan in Duell am Steuer oder auch James Coburn in den Derek-Flint-Filmen. Reincke erwirbt 1970 zusätzlich die österreichische Staatsangehörigkeit. Den Fernsehzuschauern wird er besonders durch die Serien Adrian der Tulpendieb und ab 1988 als "Pastor Eckholm" in der TV-Serie Der Landarzt bekannt. Er ist von 1958 bis 1978 mit der Kollegin Erni Mangold, mit seiner zweiten Frau Elfi seit über 20 Jahren verheiratet. Heinz Reincke, der seit einigen Jahren an Lungenkrebs litt, stirbt am 13. Juli 2011 in seiner österreichischen Wahlheimat.
Überarbeitet am 18. Juli 2011
Thomas Reiner

Thomas Reiner und
Barbara Rütting in Liebe- wie die Frau sie
wünscht (1957)
(Horst-Otto Reiner)
(29.10.1926, Stuttgart)
Thomas Reiner gibt 1944 in Esslingen sein Theaterdebüt. Es folgen Engagements in Stuttgart, Kassel, Bochum und Bremen. 1955 spielt er seine erste Fernsehrolle. Und auch im Unterhaltungsfilm der 50er Jahre hat Reiner seinen Platz. Als Liebhaber schöner Frauen hat er jedoch das Nachsehen: in Die Prinzessin von St. Wolfgang (1957) erliegt Marianne Hold dem Charme Gerhard Riedmanns und läßt die Verlobung platzen; in Die Landärztin (1958) hat er gegen Rudolf Prack bei Marianne Koch keine Chance. 1966 ist er in der Kultserie Raumpatrouille als "Ordonanzoffizier Spring-Brauner" zu sehen. Auftritte in Serien wie Königlich Bayrisches Amtsgericht oder Der Alte folgen. Seit vielen Jahren leiht Reiner auch ausländische Kollegen seine Stimme, z.B. Terry-Thomas in Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen, James Donald in Gesprengte Ketten oder auch Hayden Rorke ("Dr. Bellows" in der TV-Serie Bezaubernde Jeannie).
Reent Reins
(10.10.1943, Otterndorf)
Reent Reins spielte u.a. am hamburger Ernst-Deutsch-Theater, am Staatstheater Stuttgart oder am Theater der Stadt Essen. Reins war in Fernsehserien wie St. Pauli Landungsbrücken, im Tatort oder Anwalt Abel zu sehen. Als Synchronschauspieler ist er vor allem als deutsche Stimme von Don Johnson bekannt geworden, den er in den Serien Miami Vice und Nash Bridges synchronisiert hat (und auch in in Kinofilmen, z.B. Tin Cup). Außerdem Marc Singer (TV-Serie V-die Außeridischen kommen), Jerome Courtland (Treibsand) oder Jerzy Radziwilowicz (Der Mann aus Marmor). Homepage: www.reentreins.de
Anke Reitzenstein

Fotos mit freundlicher
Genehmigung von Anke Reitzenstein
(1961)
Anke Reitzenstein hat in bislang über 650 Filmen vielen weiblichen Stars ihre Stimme geliehen: Whitney Houston (Bodyguard; Rendezvouz mit einem Engel), Anne Heche (Psycho), Angela Bassett (Tina), Kristin Scott-Thomas (Der Pferdeflüsterer), Sharon Stone (Die Muse) oder Robin Wright-Penn (Message in a Bottle). Anke Reitzenstein war in dem Film Die Venusfalle in einer Nebenrolle zu sehen.
Überarbeitet am 12.12.2006
Charles Rettinghaus

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(24.05.1962)
Charles Rettinghaus wurde an der Schauspielschule Margot Höpfner in Hamburg ausgebildet. Rettinghaus war u.a. in den TV-Serien Ein Heim für Tiere oder Gute Zeiten, schlechte Zeiten zu sehen. Er ist seit einigen Jahren die deutsche Stimme von Jean-Claude van Damme (Time Cop). Außerdem synchronisiert er u.a. Jamie Foxx (Collateral; Ray), Robert Downey jr., Matt Dillon oder LeVar Burton. Bislang kommt der Synchronschauspieler auf rd. 850 Filmrollen, in denen seine Stimme zu hören ist. Seit 1995 moderiert Charles Rettinghaus auch Veranstaltungen.
Überarbeitet am 30.11.2011
Emily Reuer
(1942-25.10.1981, München)
Emely Reuer spielte schon 1964 in der Beppo-Brem-Serie Die seltsamen Methoden des Franz-Josef-Wanninger. Von 1968 bis 1970 gehörte sie zum Ermittlerteam des Kommissars Erik Ode. Doch leider bot ihr diese Rolle keine Möglichkeiten: meist durfte sie auf der Schreibmaschine tippen oder Erik Ode ein Stichwort liefern. Danach spielte Emily Reuer (bekleidet!) in Filmen wie Erotik im Beruf- Was jeder Personalchef gern verschweigt (1971) oder Krankenschwestern-Report (1972). Sie spielte aber auch in anspruchsvollen Werken wie Lena Rais (1979). In Synchronstudios (vor allem in München) war Emily Reuer vielbeschäftigt; sie synchronisierte u.a. Jill Clayburgh (La Luna), Andrea Ferréol (Die letzte Metro), Jean Harlow (Der öffentliche Feind) oder Marie Colbin in der TV-Serie Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. In ihren letzten Lebensjahren litt die Lebensgefährtin des Kameramanns und Regisseurs Helmuth Ashley an einer Erbkrankheit, die ihr schlimme Schmerzen bereitete. Im Oktober 1981 verstarb sie in einer Münchener Klinik an einer Gehirnblutung.
Janina Richter

Foto: Tino Kiessling
Janina Richter ist die Schwester von Ilja Richter ("Disco") mit dem sie gemeinsam in den Sketchen der Musikshow zu sehen war. 2003 steht sie mit ihrem Bruder in "Ein Ilja kommt selten allein" erstmals gemeinsam auf der Bühne (Theater im Rathaus; Essen). Janina Richter spielte in den Kinofilmen Erotik auf der Schulbank und 20 Mädchen und ein Pauker. Sie synchronisierte Heather Locklear in der Serie Der Denver-Clan. Außerdem Meg Ryan (Presidio; TopGun), Hanne Zetterberg (Ronja Räubertochter), Winona Ryder (Beetlejuice; Great Balls of Fire). Für die TV-Serie Friends schrieb sie das Dialogbuch und führte Synchronregie.
Walter Richter

Walter Richter (unten
links) in Fuhrmann Henschel
(1956). Seine Partner sind u.a. Nadja Tiller und Wolfgang Lukschy
(13.05.1905, Berlin - 26.07.1985)
Walter Richter ist vor allem als etwas bärbeißiger Tatort-Kommissar Trimmel aus Hamburg bekannt geworden. Im November 1970 löste er als Kripokommissar Trimmel den allerersten ARD-Tatort. Bis 1982 spielte er im Tatort. Walter Richter spielte vor allem am Theater, und dort große Rollen wie "Othello", "Herodes" oder den "Fuhrmann Henschel". Im Kinofilm war er seltener zu sehen. Einen ersten Auftritt hatte er 1937 in Die Warschauer Zitadelle. Es folgten Filme wie Morituri (1948), Dunja (1955- ein Remake von Der Postmeister [1940], mit Richter in der Rolle von Heinrich George), Fuhrmann Henschel (1956) oder Wenn die Heide blüht (1960). Bodenständige Rollen wie Gutsbesitzer, Postmann oder Wirt waren hier sein Fach. Gelegentlich lieh Walter Richter seine Stimme auch fremdsprachigen Kollegen wie Jean Marais (...es war einmal), Spencer Tracy (Ehekrieg) oder Oscar Homolka (Das verflixte 7. Jahr).
Elisabeth Ried
(23.10.1915, Freiburg - 05.08.2001, Berlin)
Elisabeth Ried war von 1949 bis 1985 eine vielbeschäftigte Synchronschauspielerin. So sprach sie u.a. Alida Valli in der ersten Fassung von Der dritte Mann oder auch Maureen O'Hara (u.a. in Gegen alle Flaggen; Die Flamme von Arabien), Jane Russel (Die Schönste von Montana), Katy Jurado (12 Uhr Mittags) oder Mary Astor (Die Spur des Falken). Später lieh sie Barbara Stanwyck -die sie schon in den Kinofilmen Die Falschspielerin, Frau ohne Gewissen oder Spielfieber synchronisiert hatte- in der TV-Serie Big Valley ihre Stimme. Elisabeth Ried war u.a. im Kinofilm Meine Freundin Barbara (1937) zu sehen. Sie hatte u.a. Theaterengagements in Berlin (Tribüne).
Lutz Riedel
(1947)
Der Berliner Schauspieler hat u.a. Timothy Dalton (James Bond) oder Richard Hatch (Kampfstern Galactica- Kino) synchronisiert. Auch Richard Gere (Internal Affairs) hat er gesprochen. In der TV-Serie Allein gegen die Mafia sprach er den Hauptdarsteller Michele Placido. Lutz Riedel, mit seiner Kollegin Marianne Groß verheiratet, ist auch als Synchronautor und -regisseur tätig (American Beauty).
August Riehl

Die Fotos wurden mir von Herrn
Maximilian Riehl zur Verfügung gestellt
(August Maria Jacob Riehl)
(04.01.1914, München - 23.12.2002, Marsberg)
August Riehl machte sein Abitur in München und studierte Englisch und Französisch an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Ab 1936 ließ er zum Schauspieler ausbilden (Unterricht bei Magda Lena, Staatstheater München). Ab 1948 wurde seine Stimme vor allem den Hören des Bayrischen Rundfunks bekannt. Den jungen Zuhörern wurde seine Stimme als Erzähler der "Pumuckl"- Hörspielreihe bekannt, außerdem sprach er u.a. die "Lok 1414" im gleichnamigen Hörspiel. Dank des traditionellen "Zwölf-Uhr-Läuten" im Hörfunkprogramm auf Bayern 1 erlangte Riehl auch bei den Erwachsenen einen hohen Bekanntheitsgrad; jeden Sonntag kurz vor 12 Uhr stellte er den Hören in drei Minuten jeweils eine bayrische Gemeinde mit ihrem kirchlichen und geschichtlichem Hintergrund vor. Weitere Hörspiele mit August Riehl: "Der Glockenkrieg" (BR, 1955) oder "Der Mann, der Sherlock Holmes war" (BR, 1963). Im Kino konnte man ihn u.a. in den Filmen Eine handvoll Reis (1952) oder Es geschah am 20. Juli (1955) sehen. Im Fernsehen sah man August Riehl häufig in Produktionen des Bayrischen Rundfunks, u.a. stellte er beim traditionellen Salvator-Anstich auf dem Nockherberg den bayrischen Ministerpräsidenten Max Streibl dar. Seit 1948 war August Riehl ein vielbeschäftigter Synchronschauspieler in München. Zu seinen Synchronrollen gehörten: Derek Bond (Christopher Columbus; Scotts letzte Fahrt) oder Frank Villard (Die 7 Sünden). Häufig sprach Riehl seinen französischen Kollegen Bernard Blier: u.a. in Eine Frau im Sattel, Die Damen lassen bitten, Boccacio, Müssen Frauen so sein oder Im Kittchen ist kein Zimmer frei.
Neu eingestellt am 01.08.2006
Christian Rode

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(20.07.1936)
Christian Rode wurde in Hamburg geboren und wurde dort von Gustaf Gründgens fürs Theater entdeckt. Rode spielte ab Mitte der 60er Jahre in internationalen Filmen in Nebenrollen: Brennt Paris?; Die Nibelungen (beide 1966); Unbezähmbare Angelique; Angelique und der Sultan (beide 1967) oder auch Die Akte Odessa (1974). Rode ist seit Mitte der 1960er Jahre auch im Synchronatelier zu Gast: u.a. sprach er Christopher Plummer (Spion zwischen zwei Fronten), Michael Caine (Luftschlacht um England), Mel Ferrer (Brannigan) oder auch Louis Jourdan (Der Graf v. Monte Christo). Bislang kommt er auf rd. 850 (Film-)Synchronrollen.
Überarbeitet am 30.11.2011
Joachim Röcker
(1922)
Joachim Röcker war lange Jahre Mitglied der Berliner "Stachelschweine". Er spielte im Kinofilm Wir Kellerkinder (1960- mit Wolfgang Neuss) und war in der TV-Serie Meine Frau Susanne zu sehen. Er führte Regie in der ZDF-Serie Pension Spreewitz (1964- mit Inge Landgut, Frank Glaubrecht). Zu seinen Synchronrollen gehören Raymond Hatton in Die Hand am Colt, Robert Clary in Die Hindenburg, Strother Martin in Der Champ und Michel Serrault in Frau zu verschenken.
Oliver Rohrbeck

Foto: Helen Krüger, mit
freundlicher Genehmigung von Oliver Rohrbeck
(21.03.1965, Berlin)
Oliver Rohrbeck trat bereits als Kind in der Sesamstraße auf und war in dieser Zeit auch als Synchronsprecher tätig (u.a. Raymond Boal in Wo ist Johnny?). Er besuchte die Schauspielschule von Erika Dannhoff in Berlin und trat u.a. in Berlin an der Vagantenbühne und in der Tribüne auf. Er sprach viele Hörspielrollen (u.a. "Die drei ???", in über 100 Folgen). Er ist die deutsche Standardstimme von Ben Stiller (Verrückt nach Mary, Zoolander, Die Royal Tenenbaums). Außerdem Ken Leung (Rush Hour, Roter Drache), Michael Rapaport (Geliebte Aphrodite, Cop Land), Mike Myers (Waynes World) oder Ewan Bremner (Pearl Harbor, Acid House). Als Synchronregisseur bzw. -autor war er an den dt. Fassungen von The Green Mile, Sphere oder Deep Impact beteiligt.
Paul Edwin Roth

Paul Edwin Roth und
Heidi Scharf in ...und über uns der Himmel (1947). 1961
spielte Paul Edwin Roth (vorne) mit Günter Pfitzmann und
Brigitte Grothum in Das Wunder des Malachias.
(22.10.1918, Hamburg - 27.10.1985, Hamburg)
Paul Edwin Roth entstammte einer Hamburger Arztfamilie und besuchte auf Wunsch seiner Mutter eine Schauspielschule. Sein Theaterdebüt fand 1939 in Heilbronn statt. Nach dem Krieg spielte er Theater in Berlin. 1947 gab er als Hans Albers' Sohn im Heimkehrerdrama Und über uns der Himmel sein Kinodebüt. In Frank Wisbars Fabrik der Offiziere (1960) war er der fanatische Oberfeldrichter Wirrmann, der gnadenlos einen Offiziersanwärter (Folker Bohnet) der Gestapo überläßt. Weitere Kinofilme waren u.a. Der längste Tag (1962) sowie Und Jimmy ging zum Regenbogen (1971). Im Fernsehen spielte er u.a. in mehreren Folgen der Krimiserie Stahlnetz einen Ermittler. Roth war als Synchronsprecher vielseitig einsetzbar: Tony Curtis in Dein Schicksal in meiner Hand oder auch in Trapez, Henry Fonda in Gehetzt, Montgomery Clift in Misfits-Nicht gesellschaftsfähig oder Jeffrey Hunter in König der Könige. Paul Edwin Roth erlag 1985 einem Krebsleiden.
Überarbeitet am 21.11.2006
Liane Rudolph

Foto mit freundlicher
Gehmigung der Agentur Stimmgerecht
(1952, Bad Reichenhall)
Liane Rudolph gehört seit vielen Jahren zu den meistbeschäftigten Synchronschauspielerinnen in Deutschland (über 550 Sprechrollen in Filmen). Sie war Pamela Bellwoods deutsche Stimme im Denver-Clan. Weitere Synchronrollen waren Madeline Stowe (Fatale Begierde, Bad Girls, Twelve Monkeys), Carroll Baker (Schrei der Verlorenen), Veronica Cartwright (Der Stoff, aus dem die Helden sind), Shelley Duval (Popeye) oder Diane Keaton in Liebe aus zweiter Hand. Liane Rudolph war 1973 in So'n Theater im TV zu sehen.
Überarbeitet am 30.11.2011
Ottokar Runze
(19.08.1925, Berlin)
Ottokar Runze spielte eine kleine Rolle in Kurt Hoffmanns Fünf unter Verdacht (1950- mit Hans Nielsen). 1954 war er neben Gisela Fritsch im Märchenfilm König Drosselbart zu sehen. 1950 begann Runze auch seine Synchrontätigkeit. So sprach er z.B. Colin Clive in Frankenstein, Anthony Perkins in Lockende Versuchung, Christopher Plummer in Der Untergang des römischen Reiches, Cliff Robertson in Alles in einer Nacht oder Tony Randall in Bettgeflüster. Ab Mitte der 50er Jahre war er auch als Regieassistent tätig, vor allem für Josef von Baky. 1971 gründete Runze seine eigene Filmproduktion. Sein zweiter Film, Der Lord von Barmbeck (1973- mit Martin Lüttge in der Titelrolle), wurde ein großer Erfolg. Es folgten Streifen wie Verlorenes Leben (1975- mit Gerhard Olschewski, Marius Müller-Westernhagen), Stern ohne Himmel (1980) oder Feine Gesellschaft- beschränkte Haftung (1981- mit Hardy Krüger). Runze blieb aber auch dem Synchrongeschäft treu, so erstellte er 1984 für das ZDF die Neusynchronisation von Im Westen nichts Neues. 2002 erhielt er für seine Verdienste den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises.