
Synchronsprecher Kurzporträts U V
Martin Umbach

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Martin Umbach
(16.03.1956, München)
Martin Umbach wurde in München als Sohn eines Psychologen und einer Lehrerin geboren. Er wuchs im Ruhrgebiet und in Nürtingen/ Neckar auf. Nach dem Abitur 1975 machte er eine Schauspielausbildung in Stuttgart. Außerdem studierte er Schauspiel in New York bei Susan Batson und Lenard Petit. 1978 bekam er dann sein erstes Engagement am Tübinger Zimmertheater wo er u.a. in Brechts "Dreigroschenoper" als "Macheath" zu sehen war. Weitere Theaterstationen waren das Morderne Theater in München und das Theater im Lenbachhaus in München. Leinwandauftritte hatte er bislang u.a. in Das As der Asse (1982, mit Jean Paul Belmondo), Das Geisterhaus (1983), Roula (1995) oder in Antikörper (2004). Im TV konnte man ihn u.a. in diversen Tatorten oder in Soko5113 sehen. Als Synchronschauspieler hat Martin Umbach u.a. George Clooney (Ocean's Eleven, Ocean's Twelve; Ocean's Thirteen, Solaris oder The Good German), Gabriel Byrne (Codename: Nina; Betty und ihre Schwestern, Am Ende der Gewalt), Kenneth Branagh (Wild Wild West; Harry Potter und die Kammer des Schreckens) und Gérard Depardieu (Chanson d'amour) seine Stimme geliehen.
Neu eingestellt am 10.11.2007
Günther Ungeheuer
(15.12.1925, Köln - 14.10.1989, Bonn)
Günther Ungeheuer kam Ende der 50er Jahre zu ersten kleinen Rollen in Kinofilmen (Hunde, wollt ihr ewig leben; Natürlich die Autofahrer). Der 1963 gedrehte Kinostreifen Mensch und Bestie, der Ungeheuer als KZ-Aufseher zeigt, der seinen im KZ einsitzenden Bruder (Götz George) verfolgt, kam erst viele Jahre nach seiner Herstellung unter dem Titel Die Flucht in die Kinos und war kein Publikumserfolg. Bekannt wurde Ungeheuer ein Jahr später in Jürgen Rolands Polizeirevier Davidswache. Als brutaler Gangster Bruno Kapp, der Rache am Polizeibeamten Glantz (Wolfgang Kieling) nehmen will (weil dieser ihn ins Gefängnis brachte) wurde Ungeheuer einem breiten Publikum bekannt. Danach war er auf Gangsterrollen festgelegt. So spielte er in Vier Schlüssel (1965), ebenfalls von Jürgen Roland, einen Erpresser. Später spielte er in vielen Tatorten und anderen Krimiserien wie Derrick oder Der Alte meist zwielichtige Gestalten. Gelegentlich machte er aber auch Ausflüge ins komische Fach, wie in der Hallervorden-Komödie Der Experte (1988- sein letzter Kinofilm). Zu seinen Synchronrollen zählen George Raft in Todesangst bei jeder Dämmerung, Jean Yanne (Weekend) oder Claude Brasseur (Eine Robe für den Mörder). Er verstarb 1989 an einer Krebserkrankung.
Claudia Urbschat-Mingues

Fotos: Helen Krüger, li. /
Frank Brenner, re.
(5. Juni 1970, Berlin)
Claudia Urbschat-Mingues wird am 5. Juni 1970 in Berlin geboren. Von 1991 bis 1993 studiert sie an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Anschließend studiert sie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Ihre Bühnenlaufbahn begann 1992 und hat sie bislang u.a. nach Köln (Staatsschauspiel), Hannover (Staatsschauspiel, Staatsoper), Senftenberg (Neue Bühne) und Berlin (Metropol-Theater) geführt. Im TV konnte man sie bislang u.a. in Serien wie Verbotene Liebe oder Die Wache sehen. Vielbeschäftigt ist Claudia Urbschat-Mingues seit vielen Jahren als Synchronschauspielerin. Sie wurde und wird z.B. für Angelina Jolie (u.a. Durchgeknallt; Original Sin; Alexander; The good Shepard- der gute Hirte), Jennifer Conelly (u.a. Pollock, Walking the Dead; Blood Diamond), Rachel Weisz (u.a. Ein Hauch von Sonnenschein; My blueberry Nights) oder Maria Bello (u.a. Coyote Ugly; Das geheime Fenster; Die Mumie 3) eingesetzt. Ihre Website: http://www.claudiaspricht.de/
Neu eingestellt am 15.07.2010
Werner Uschkurat
(12.10.1929, Berlin)
Werner Uschkurat hat seit Ende der 1950er Jahre in vielen Münchner Synchronisationen seine Stimme verliehen. Dazu gehören John Lennon (Wie ich den Krieg gewann), Marty Feldman (Danach), Robert Dhery (Kinder des Olymp, Neufassung 1964) und mehrfach Klaus Kinski (u.a. Das Rätsel des silbernen Dreiecks, Der Android). Uschkurat schreibt aber auch Dialogbücher und führt Synchronregie. U.a. war er für die deutschen Dialoge in Fassbinders Lili Marleen zuständig. Im Kino war Uschkurat selten zu sehen: 1950 spielte er in Familie Benthin. 1966 spielte er im TV-Film Jeanne d'Arc. Werner Uschkurat lebt in München. Er ist immer noch in der Synchronisation vornehmlich Regie - aktiv.
Überarbeitet am 26.06.2006
Eric Vaessen
(4.10.1922, Aachen - 21.02.2009)
Eric Vaessen sprach von 1963 bis 2004 in über 400 Spielfilmen synchron. Zu seinen Synchronrollen gehören Martin Landau in Pinocchio, David Niven in Der Fluch des rosaroten Panthers, Robert Loggia in SOB-Hollywoods letzter Heuler oder Andy Griffith in der TV-Serie Matlock. Er war im Wallace-Film Der Gorilla von Soho (1968) oder in der Fernsehserie Auto Fritze zu sehen. Er war verheiratet mit Margot Kosmala; sein Sohn Manuel ist auch (Synchon-)Schauspieler. Am 21.02.2009 verstarb Eric Vaessen.
Überarbeitet am 04.03.2009
Eva Vaitl
(24.01.1921, München-Au -August 1988)
Eva Vaitl spielte Theater in Oldenburg, Breslau und nach dem Krieg in ihrer Geburtsstadt München (Staatsschauspiel). Nach dem Krieg begann auch ihre Synchronlaufbahn, wo sie Ingrid Bergman (Das Haus der Lady Alquist; Wem die Stunde schlägt), Greta Garbo (Die Frau mit den zwei Gesichtern) oder auch Ava Gardner (Die Killer) ihre Stimme lieh. Zu ihren Kinofilmen gehören Rosen im Herbst (1955- mit Ruth Leuwerik), Lampenfieber (1959/60) und auch Wickis Die Brücke (1959) wo sie die Mutter Frank Glaubrechts spielte. Im Fernsehen wirkte Eva Vaitl u.a. im Kommissar, im Königlich Bayrischem Amtsgericht oder in Fettaugen (1972) mit.
Gudrun Vaupel
(23.05.1936 - andere Quelle: 1941)
Gudrun Vaupel ist seit vielen Jahren die deutsche Stimme von Goldie Hawn. Bis auf wenige Ausnahmen hat sie die US-Kollegin in den meisten Filmen synchronisiert. Außerdem sprach sie u.a. Diane Keaton (Die letzte Nacht des Boris Gruschenko), Valerie Perrine (Lenny) oder auch Glenn Close (Das Geisterhaus). Gelegentlich spielt Gudrun Vaupel auch Rollen in TV-Filmen, so u.a. in Robert A. Stemmles Kubinke (1965), Der Fall Kaspar Hauser (1966, ebenfalls von Robert A. Stemmle- das Foto stammt aus diesem Film) oder in Wolfgang Petersens Schwarz und weiß wie Tage und Nächte (1978).
Neu eingestellt am 04.01.2007
Gerd Vespermann
(24.07.1926, Berlin - 25.11.2000, München)
Gerd Vespermann war der Sohn des Schauspielers Kurt Vespermann und der Schauspielerin Lia Eibenschütz. Mit seinem Vater spielte er 1953 seine erste Filmrolle in Der Kaiser von China, mit Grethe Weiser und Nadja Tiller. 1954 spielte er neben Willy Birgel in Konsul Strotthoff, 1955 in der Komödie Drei Mädels vom Rhein. Mit Heinz Rühmann stand er 1966 in Maigret und sein größter Fall vor der Kamera und 1972 spielte er im Musical Cabaret neben Liza Minelli und Michael York. Schon seit 1950 synchronisierte er, u.a. John Derek (Die zehn Gebote; Sturm über Persien) oder John Gavin (Wem die Sterne leuchten). Später auch John Carradine in Ringo oder die Zeichentrickfigur Bugs Bunny. Seine Liebe gehörte aber auch immer dem Theater, seine Lieblingsrolle war der Oberst Pickering in "My Fair Lady". Vespermann war zweimal verheiratet, seine erste Frau war Hannelore Elsner (Scheidung 1966). Seine zweite Frau Christiane hielt seinen Tod - er starb an Krebs - auf dessen Wunsch ein halbes Jahr geheim; er wollte in aller Stille beerdigt werden.
Benjamin Völz
(13.05.1960, West-Berlin)
Benjamin Völz ist der Sohn von Wolfgang Völz. Benjamin Völz ist meistens der deutsche Sprecher von Keanu Reeves (Speed; Little Buddha; Matrix). Daneben spricht er auch James Spader (Sex, Lügen und Video; Stargate) oder Matthew McConaughey (Contact; Die Jury). Im TV ist er der deutsche Sprecher von David Duchovny (Akte X). Benjamin Völz sprach schon als Kind synchron (seit 1972 mehr als 600 Filme). Im Kino konnte man Völz in Der Tod in der Waschstraße (1981) oder Der Mitläufer (1985) sehen.
Rebecca Völz
(09.09.1957, West-Berlin)
Rebecca Völz ist die Schwester von Benjamin Völz und Tochter von Wolfgang Völz. Schon früh stand sie vor der Kamera (Der Kommissar, 1975). Es folgten Auftritte im Tatort (Reifezeugnis, mit Nastassja Kinski), in Derrick, Der Alte und Café Wernicke. Sie synchronisierte Jennifer Grey (Dirty Dancing, Ferris macht blau), Rosanna Arquette (Im Rausch der Tiefe), Pamela Sue Martin (Denver-Clan-TV), Laura San Giacomo (Sex, Lügen und Video) oder Helen Slater (Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone). Rebecca Völz schreibt auch Dialogbücher und führt Synchronregie.
Wolfgang Völz

Wolfgang Völz (Mitte)
mit Horst Naumann und Johannes Grossmann in Der
Transport (1961)
(16.08.1930, Danzig-Langfuhr [damals Freie Stadt Danzig heute Wrzeszcz/ Polen])
Wolfgang Völz hat bereits als Kind erste Theaterauftritte; er lernt jedoch zunächst den Beruf des Bäckers. Nach dem Krieg nimmt er Schauspielunterricht und gibt 1950 am Landestheater Hannover sein Theaterdebüt. Ab Mitte der 1950er Jahre wirkt Völz in vielen Spielfilmen (so z. B. in Der Fuchs von Paris, 1957 - Der Mann im Strom, 1958) mit. Im TV war er zunächst als Nebendarsteller in einigen Folgen der Kriminalserie Stahlnetz zu sehen. Danach wirkte er in der SciFi- und späteren Kult-Serie Raumpatrouille Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion in der Figur des Leutnants Mario de Monti mit. Als Diener und Chauffeuer "Johann" in der Serie Graf Yoster gibt sich die Ehre, sieht man ihn von 1967 bis 1976 in der ARD. Auch in der Edgar-Wallace-Spielfilmparodie Der Wixxer (2004), geschrieben vom Humoristen Oliver Kalkofe, kann man ihn als Sir John sehen. Seit vielen Jahren ist Völz auch als Synchronschauspieler beschäftigt. So synchronisierte er viele Jahre lang Walter Matthau und ist die deutsche Stimme von Mel Brooks. Für die Kinder ist er die Stimme von Käpt'n Blaubär. Seine Kinder Benjamin und Rebecca arbeiten ebenfalls als (Synchron-)Schauspieler.
Überarbeitet am 26.06.2006
Bernd Vollbrecht

Foto mit freundlicher
Genehmigung von Bernd Vollbrecht
(1963)
Bernd Vollbrecht machte seine Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Bislang war Bernd Vollbrecht im Kino u.a. in Versteckt (1984, mit Jacqueline Bisset, Jürgen Prochnow), in der Komödie Meier (1986) oder in Abbuze! Der Badesalz-Film (1996) zu sehen. Im TV spielte er u.a. in Das Haus am Watt (1990). Seit einigen Jahren ist Bernd Vollbrecht die deutsche Stimme des Spaniers Antonio Banderas (u.a. in Philadelphia, Desperado, Die Maske des Zorro oder Bordertown). Außerdem Brad Pitt (Cool World, True Romance), Viggo Mortensen (Ein perfekter Mord, Psycho [1998]) oder LeVar Burton (Star Trek). Bislang kann man in über 800 Filmen die Stimme von Bernd Vollbrecht hören.
Überarbeitet am 30.11.2011
Carl Voscherau
(Carl Hans August Voscherau)
(24.12.1900, Hamburg - 24.08.1963, Hamburg)
Carl Voscherau, Sohn des Hafenarbeiters Carl Heinrich Voscherau und seiner Frau Wiebke Katharina Dorothea, geb. Möller. Er nimmt in seiner Jugend Schauspielunterricht und absolviert auf Wunsch des Vaters eine kaufmännische Lehre. Er wird Steuerbeamter an der Hamburger Finanzbehörde. 1933 wird der aktive Sozialdemokrat aus dem Dienst entlassen. Voscherau, seit 1930 verheiratet, schlägt sich als Bänkelsänger durch und spielt ab 1940 an Richard Ohnsorgs Niederdeutscher Bühne. 1946 holt ihn Willy Maertens ans Thalia-Theater. In den nächsten Jahren spielt Voscherau dort viele kleine Charakterrollen und "...gab ihnen mit Sorgfalt und Nuancierung das, was ihr Name besagt, nämlich Charakter" (Erich August Greven). Ab 1947 ist Voscherau auch in vielen Nebenrollen im Nachkriegskino zu sehen, z.B. in Film ohne Titel (1947), Die Sünderin (1951) oder Das Herz von St. Pauli (1957). In den 1950er Jahren ist Voscherau oft in hamburger Synchronstudios tätig. Häufig synchronisiert er seinen britischen Kollegen James Robertson Justice, u.a. in den Streifen Aber, Herr Doktor..., Doktor ahoi!, Hilfe, der Doktor kommt, Sturm über dem Nil und Gefährliches Erbe. Außerdem Philipp Stainton (Ladykillers) oder Andrew Cruickshank (Panzerschiff Graf Spee). Am 23.08.1963 steht Carl Voscherau im Thalia-Theater auf der Bühne, einen Tag später stirbt er in seiner Haus in Hamburg-Wellingsbüttel an seinem Herzschlag. Sein Bruder Walter Voscherau (1903-1962), der sich Walter Scherau nennt, arbeitet ebenfalls als Schauspieler, vor allem am Ohnsorg-Theater. Carl Voscheraus Sohn Henning (*1941), der Mitte der 1950er Jahre in einigen REAL-Produktionen als Statist mitwirkt, ist von 1988 bis 1997 der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg.