Synchronsprecher Kurzporträts T


Kai Taschner

(25.08.1957, München)

Kai Taschner spielte schon als Jugendlicher in TV-Filmen und Serien wie Die Kommissar, Die Powenzbande (mit Gustav Knuth), Buddenbrooks (mit Ruth Leuwerik) oder Theodor Chindler (mit Hans-Christian Blech) auf. Außerdem spielte er in Kinofilmen wie Stunde Null (1976, Regie Edgar Reitz) oder Aus einem deutschen Leben (1977, Regie Theodor Kotulla, mit Götz George). Seit vielen Jahren spielt Taschner auch am Theater (auch Regie) und arbeitet als Musiker (Saxophon, Klavier). Zu seinen Synchronrollen gehören Billy Crystal (Hamlet), Billy Bob Thornton (U-Turn) oder Martin Lawrence (Mr. Bombastic). 2002 war er als Nachfolger von Hans Clarin als Pumuckl zu hören. Ausführliche Informationen zu Kai Taschner gibt es hier.


Joachim Tennstedt

(10.10.1950, Berlin)

Joachim Tennstedt ist ein häufig beschäftigter Synchronsprecher (mehr als 900 Filme). Kein Wunder, wenn man sieht, wenn er alles schon gesprochen hat: Billy Chrystal (Harry & Sally), Daniel Day-Lewis (Hexenjagd), Christopher Lambert, John Malkovich, James Belushi, Zachi Noy, Michael Keaton, Mickey Rourke, Bruce Boxleitner, Roberto Begnini (Das Leben ist schön) oder auch Mel Gibson (Maverick). Bereits als Kind nahm er Ballettunterricht und schon 1963 kann man ihn im TV-Film Stadtpark neben Inge Meysel sehen. Ohne Schauspielunterricht wurde Tennstedt 1966 an die Berliner Kammerspiele verpflichtet (bis 1971). Weitere Theaterstationen waren das Renaissance-Theater, das Hansa-Theater und das Hebbel-Theater (alle Berlin). Außerdem trat er im Berliner Kabarett "Die Wühlmäuse" auf. Im Kino war er u.a. in den Filmen Warum die Ufos unseren Salat klauen (1980- u.a. mit Curd Jürgens), Ein Chinese sucht seinen Mörder (1986), Ein Schweizer namens Nötzli (1988- Fortsetzung 1990: Der Doppelte Nötzli) zu sehen. Im TV Auftritte in den Filmen bzw. Serien Aus dem Alltag der DDR, Hals über Kopf, Ein Kuckuck im Nest, Einmal im Leben (der erste Auftritt der "Semmelings"), Praxis Bülowbogen, Direktion City.

Überarbeitet am 02.07.2008


Peter Thom


Peter Thom (Mitte) in Himmel, Amor und Zwirn (1960)

(06.02.1925 - andere Quelle: 1935)

Peter Thom spielte eine seiner ersten Kinorollen im Märchenfilm Die Bremer Stadtmusikanten (1959). Es folgten Auftritte in Der Jugendrichter (1960, mit Heinz Rühmann), Die junge Sünderin (1960) oder Die neuen Leiden des jungen W. (1976). Im TV spielte er in Serien wie Kriminalmuseum oder Die schnelle Gerdi. Als Synchronsprecher war er meist in Nebenrollen zu hören: Hakan Serner (Lieber John), Michel Tureau (Biribi), Dan Duryea (Wirbelwind der Liebe) oder Leonard Kinskey (Casablanca, Neufassung von 1975).


Georg Thomalla


Georg Thomalla mit Renate Holm in Fräulein vom Amt (1953), mit Willy Fritsch und Grethe Weiser in Damenwahl (1953) und mit Johanna von Koczian und Johannes Heesters in Viktor und Viktoria (1957)

(Georg Valentin Thomalla)
(14.02.1915, Kattowitz/ Schlesien [damals Deutsches Kaiserreich, heute Katowice, Polen] - 25.08.1999, Starnberg/ Bayern)

Georg Thomalla besucht Realgymnasium und Volksschule in Oppeln. Nach dem frühen Tod der Eltern absolviert er eine Lehre als Koch. 1932 hat er sein Theaterdebüt an einem Wandertheater in Dömitz, 1935 wird er an das berliner Theater am Nollendorfplatz engagiert. Dort ist er das männliche Pendant zu Grethe Weiser, die später wiederholt seine Filmpartnerin wird. Weitere Theaterstationen sind Gelsenkirchen und Gera. 1939 bekommt Thomalla seine erste Filmrolle in Ihr erstes Erlebnis. Noch während der Dreharbeiten wird er eingezogen, wird aber für Film- und Theaterarbeit freigestellt. 1942 kann er in Käutners Wir machen Musik erstmals sein komisches Talent voll zur Geltung. Seinen ersten großen Erfolg als Filmkomiker hat er 1951 neben Dieter Borsche in Kurt Hoffmanns Fanfaren der Liebe. Borsche und Thomalla spielen ein arbeitsloses Musiker-Duo, das, als Frauen verkleidet, Anstellung in einer Damenkapelle findet. 1959 dreht Billy Wilder in den USA ein Remake: Some like it hot/ Manche mögens heiß- mit Georg Thomalla als Synchronstimme für Jack Lemmon. Im Synchronstudio ist Georg Thomalla seit Ende der 1940er Jahre vielbeschäftigt. Er synchronisiert u. a. Jack Lemmon, Bob Hope, Red Skelton oder Peter Sellers. Im bundesdeutschen Nachkriegsfilm ist er vielbeschäftigt, vor allem in komischen Rollen. Gelegentlich spielt er auch ernste Rollen, so 1954 in Fritz Kortners Die Stadt ist voller Geheimnisse oder 1955 in Käutners Himmel ohne Sterne. In den 1960er Jahren kommen auch TV-Filme und Serien hinzu, so u.a. Unser Pauker (1966), Komische Geschichten mit Georg Thomalla (1961-1971) oder auch Ein Abend mit Georg Thomalla (1982/85). 1957 heiratet Georg Thomalla die Hotelierstochter Margrit Mayrl, die in Badgastein zwei Hotels betreibt. Dieser Ehe entstammt Sohn Valentin (geb. 1959). Aus einer früheren Verbindung mit der Kollegin Lilo Haertner stammt sein Sohn Thomas (geb. 1939). Georg Thomalla lebte zuletzt in München und Javea (Spanien).


Jürgen Thormann


Foto: Frank Brenner

(12.02.1928, Rostock)

Jürgen Thormann kam nach diversen Stationen 1962 ans Berliner Schiller-Theater. Später inszenierte Thormann auch selbst. Gelegentlich ist er auch im TV zu sehen: Anpassung an ein zerstörte Illusion (1977), Mrs. Harris fährt nach Moskau (1987) oder die Serie Elbflorenz (1994). Im Synchronstudio wurde seine Stimme besonders durch zwei Kultserien bekannt: in Department S und Jason King lieh er Peter Wyngarde seine Stimme und in U.F.O. sprach er Edward Bishop (Commander Straker). Seit einigen Jahren ist Thormann feste Stimme von Michael Caine. Daneben spricht er auch Peter O'Toole oder auch Max v. Sydow.


Fritz Tillmann


Fritz Tillmann (oben) mit Marika Rökk, Heinz Erhardt und Conny Froboess in Mein Mann, das Wirtschaftswunder (1961)

(13.12.1910, Frankfurt/Main - 30.10.1986, München)

Fritz Tillmann absolvierte die Schauspielschule in Düsseldorf und debütierte am Stadttheater Hagen. 1941-43 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, danach Theater in Breslau. Nach dem Krieg ging er wieder ans Theater nach Düsseldorf, ab 1949 nach Berlin. In der Folgezeit spielte Tillmann in vielen Kinofilmen mit, u.a. in Der Rat der Götter (DEFA 1950), Der 20. Juli (1955), Herrscher ohne Krone (1956), Von der Liebe besiegt (1956), Dr. Crippen lebt (1957), Mein Mann, das Wirtschaftswunder (1961), Drei Männer im Schnee (1973). Er hat häufiger seine US-Kollegen Karl Malden (Patton-Rebell in Uniform; Inferno am Fluß; Nevada Smith; Der Besessene) oder auch Dan Duryea (Ritt mit dem Teufel; Sechs schwarze Pferde) synchronisiert. Daneben auch Henry Fonda (Bis zum letzten Mann), Jean Marais (Die eiserne Maske- 1962) oder auch Peter Ustinov in Spartacus.


Cordula Trantow


Cordula Trantow mit Hansjörg Felmy in An heiligen Wassern (1960) und mit Freddy Quinn in ...nur der Wind (1961)

(29.12.1942, Berlin)

Cordula Trantow ist die Tochter des Filmkomponisten Herbert Trantow und der Tanzpädagogin Edith Kirchhoff. Noch während ihrer Schulzeit nahm sie Schauspielunterricht bei Marlise Ludwig und machte eine Ballettausbildung bei Tatjana Gsovsky. Danach erhielt sie erste kleine Rollen am Theater. Eine erste Kinorolle spielte sie 1957 in dem Jugendfilm Aufruhr im Schlaraffenland. 1959 spielte sie dann in Bernhard Wickis Die Brücke. Für die Rolle der Franziska erhielt sie 1960 den Bundesfilmpreis als beste Nachwuchsschauspielerin. 1960 war sie mit Hansjörg Felmy in An heiligen Wassern, 1961 mit Freddy Quinn in Nur der Wind im Kino zu sehen. Danach spielte sie vor allem im Fernsehen. U.a. in der Fernsehserie Unser Walter (mit Thomas Braut). Ihre Theaterstationen waren u.a. München (Staatsschauspiel, Kammerspiele), Stuttgart, Recklinghausen (Ruhrfestspiele). Seit 1971 arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin. Ab 1988 war sie Leiterin des Theatersommers in Weilhelm, seit 1999 Leiterin des Theatersommers in Garmisch-Partenkirchen. Zu ihren Synchronrollen zählen Ali McGraw (Getaway, 1972), Marie Versini (Die 13 Sklavinnen des Dr. Fu Man Chu), Aurore Clément (Paris, Texas), Sandrine Bonnaire (Mistkerle) oder Geneviève Bujold (Der Wolf hetzt die Meute). 2002 wurde Cordula Trantow das Bundesverdienstkreuz verliehen.


Ursula Traun

(Ursula Traun-Lieb)
(1918)

Ursula Traun ist seit vielen Jahren in der Synchronbranche tätig. Zu ihren Synchronrollen zählen Lauren Bacall (In den Wind geschrieben; Die schwarze Natter), Ingrid Thulin (Der Krieg ist vorbei; Die Verdammten), Vivien Leigh (Lockende Tiefe) oder Jean Stapleton (e-m@ail für dich). Sie spielte 1951 in Kurt Hoffmanns Fanfaren der Liebe. Ursula Trauns Ehemann, Hans Traun, war 1. Offizier des deutschen U-Bootes "U 166", welches 1942 im Golf von Mexiko versenkt wurde und seitdem als verschollen galt.

Überarbeitet am 12.12.2006


Alice Treff


Alice Treff (rechts) in Schwedenmädel (1955)

(04.06.1906, Berlin - 08.02.2003,Berlin)

Alice Treff absolvierte die Max-Reinhardt-Theaterschule und spielte in Darmstadt, Bremen, Wiesbaden, München, Wien, Hamburg und Berlin. 1932 spielte sie in Peter Voß, der Millionendieb ihre erste Filmrolle. Es folgten Auftritte u.a. in Spuk im Schloß (1943) oder in Mädchen hinter Gittern (1949), wo sie wg. ihrer Drogensucht ihre Tochter ins Erziehungsheim bringt. Das Foto rechts zeigt sie mit Helmuth Lohner im 1961 gedrehten Spielfilm Blond muß man sein auf Capri. Alice Treff synchronisierte mehrfach ihre US-Kollegin Thelma Ritter (Der Fuchs geht in die Falle; Bettgeflüster; Misfits- nicht gesellschaftsfähig). Weitere Rollen: Ruth Gordon (Rosemarys Baby; Harold & Maude), Lotte Lenya (Liebesgrüße aus Moskau), Flora Robson (55 Tage in Peking), oder Valentina Cortese (Der Besuch).


Martina Treger


Foto: Elisabeth v. Glasenapp

Martina Treger gehört seit 1988 zu den meistbeschäftigten Synchronschauspielerinnen Deutschlands (über 400 Filme). Martina Treger, die auch Synchronregie führt, synchronisierte bislang u.a. Sharon Stone (u.a. Casino; Diabolisch; Schneller als der Tod; Sphere), Carrie-Ann Moss (u.a. Matrix; Red Planet), Anne Heche (Nicht schuldig) oder Kim Novak (Vertigo- DF von 1997). Neben ihrer Synchrontätigkeit wirkt Martina Treger oft in Hörspielen mit oder hält Vorlesungen.

Überarbeitet am 12.12.2006


Heidi Treutler

(Heidi Holve)
(1941, Berlin)

Heidi Treutler ist die Tochter der Schauspielerin Toni Treutler. Schon als Kind (seit 1949) sprach sie Synchronrollen. Eine ihrer bekanntesten Synchronrollen dürfte Barbara Eden in der TV-Serie Bezaubernde Jeannie sein. Daneben sprach sie u.a. auch Candice Bergen (700 Meilen westwärts; Der Wind und der Löwe), Jane Fonda (Cat Ballou), Jill Ireland (Nevada-Pass), Ann-Margret (Brutale Schatten), Diana Rigg (Theater des Grauens), Liv Ullman (Die Brücke von Arnheim), Karen Black (Five Easy Places) oder Anjelica Huston in Der steinerne Garten. In der TV-Westernserie Big Valley war sie die deutsche Stimme von Linda Evans.


Sabina Trooger

(10.04.1955, München)

Sabine Trooger ist die Tochter der Schauspielerin Margot Trooger (Der Hexer). Sie absolvierte eine Grafikerschule und nahm Schauspielunterricht bei Margret Langen und Lina Carstens in München. Ihr Theaterdebüt gab sie 1976 in Hamburg. Weitere Theaterstationen waren u.a. Hannover, München und Zürich. Sie ist die deutsche Stimme von Madonna. Daneben spricht sie u.a. auch Geena Davis (Tödliche Weihnachten; Die Piratenbraut) oder Grace Jones in dem James-Bond-Film Im Angesicht des Todes. Sabina Trooger war u.a. in den Kinofilmen Götz von Berlichingen (mit Raimund Harmstorf) oder Dormire (wo sie auch Co-Autorin war) zu sehen. Im TV wirkte sie u.a. in Serien wie Ein Fall für zwei oder Peter Strohm mit.


Gisela Trowe


Gisela Trowe, Hans-Christian Blech in Affäre Blum (1948)

(05.09.1922, Dortmund - 05.04.2010, Hamburg)

Gisela Trowe entstammt einer dortmunder Kaufmannsfamilie. Sie nimmt in Dortmund und Berlin Schauspielunterricht und gibt 1943 in Gera ihr Bühnendebüt. Ab 1946 spielt sie an berliner Bühnen (u.a. Hebbel-Theater, Theater am Kurfürstendamm, Deutsches Theater). Bei der ostdeutschen DEFA spielt Gisela Trowe in den Filmen Straßenbekanntschaft oder Affäre Blum (beide 1948) mit. In Peter Lorres Der Verlorene (1951) wird sie von der Titelfigur ermordet. In den 1960er Jahren arbeitet sie häufig für das Fernsehen. Man kann sie u.a. in den Serien Unser Lehrer Doktor Specht, Der Landarzt oder Ein Bayer auf Rügen sehen. Außerdem wirkt sie oft in Hörspielen mit. Ein ganz wichtiges Tätigkeitsfeld für Gisela Trowe ist die Synchronisation. Seit 1947 hat sie vielen Stars wie Gina Lollobrigida, Anna Magnani oder Shelley Winters ihre Stimme geliehen. Damit dürfte sie eine der Schauspielerinnen mit der längsten Synchrontätigkeit gewesen sein. 2000 wirkt sie in dem Kinofilm Kalt ist der Abendhauch mit. Gisela Trowe, die von 1944 bis 1964 mit dem Regisseur Thomas Engel verheiratet war (2 Kinder), stirbt am 5. April 2010 in Hamburg.

Überarbeitet am 24.04.2010


Helga Trümper

(Helga Trümper-Kirmaier)
(1936)

Helga Trümper ist seit vielen Jahren im Synchrongeschäft tätig. Von 1960 bis 2005 sprach sie in über 250 Filmen. Sie lieh ihre Stimme internationalen Stars wie Jacqueline Bisset (Die Tiefe; Der Tag, an dem die Welt unterging) oder Catherine Deneuve (Ein Hauch von Zärtlichkeit; Die schönen Wilden; Der Chef). In der TV-Serie ALF war sie die Stimme von Anne Schedeen. Helga Trümper spricht auch in Hörspielen und führt Regie. Selten waren ihre Auftritte im Fernsehen; 1957 spielte sie im TV-Film Daphnis und Chloe, 1974 war sie in der Serie Ein Haus für uns zu sehen.

Überarbeitet am 12.12.2006


Manfred Tümmler

(23.09.1936 - 1993)

Manfred Tümmler hatte seine bekanntesten Synchronarbeiten mit Neufassungen einiger Errol-Flynn-Filme: Unter Piratenflagge; Herr des wilden Westens oder Günstling einer Königin. Außerdem synchronisierte er in der TV-Serie Denver-Clan Adam Carrington (Gordon Thomson). Tümmler spielte 1967 in Oswald Kolles Das Wunder der Liebe und neben Curd Jürgens 1970 in Das Stundenhotel von St. Pauli. Auftritte hatte er auch in Lieb Vaterland, magst ruhig sein (1975) und in der US-Komödie Gotcha- ein irrer Typ (1985). Im TV spielte er in Tadellöser & Wolff, Café Wernicke, MS Franziska oder Ein Heim für Tiere. Er verstarb 1993.


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